EU plant milliardenschwere Vergeltungszölle gegen USA
20.01.2026 - 15:24:12Die Europäische Union bereitet Vergeltungszölle im Wert von 93 Milliarden Euro gegen die USA vor. Damit droht ein umfassender transatlantischer Handelskrieg. Auslöser ist ein Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zum Kauf Grönlands.
Die Eskalation folgt auf Trumps Ankündigung vom vergangenen Wochenende. Er drohte acht europäischen Nationen mit Strafzöllen, sollte kein Deal zum amerikanischen Kauf Grönlands zustande kommen. Als Reaktion beruft die EU noch diese Woche einen Notgipfel der Staats- und Regierungschefs ein. Die geplanten US-Zölle könnten bereits am 1. Februar in Kraft treten und wichtige Verbündete wie Deutschland und Frankreich treffen.
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Das Ultimatum aus Washington
Der Handelsstreit eskalierte am Samstag. Über soziale Medien kündigte Trump an, 10 Prozent Zoll auf alle Importe aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Finnland zu erheben. Diese sollen am 1. Juni 2026 auf 25 Prozent steigen – und so lange gelten, bis die USA Grönland „vollständig und total“ erworben hätten.
Europäische Spitzenpolitiker verurteilten die Drohung umgehend. In einer gemeinsamen Erklärung warnten die acht betroffenen Staaten vor einer gefährlichen Eskalation. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa bekräftigten ihre Solidarität mit Dänemark. Das Land hat mehrfach klargestellt, dass das halbautonome Grönland nicht verkäuflich ist.
Der 93-Milliarden-Euro-Gegenangriff
Kern der europäischen Reaktion ist ein bereits vorbereiteter Vergeltungskatalog. Die Liste mit Zöllen auf US-Produkte im Wert von 93 Milliarden Euro wurde während eines früheren Handelsstreits erstellt und nach einem Waffenstillstand im Sommer 2025 auf Eis gelegt. Diese Aussetzung läuft am 6. Februar 2026 aus.
Auf der Liste stehen gezielt politisch sensitive amerikanische Produkte. Getroffen werden sollen unter anderem US-Whiskey und Bourbon, Boeing-Flugzeuge und Agrarprodukte wie Sojabohnen. Die Strategie zielt darauf ab, Schlüsselsektoren der US-Wirtschaft unter Druck zu setzen.
Die „Big Bazooka“-Option im Hintergrund
Einige europäische Hauptstädte drängen auf eine noch schärfere Antwort. Französische Beamte haben Berichten zufolge die Aktivierung des EU-Anti-Zwangs-Instruments (ACI) ins Spiel gebracht.
Das 2023 etablierte ACI erlaubt der EU weitreichende Gegenmaßnahmen bei wirtschaftlicher Erpressung. Mögliche Sanktionen reichen vom Ausschluss ausländischer Firmen vom EU-Binnenmarkt bis zu strengen Importkontrollen. Bisher gibt es jedoch keine Einigung unter den 27 Mitgliedstaaten für diesen extremen Schritt. Viele Diplomaten setzen zunächst auf Deeskalation.
Wirtschaftliche Folgen und nervöse Märkte
Die neuen Spannungen drohen, das fragile Handelsabkommen zwischen der EU und den USA aus dem Vorjahr zu zerreißen. Ökonomen warnen vor negativen Folgen für Geschäftsinvestitionen, Verbrauchervertrauen und die Stabilität der Finanzmärkte. Die Unsicherheit kommt zu einer ohnehin angespannten Lage an den Aktienmärkten hinzu.
Der Internationale Währungsfonds hatte für 2026 bereits vor einem Anstieg der US-Inflation gewarnt. Ein Handelskonflikt mit Europa, einem der größten Handelspartner Amerikas, würde diesen Druck verstärken. Die Entwicklung stellt auch die Europäische Zentralbank vor eine schwere Bewährungsprobe.
Ein kritisches Zeitfenster
Die kommenden Wochen sind entscheidend. Der EU-Sondergipfel, der bereits am Donnerstag stattfinden könnte, wird die gemeinsame Strategie des Blocks festlegen. Alle Blicke richten sich auf die Frist zum 1. Februar. Sollten die USA ihre Zölle tatsächlich einführen, wird Brüssel höchstwahrscheinlich sein 93-Milliarden-Paket nach dem 6. Februar aktivieren.
Diplomatische Kanäle bleiben zwar offen, doch die verhärteten Positionen lassen einen schwierigen Weg zur Deeskalation erwarten. Der Streit hat sich von typischen Handelsdifferenzen zu einem politisch aufgeladenen Konflikt um Souveränität und internationale Normen entwickelt. Das Ergebnis wird nicht nur die Zukunft des transatlantischen Handels prägen, sondern auch den Zusammenhalt der Europäischen Union auf eine harte Probe stellen.
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