EU-Rohstoffgesetz droht im Wettbewerb mit den USA zu verlieren
03.02.2026 - 22:31:12Die EU will mit dem Critical Raw Materials Act ihre Rohstoffversorgung sichern, doch der milliardenschwere US-Inflation Reduction Act zieht Investitionen an. Experten warnen vor einem Verlust europäischer Souveränität.
Zwei Gesetze, zwei Welten
Während die EU mit dem Critical Raw Materials Act (CRMA) auf verbindliche Ziele und schnellere Genehmigungen setzt, setzen die USA auf massive Subventionen. Ihr Inflation Reduction Act (IRA) lockt mit rund 400 Milliarden Dollar an Steuergutschriften für grüne Technologien – vorausgesetzt, sie werden in den USA produziert.
Diese „Made in America“-Klausel wirkt wie ein Magnet. Schon jetzt verlagern europäische Konzerne Milliardeninvestitionen in die USA. Der Grund: Die US-Förderung ist direkter und zielt schneller auf den Massenmarkt als die oft kleinteiligen EU-Programme.
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Europas ehrgeizige Ziele, ernüchternde Realität
Der CRMA hat klare Vorgaben für 2030:
* 10 % des EU-Bedarfs an strategischen Rohstoffen aus heimischer Förderung
* 40 % aus heimischer Verarbeitung
* 25 % aus Recycling
Doch die Umsetzung stockt. Ein Bericht des Europäischen Rechnungshofs zeigt: Bei der Hälfte der untersuchten Rohstoffe gingen die Importe aus neuen Partnerländern zuletzt sogar zurück. Lange Genehmigungsverfahren und hohe Energiekosten bremsen Europa aus.
Österreichs Industrie im Dilemma
Für exportstarke Länder wie Österreich ist der Druck enorm. Schlüsselbranchen wie der Maschinenbau oder die Automobilzulieferer brauchen stabile Rohstoffpreise. Doch die Energie ist in Europa oft zwei- bis dreimal teurer als in den USA.
Die Folge? Unternehmen stehen vor einer strategischen Zerreißprobe. Investieren sie noch in Europa – oder folgen sie den Subventionen in die USA, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Industrieverbände warnen vor einer schleichenden Deindustrialisierung.
Regeln gegen Geld – ein unfairer Kampf?
Der Konflikt zeigt zwei grundverschiedene Wirtschaftsphilosophien. Die EU vertraut auf Regeln und einen starken Binnenmarkt. Die USA betreiben eine protektionistische Industriepolitik und erklären Rohstoffsicherung zur Chefsache.
Kritiker werfen Brüssel Zögerlichkeit vor. Während Washington eine strategische Rohstoffreserve mit zwölf Milliarden Dollar Startkapital plant, streitet die EU noch über einen gemeinsamen Souveränitätsfonds. Die Zeit drängt.
Droht Europa ein Tausch der Abhängigkeiten? Statt von China bei Rohstoffen könnte es künftig von den USA bei Zukunftstechnologien abhängen. Die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Industriestandorts steht auf dem Spiel.
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