EU-Klimaziel 2040 spaltet Wirtschaft und Politik
19.01.2026 - 19:41:11Die EU peilt eine Reduktion der Treibhausgase um 90 Prozent bis 2040 an. Wirtschaftsverbände schlagen Alarm und warnen vor einer Deindustrialisierung Europas. Sie fürchten um die internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Die Europäische Kommission hat ihren Vorschlag für das Zwischenziel auf dem Weg zur Klimaneutralität 2050 vorgelegt. Nach dem bereits beschlossenen Ziel von minus 55 Prozent bis 2030 soll nun der Kurs für die kommenden Jahrzehnte festgelegt werden. Im November 2025 einigten sich die EU-Staaten im Grundsatz auf die 90-Prozent-Marke.
Wettbewerbsfähigkeit als größte Sorge
Aus der Wirtschaft kommt deutlicher Widerstand. Verbände in Deutschland und Österreich kritisieren die Pläne als realitätsfern. Die zentrale Angst: Energieintensive Unternehmen könnten ihre Produktion in Regionen mit laxeren Klimaregeln verlagern. Dieses Phänomen ist als „Carbon Leakage“ bekannt.
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Berichten zufolge verlagern bereits rund 70 Prozent der energieintensiven deutschen Unternehmen Investitionen ins Ausland. Die Industriellenvereinigung (IV) Österreich bemängelt, es fehle nicht an Ehrgeiz, sondern an einer umsetzbaren Industriepolitik.
Studie sieht Ziel in weiter Ferne
Eine von DIHK und VKU vorgestellte Studie kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Das Erreichen des 90-Prozent-Ziels bis 2040 sei „sehr unwahrscheinlich“. Schon das 2030-Ziel sei schwer zu erreichen. Ein Verfehlen würde die Belastungen für Unternehmen und Haushalte im nächsten Jahrzehnt massiv erhöhen.
Der Wirtschaftsrat der CDU warnt bereits vor einer spürbaren Deindustrialisierung mit Tausenden verlorenen Arbeitsplätzen monatlich. Als Hauptgrund nennt er die zu hohen Energiepreise.
Ruf nach Technologie statt starrer Vorgaben
Angesichts der Bedenken fordern Wirtschaftsvertreter einen Kurswechsel. Statt starrer Zielvorgaben plädieren sie für mehr Flexibilität und eine massive Förderung von Schlüsseltechnologien.
- CCS: Abscheidung und Speicherung von CO2
- Wasserstoff: Schneller Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur
Kritiker bemängeln zudem, der Kommissionsvorschlag wirke nur auf dem Papier ambitioniert. Durch „buchhalterische Tricks“ wie die Anrechnung internationaler Klimaprojekte könnte das reale Reduktionsziel deutlich niedriger ausfallen.
Globale Politik erhöht den Druck
Die Debatte spiegelt den Grundkonflikt zwischen ökologischer Notwendigkeit und ökonomischer Realität. Die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus und eine mögliche Abkehr der USA von ambitionierter Klimapolitik verschärft den Wettbewerbsdruck auf Europa zusätzlich.
Die Herausforderung für die nächste EU-Kommission ist gewaltig: Sie muss einen Weg finden, der den Klimaschutz vorantreibt, ohne die industrielle Basis zu gefährden. Die konkreten Auswirkungen auf Schlüsselindustrien wie Stahl, Chemie und Zement werden die Debatte in den kommenden Monaten weiter anheizen.
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