EU-Plastikpellets-Verordnung tritt in Kraft
01.01.2026 - 04:27:12Seit Jahresbeginn gelten in der EU strengere Vorschriften gegen den Verlust von Kunststoffpellets. Unternehmen müssen Risikomanagementpläne umsetzen, um die Umweltverschmutzung zu reduzieren.
Ab heute gelten in der EU verschärfte Regeln gegen die Verschmutzung durch Plastikpellets. Die neue Verordnung verpflichtet Unternehmen in der gesamten Lieferkette zu strengen Maßnahmen gegen den Verlust der winzigen Kunststoffkügelchen.
Sofortige Pflichten für die Industrie
Seit dieser Woche müssen alle Wirtschaftsakteure, die mehr als fünf Tonnen Plastikpellets pro Jahr handhaben, konkrete Schritte einleiten. Die Verordnung, die Ende Dezember 2025 in Kraft trat, betrifft die gesamte Wertschöpfungskette – von der Produktion über die Lagerung bis zum Transport.
Unternehmen sind nun gesetzlich verpflichtet, Risikomanagementpläne zu erstellen und präventive Maßnahmen umzusetzen. Dazu gehört der Einsatz von reiß- und schlagfesten Verpackungen. Bei einem Verschütten müssen die Pellets sofort eingedämmt und beseitigt werden, um ihre Verbreitung in der Umwelt zu verhindern.
Passend zum Thema Risikomanagement: Viele Firmen stehen jetzt vor der Herausforderung, rechtskonforme Gefährdungsbeurteilungen und Notfallpläne zu erstellen — und sind unsicher, welche Dokumentation Aufsichtsbehörden haben wollen. Ein kostenloser Download bietet praxiserprobte Vorlagen, Checklisten und eine Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung, mit der Sie Gefährdungsbeurteilungen erstellen, die Kontrollen bestehen und Bußgelder vermeiden. Jetzt GBU‑Vorlagen & Checklisten herunterladen
Branchenbeobachter stellen bereits einen operativen Wandel fest. Lieferanten integrieren die neuen Anforderungen zunehmend in ihre täglichen Abläufe und Dokumentationen, um jederzeit auditfähig zu sein.
Strengere Regeln für den Schiffsverkehr
Ein besonderer Fokus der Verordnung liegt auf dem maritimen Transport, der in der Vergangenheit als große Quelle für Pellet-Verluste galt. Die neuen Pflichten gelten nun auch für EU- und Nicht-EU-Reedereien, die Pellets innerhalb der Union transportieren.
Reedereien müssen zwar keine vollständigen Risikomanagementpläne vorlegen, unterliegen aber strengen Containment- und Säuberungspflichten. Umweltverbände wie das Rethink Plastic-Bündnis begrüßen diese Erweiterung grundsätzlich. Kritik gibt es jedoch an einer Übergangsfrist von drei Jahren für bestimmte maritime Durchsetzungsmechanismen.
Gestaffelte Zertifizierungspflicht
Die Einführung einer Drittparteien-Zertifizierung erfolgt gestaffelt:
* Große und mittlere Unternehmen (über 1.500 Tonnen/Jahr) müssen innerhalb von 24 bis 36 Monaten ein Konformitätszertifikat vorlegen.
* Kleine Unternehmen unterliegen vereinfachten Selbstverpflichtungen.
* Mikrounternehmen werden von übermäßigem Verwaltungsaufwand verschont.
Der unmittelbare Druck liegt auf transparenten Lieferketten und lückenlos dokumentierten Produktdaten. Markenhersteller fordern von ihren Zulieferern zunehmend „Right-First-Time“-Qualität, um Verzögerungen durch Nachbesserungen zu vermeiden.
Kampf gegen Mikroplastik
Die EU-Kommission schätzt, dass in der EU jährlich zwischen 52.000 und 184.000 Tonnen Plastikpellets in die Umwelt gelangen. Die Verordnung zielt darauf ab, diese Verluste um bis zu 74 Prozent zu reduzieren. Sie ist ein zentraler Baustein des EU-Aktionsplans „Zero Pollution“, der bis 2030 eine 30-prozentige Verringerung der Mikroplastik-Emissionen vorsieht.
Die Reaktionen aus der Wirtschaft sind gemischt. Während Umweltgruppen den längst überfälligen Schritt begrüßen, monieren Industrieverbände die zusätzlichen Verwaltungskosten. Praktische Herausforderungen bleiben, etwa die lückenlose Überwachung von Verlusten in komplexen globalen Logistiknetzwerken.
Nächste Schritte und Durchsetzung
Bis Dezember 2026 muss die EU-Kommission Schulungsmaterialien zur Unterstützung der Umsetzung entwickeln. Standardisierungsgremien werden zudem harmonisierte Standards zur Schätzung von Verlustmengen erarbeiten.
Für Handels- und Logistikverantwortliche hat die sofortige Umsetzung in diesem ersten Quartal 2026 höchste Priorität. Jeder Pellet-Transport muss nun mit der erforderlichen Dokumentation versehen sein, und Notfallpläne für Leckagen müssen bereitstehen. Verstöße gegen die neuen Pflichten können bereits jetzt zu erheblichen Reputationsschäden und Bußgeldern führen, sobald die Mitgliedstaaten mit der Durchsetzung beginnen.
PS: Für Handels- und Logistikverantwortliche, die mit Schüttgütern wie Pellets arbeiten, sind gezielte Schulungen und praxistaugliche Vorlagen jetzt besonders wichtig. Ein kostenloses Paket enthält anerkannte Gefährdungsbeurteilungen, Vorlagen für Notfall‑ und Reinigungspläne sowie praxisorientierte Checklisten, mit denen Sie Containment‑ und Säuberungspflichten schnell umsetzen und dokumentieren können. Gratis GBU‑Paket und Notfall‑Vorlagen sichern


