EU-Renovierungspass, Sanierungs-Kompass

EU-Renovierungspass wird zum Sanierungs-Kompass für Immobilien

16.01.2026 - 22:45:12

Die neue EU-Richtlinie führt einen Sanierungsfahrplan für Gebäude ein, um Klimaneutralität zu erreichen. Sie schafft Planungssicherheit für Eigentümer und treibt die Bauwirtschaft an.

Die EU führt einen Renovierungspass für Gebäude ein. Er soll Eigentümern den Weg zur Klimaneutralität bis 2050 weisen. Die neue Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten zur Umsetzung bis Mai 2026 und stellt die Bauwirtschaft vor eine tiefgreifende Transformation.

Mehr als nur ein Energieausweis: Die Roadmap für Ihr Haus

Der Renovierungspass ist kein einfacher Energieausweis. Er ist ein dynamischer Sanierungsfahrplan. Qualifizierte Sachverständige erstellen ihn nach einer Vor-Ort-Analyse. Der Pass skizziert konkrete Schritte, wie eine Immobilie zum Nullemissionsgebäude wird.

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Er enthält:
* Maßnahmenpakete für jede Sanierungsstufe
* Kostenschätzungen für die Arbeiten
* Berechnungen zu Energieeinsparungen und CO2-Reduktion

Ziel ist eine klare Planungsgrundlage. Sie soll Fehlinvestitionen in ineffiziente Einzelmaßnahmen verhindern.

Rechtlicher Druck: Die Ziele der neuen Gebäuderichtlinie

Die Einführung des Passes ist in der novellierten EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) verankert. Sie ist Teil des „Fit for 55“-Pakets. Der Gebäudesektor ist für rund 40 Prozent des EU-Energieverbrauchs verantwortlich – seine Dekarbonisierung ist daher zentral.

Die Mitgliedstaaten müssen die Vorgaben bis Mai 2026 in nationales Recht umsetzen. Ob der Pass verpflichtend wird, können die Länder selbst entscheiden. Die Richtlinie setzt jedoch klare Renovierungsziele:
* Für Nichtwohngebäude: Sanierung der 16 Prozent ineffizientesten Gebäude bis 2030 (26 Prozent bis 2033).
* Für Wohngebäude: Senkung des durchschnittlichen Primärenergieverbrauchs um 16 Prozent bis 2030.

Für Eigentümer: Planungssicherheit trifft auf neue Kosten

Der Pass bietet Immobilieneigentümern langfristige Planungssicherheit. Ein klarer Sanierungspfad kann den Wert der Immobilie steigern und sie für Käufer attraktiver machen. Zudem soll der Pass den Zugang zu Fördergeldern und Finanzierungen erleichtern.

Die Herausforderung sind die anfänglichen Kosten für die Erstellung durch einen zertifizierten Experten. Gleichzeitig wächst der Bedarf an qualifizierten Fachkräften – von Energieberatern bis zu Handwerkern.

Impuls für die Bauwirtschaft: Nachfrage boomt

Die Vorgaben schaffen eine massive Nachfrage in der gesamten Bauwirtschaft. Gefragt sind nachhaltige Baumaterialien, effiziente Heizsysteme wie Wärmepumpen und digitale Gebäudetechnologie. Branchenverbände sehen darin eine Chance für Innovation und zukunftssichere Arbeitsplätze.

Ab 2025 dürfen zudem keine neuen, mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizkessel mehr öffentlich gefördert werden. Dieser Schritt erhöht den Druck zur Umstellung zusätzlich.

Was kommt jetzt? Die nationale Umsetzung läuft

Nach dem EU-Beschluss liegt der Fokus nun auf der nationalen Umsetzung. In Deutschland wird dies voraussichtlich durch eine Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfolgen. Ein zentraler Punkt wird die Ausgestaltung der Förderung sein. Sie soll die ambitionierten Ziele auch wirtschaftlich tragbar machen.

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