US-Handelsabkommen, Grönland-Zolldrohung

EU friert US-Handelsabkommen nach Grönland-Zolldrohung ein

22.01.2026 - 07:18:12

Das Europäische Parlament hat die Ratifizierung eines Zollabkommens mit den USA gestoppt. Dies ist eine Reaktion auf angedrohte US-Strafzölle im Konflikt um Grönland und dessen strategische Rohstoffe.

Das Europäische Parlament hat die Ratifizierung eines wichtigen Zollabkommens mit den USA gestoppt. Die einstimmige Entscheidung ist eine direkte Antwort auf die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle im Grönland-Konflikt. Damit verschärfen sich die transatlantischen Handelsbeziehungen dramatisch.

Eine rote Linie ist überschritten

Die EU sieht die Drohungen aus Washington als Bruch des im Sommer erzielten Abkommens. „Die Androhung von Strafzöllen überschreitet eine rote Linie“, erklärten führende Parlamentsvertreter nach der Abstimmung am Mittwoch. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte zuvor eine „geschlossene und angemessene“ Antwort angekündigt und die US-Pläne als Fehler zwischen Verbündeten bezeichnet.

Die USA wollen ab 1. Februar Zölle von 10 Prozent auf Importe aus mehreren EU-Ländern erheben, darunter Deutschland und Frankreich. Bis Juni könnten sie auf 25 Prozent steigen – falls keine Einigung im Streit um Grönland erzielt wird. Auslöser ist eine NATO-Erkundungsmission auf der Insel, die Washington als Untergrabung seiner strategischen Interessen in der Arktis wertet.

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Wirtschaftliche Folgen: Wer trägt die Kosten?

Die Zölle würden eine breite Palette europäischer Waren treffen, besonders aus der Auto-, Chemie- und Maschinenbauindustrie. Doch wer würde den wirtschaftlichen Schaden wirklich spüren?

Analysen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) legen nahe, dass die Last vor allem auf amerikanischer Seite läge. US-Unternehmen und Verbraucher müssten den Großteil der höheren Kosten tragen. Für die deutsche Produktion prognostiziert das IfW bei 10 Prozent Zoll einen minimalen Rückgang von nur 0,08 Prozent – ein kaum spürbarer Effekt.

Dennoch bereitet sich die EU auf Gegenmaßnahmen vor. Der Handelsausschuss des Parlaments berät nächste Woche über weitere Schritte. Im Raum steht der Einsatz eines neuen Instruments zum Schutz vor wirtschaftlichem Zwang. Experten raten zu einer harten Antwort, um die europäische Wirtschaftssouveränität zu wahren.

Grönland: Der strategische Schatz im Eis

Warum wird um die abgelegene Insel so erbittert gestritten? Der Konflikt rückt die immense geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung Grönlands ins Rampenlicht.

Die Insel beherbergt geschätzte 1,5 Millionen Tonnen Seltener Erden – unverzichtbar für Hochtechnologie und Verteidigungsindustrie. Der Klimawandel legt diese Vorkommen nicht nur frei, sondern öffnet auch neue Schifffahrtsrouten in der Arktis. Für die USA geht es darum, die Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen bei kritischen Rohstoffen zu verringern.

Doch ein großflächiger Abbau ist kurzfristig unrealistisch. Die nötige Infrastruktur fehlt, die Wirtschaft Grönlands hängt noch am Fischfang und dänischen Subventionen. Dänemark und die grönländische Regierung lehnen einen Verkauf entschieden ab.

Nächste Schritte: Warten auf Washington

Die Lage bleibt angespannt, trotz vager Entspannungssignale. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sprach Trump überraschend von einem „Rahmenabkommen“ und wollte die Zölle vorerst nicht verhängen. Doch die Details dieser Übereinkunft sind unklar.

Die EU wartet auf konkrete Schritte aus Washington. Mit dem Einfrieren des Handelsabkommens sendet Brüssel ein klares Signal: Man lässt sich nicht erpressen. Beobachter sehen die transatlantischen Beziehungen an einem Scheideweg. Ein EU-Sondergipfel an diesem Donnerstag soll die weitere Strategie koordinieren.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob eine diplomatische Lösung gelingt – oder ob sich die beiden größten Wirtschaftsblöcke der Welt auf einen langen, schädlichen Handelskonflikt zubewegen. Ein Konflikt, der weit über Grönland hinausreicht.

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