EU geht gegen KI-Modell Grok von X vor
29.01.2026 - 18:25:12Die EU-Kommission leitet ein formelles Verfahren gegen die Plattform X ein. Grund sind mögliche Verstöße gegen das Digitale-Dienste-Gesetz durch das KI-System Grok. Dieser Schritt markiert eine neue Eskalationsstufe und gilt als Präzedenzfall für die künftige KI-Regulierung.
Im Zentrum der Ermittlungen steht der Vorwurf, dass das konzerneigene KI-Modell Grok systemische Risiken schafft und die Verbreitung von Desinformation verstärkt. Die Kommission wirft X vor, diese Gefahren nicht angemessen bewertet und eingedämmt zu haben. Besonders kritisch sieht Brüssel die Kombination aus Groks Fähigkeit, täuschend echte Falschinformationen zu generieren, und den Empfehlungsalgorithmen der Plattform. Diese könnten schädliche Inhalte aktiv boosten, um die Nutzerbindung zu maximieren.
Chronologie einer eskalierenden Auseinandersetzung
Das Vertrauensverhältnis zwischen Brüssel und X ist seit Jahren angespannt. Bereits seit Dezember 2023 läuft eine Untersuchung wegen mangelnder Bekämpfung illegaler Inhalte. Die jetzige Ausweitung des Verfahrens fokussiert sich explizit auf die durch KI geschaffenen Gefahren. Ein Auslöser: X habe auf ein Auskunftsersuchen der Kommission vom September 2025 nur unzureichend reagiert.
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Die EU zeigt damit zunehmend Entschlossenheit. Erst im Dezember 2025 verhängte sie eine Strafe von 120 Millionen Euro gegen X, unter anderem wegen irreführender Verifizierungspraktiken. Die aktuelle Eskalation stellt eine weitere Verschärfung dar und umfasst nun auch die Rolle von Grok bei der Erstellung problematischer Inhalte – von Falschnachrichten bis zu KI-generierten Bildern.
Ein Testfall für zwei mächtige EU-Gesetze
Rechtlich stützt sich das Verfahren auf das Digitale-Dienste-Gesetz (DSA), das große Plattformen zur proaktiven Bekämpfung systemischer Risiken verpflichtet. Gleichzeitig wirft es ein Schlaglicht auf die bevorstehende KI-Verordnung.
Experten sehen den Fall als entscheidenden Test. Er wird zeigen, wie die Kommission die Überschneidungen beider Gesetze in der Praxis handhabt. Grok könnte als „System mit allgemeinem Verwendungszweck und systemischem Risiko“ eingestuft werden – was besondere Transparenz- und Sorgfaltspflichten nach sich ziehen würde.
Ein Weckruf für die gesamte Tech-Branche
Die Entscheidung, ein KI-Modell direkt ins Visier zu nehmen, sendet ein klares Signal an die gesamte Industrie. Die Zeiten, in denen sich Entwickler hinter der „technologischen Neutralität“ verstecken konnten, scheinen vorbei. Die EU reguliert nicht nur die Verbreitungskanäle, sondern zunehmend auch die Quellen der Inhalte.
Branchenbeobachter erwarten, dass dieser Schritt Anbieter wie OpenAI, Google und Meta zwingen wird, ihre eigenen Risikobewertungen und Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen. Der Fall macht deutlich: Die Generierungsfähigkeit eines KI-Modells ist untrennbar mit der Verantwortung für die erzeugten Inhalte verbunden.
Was droht X und welche Folgen hat das Verfahren?
Sollte die Kommission Verstöße feststellen, drohen X empfindliche Strafen. Der DSA sieht Geldbußen von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor. Darüber hinaus könnte Brüssel tiefgreifende Änderungen an der Funktionsweise von Grok und den Plattform-Algorithmen anordnen.
Das Verfahren wird voraussichtlich mehrere Monate dauern. Unabhängig vom Ausgang definiert es bereits jetzt die Spielregeln für den Einsatz generativer KI im öffentlichen Raum neu. Es unterstreicht Europas Entschlossenheit, seine digitalen und demokratischen Werte auch gegen mächtige Tech-Konzerne durchzusetzen.
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