EU-Förderung, Letzte

EU-Förderung: Letzte Chance für Roboter-Kollaboration in der Industrie

01.02.2026 - 04:44:12

Die Europäische Union stellt über Horizon Europe erhebliche Mittel für kollaborative Robotik bereit. Mehrere Antragsfristen für KMU enden in den kommenden Wochen.

Die Uhr tickt für Europas Mittelstand: Nur noch wenige Wochen bleiben, um Fördermillionen für die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter zu sichern. Die EU treibt mit dem Horizon Europe-Programm die nächste Automatisierungswelle voran – und stellt dafür erhebliche Summen bereit.

Wettlauf gegen die Förderfristen

Mehrere zentrale Ausschreibungen laufen in Kürze aus. Sie sind Teil einer milliardenschweren Offensive, mit der die EU ihre industrielle Wettbewerbsfähigkeit stärken will. Der Fokus liegt auf intelligenten, sicheren und benutzerfreundlichen Robotersystemen, die direkt mit menschlichen Arbeitskräften interagieren. Branchenverbände appellieren nun an förderberechtigte kleine und mittlere Unternehmen (KMU), ihre Anträge schnellstmöglich fertigzustellen.

Die Europäische Kommission sieht in der Mensch-Roboter-Interaktion (HRI) einen strategischen Schlüssel, um die industrielle Führungsposition zu halten. Gefördert werden Projekte, die nicht nur Produktivität steigern, sondern auch die Arbeitssicherheit und die Qualität der Jobs verbessern. Ein humanzentrierter Ansatz steht im Vordergrund.

Diese Förderungen stehen im Fokus

Ein Schwerpunkt liegt auf einem Horizon Europe-Aufruf für die Fertigungsindustrie. Mit einem beträchtlichen Budget sollen damit fortgeschrittene Fähigkeiten in Bereichen wie Hochgeschwindigkeits-Montage und anspruchsvoller Mensch-Roboter-Kollaboration entwickelt werden. Next-Generation-KI soll dabei helfen, modulare, branchenunabhängige Lösungen zu schaffen.

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Bereits Ende Januar 2026 schloss die Bewerbungsphase für den FORTIS Open Call. Dieser richtete sich speziell an Projekte, die Effizienz und Sicherheit durch bessere Teamarbeit zwischen Mensch und Maschine erhöhen. Bis zu 250.000 Euro pro Vorhaben waren für KMU, mittelgroße Unternehmen und Forschungseinrichtungen vorgesehen. Thematisch ging es um Technologien wie die Erkennung menschlicher Aktivitäten oder multimodale Roboterwahrnehmung.

Besonders dringend ist die Lage bei einer weiteren Horizon Europe-Ausschreibung: Bis zum 17. Februar 2026 können noch Anträge für innovative robotergestützte Lösungen im Bausektor eingereicht werden. Aus einem Budget von 15 Millionen Euro werden drei Projekte finanziert, die Prototypen mit messbaren Fortschritten bei Geschwindigkeit, Präzision und Ressourceneffizienz vorweisen müssen.

Strategie hinter der humanzentrierten Automatisierung

Der massive EU-Push für HRI ist eine direkte Antwort auf den globalen Wettbewerbsdruck. Es geht darum, über die traditionelle Automation hinauszuwachsen, bei der Roboter isoliert arbeiten. Die Zukunft gehört kollaborativen Robotern (Cobots), die Seite an Seite mit Menschen arbeiten, deren Fähigkeiten erweitern und sie von anstrengenden oder monotonen Aufgaben entlasten.

Dieser Ansatz ist Kern des „Industrie 5.0“-Konzepts, das das Wohlergehen der Beschäftigten gleichberechtigt neben Effizienzziele stellt. Die EU will sicherstellen, dass der digitale Wandel die Belegschaft stärkt. Besonders gefördert werden daher Projekte mit „Human-in-the-loop“-Mechanismen, bei denen KI-Systeme mit menschlichen Operatoren zusammenarbeiten, um Entscheidungen und Anpassungsfähigkeit zu verbessern.

Hinter den Initiativen steht eine breitere Strategie, die den kommerziellen Einsatz von KI-gesteuerter Robotik beschleunigen soll – unterstützt durch Partnerschaften wie die AI, Data, and Robotics Partnership (ADRA). Die Lücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung soll geschlossen werden.

So gelingt der Förderantrag

Antragsberechtigt sind in der Regel Unternehmen mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat oder einem assoziierten Land. Die KMU-Definition der EU gilt: weniger als 250 Mitarbeiter und ein Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder eine Bilanzsumme von maximal 43 Millionen Euro.

Erfolgreiche Anträge müssen eine klare Geschäftsidee, ein signifikantes Innovationspotenzial und eine robuste Strategie für die Nutzung der Projektergebnisse vorweisen. Kooperation ist oft der Schlüssel: Viele Ausschreibungen fördern Konsortien, die Technologieentwickler, Anwender und Forschungseinrichtungen zusammenbringen, um komplexe industrielle Herausforderungen zu lösen. Ressourcen wie die KI-on-Demand-Plattform der EU können für die Zusammenarbeit genutzt werden.

Ausblick: Eine langfristige Investition

Die aktuellen Fristen sind nur ein Teil einer langfristigen, milliardenschweren Investition der EU. Für 2026 sind im Cluster 4 von Horizon Europe („Digital, Industry and Space“) allein über 570 Millionen Euro vorgesehen.

Die übergeordnete „GenAI4EU“-Initiative zielt darauf ab, generative KI in Europas Schlüsselsektoren voranzubringen, finanziert durch Horizon Europe und das Digital Europe Programme. Die Verschmelzung von KI und Robotik bleibt ein Schwerpunkt der EU-Forschungsförderung.

Für den industriellen Mittelstand ist die Botschaft eindeutig: Das Zeitfenster, um Fördermittel für die Mensch-Roboter-Zusammenarbeit zu sichern, ist jetzt offen. Wer teilnimmt, kann sich nicht nur einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, sondern auch aktiv die Zukunft der europäischen Industrie mitgestalten – produktiver, nachhaltiger und menschenzentriert.

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