EU will Drohnen-Lieferketten mit neuem Cybersicherheitsgesetz regulieren
21.01.2026 - 07:30:12Die EU-Kommission will mit einem neuen Gesetz erstmals die Cybersicherheit von Drohnen und Abwehrsystemen regeln. Der Vorstoß erfolgt als Reaktion auf Hunderte verdächtiger Drohnenflüge über kritischer Infrastruktur und wachsende Spionageängste. Während Brüssel die regulatorischen Schrauben anzieht, fordert die Industrie mehr Fakten statt Panik.
Bisher regelte die EU vor allem, wo und wie Drohnen fliegen dürfen. Der am Dienstag vorgelegte Entwurf für einen „Cybersecurity Act“ zielt nun auf die Technologie selbst. Im Kern geht es darum, unsichere Komponenten und Software aus sensiblen Bereichen fernzuhalten. Konkret identifiziert der Entwurf 18 Schlüsselbranchen – darunter explizit Drohnen und Drohnenabwehrsysteme.
Hersteller und Betreiber könnten künftig verpflichtet werden, ihre Lieferketten auf Risiken zu überprüfen. Wird ein Anbieter nach einer gemeinsamen EU-Risikobewertung als „Hochrisikoanbieter“ eingestuft, droht der Ausschluss aus kritischen Anwendungen. Hintergrund sind Befürchtungen vor Spionage und Sabotage durch Akteure aus Drittstaaten. Die EU versucht so, ihre technologische Souveränität zu stärken.
Drohnen und ihre Abwehrsysteme sind längst keine rein mechanischen Geräte mehr – unsichere Software, verwundbare Lieferketten und Manipulationsrisiken machen sie zu attraktiven Zielen für Cyberangriffe. Angesichts massiver GPS‑Störungen und der geplanten EU‑Regulierung lohnt sich proaktiver Schutz. Ein kostenloses E‑Book erklärt praxisnahe Schutzmaßnahmen, Checklisten für Lieferkettenprüfungen, Hardening‑Schritte und erste Krisenreaktionen für Betreiber kritischer Infrastruktur. Gratis‑Cybersecurity‑Leitfaden für Betreiber & Hersteller herunterladen
Industrie warnt vor Hysterie und fordert Fakten
Fast zeitgleich zu den Brüsseler Plänen meldete sich die deutsche Drohnenbranche zu Wort. In einem Positionspapier warnte sie vor einer „wachsenden Verunsicherung in der Bevölkerung“ durch Medienberichte über Drohnensichtungen. Der Verband forderte eine systematische Analyse der tatsächlichen Vorfälle.
„Wir brauchen ein fundiertes Lagebild, um Spekulationen von Fakten zu trennen“, so die Kernforderung. Positiv bewertet wird die kürzliche Einrichtung eines gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums von Bund und Ländern. Die Industrie pocht auf eine datengestützte Politik, die wirtschaftliche Chancen und Sicherheitsrisiken gleichermaßen im Blick behält.
Über 1.000 verdächtige Flüge: Die reale Bedrohungslage
Die politischen Initiativen sind eine direkte Antwort auf eine sich verschärfende Lage. Allein in Deutschland wurden 2025 über 1.000 verdächtige Drohnenflüge registriert. Besonders im Visier: militärische Einrichtungen, Flughäfen und Häfen.
Doch die Bedrohung ist nicht nur physisch. Seit Ende 2025 häufen sich im Ostseeraum massive GPS-Störungen („Jamming“ und „Spoofing“). Diese hybriden Angriffe, die der zivilen Luft- und Schifffahrt gefährlich werden können, werden Experten zufolge häufig von Russland aus gesteuert. Erst vergangene Woche forderte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einem 10-Punkte-Plan rechtssichere Möglichkeiten zur risikobasierten Drohnenabwehr für Betreiber kritischer Infrastrukturen.
Was kommt jetzt? Intensive Verhandlungen und ein neuer Markt
Der Gesetzesvorschlag der Kommission geht nun in die Beratungen mit den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament. Heftige Diskussionen sind vorprogrammiert – vor allem über die konkrete Definition eines „Hochrisikoanbieters“ und die wirtschaftlichen Folgen von Ausschlüssen.
Für die Branche beginnt eine neue Ära. Die Nachfrage nach zertifizierten, manipulationsresistenten Systemen aus transparenten Lieferketten wird steigen. Europäische Hersteller mit hohen Sicherheitsstandards könnten profitieren. Parallel wächst der Markt für Abwehrtechnologien, von der Detektion bis zur Neutralisierung. 2026 wird somit zum Schicksalsjahr für die Sicherheit des europäischen Luftraums.
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