EU erwägt Exportzölle auf Aluminiumschrott
19.01.2026 - 19:54:12Die Europäische Union prüft drastische Handelsbeschränkungen für Aluminiumschrott. Grund sind Rekordexporte, die die heimische Industrie in Bedrängnis bringen und die Klimaziele gefährden.
Brüssel, 19. Januar 2026 – Ein massiver Abfluss von wertvollem Recyclingmaterial zwingt die EU zum Handeln. Die Europäische Kommission erwägt erstmals Exportzölle oder -kontrollen für Aluminiumschrott, um die Versorgung der eigenen Industrie zu sichern. Eine öffentliche Konsultation dazu läuft noch bis Ende Januar. Dieser Schritt markiert eine Kehrtwende in der Handelspolitik: Statt Importe zu regulieren, will Brüssel jetzt kritische Sekundärrohstoffe im Binnenmarkt halten.
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Die Daten sind eindeutig und besorgniserregend. Die Exporte von Aluminiumschrott in Drittländer erreichten 2024 mit 1,2 Millionen Tonnen einen Rekord – ein Plus von 66 Prozent binnen zehn Jahren. Dieser Trend setzte sich 2025 fort. Die Folge: Auf dem europäischen Markt wird der Rohstoff knapp.
Gleichzeitig explodieren die Preise. Seit 2019 stieg der Tonnenpreis um fast 80 Prozent. Aktuell kostet Schrott fast so viel wie frisch produziertes Primäraluminium. Für europäische Hütten und Recycler wird die Verarbeitung damit zunehmend unrentabel. Die heimische Produktion kann nur etwa die Hälfte des EU-Bedarfs decken, wobei Recycling fast die Hälfte dazu beiträgt. Droht dieser Kreislauf zu kollabieren?
Globale Jagd nach dem grünen Rohstoff
Warum fließt so viel Schrott ab? Die Gründe sind komplex. Ein Haupttreiber sind US-Zölle, die Primäraluminium stärker belasten als Schrott. Das lockt asiatische Käufer auf den europäischen Markt, wo sie den begehrten Rohstoff zu vergleichsweise günstigen Konditionen erwerben können. Zudem unterstützen einige Länder ihre Recyclingindustrie mit Subventionen, was ihnen höhere Einkaufspreise ermöglicht.
Für die EU ist die Sicherung des Schrotts jedoch strategisch essenziell. Die Wiederverwertung von Aluminium spart bis zu 95 Prozent Energie gegenüber der Neuproduktion. Sie ist damit ein Schlüssel für die Klimaneutralität von Schlüsselindustrien wie der Auto- oder Windkraftbranche. Der geplante Eingriff passt in die größeren Strategien „Green Deal“ und „strategische Autonomie“.
Industrie gespalten: Schutz vs. Marktfreiheit
Die Pläne spalten die Wirtschaft. Verbände wie European Aluminium begrüßen die Initiative. Sie warnen seit langem vor den Folgen: Geschwächte Recyclingbetriebe, gehemmte Investitionen und untergrabene Klimaziele. Bereits heute würden Anlagen wegen Rohstoffmangels mit reduzierter Kapazität laufen.
Dagegen stemmt sich die European Recycling Industries’ Confederation (EuRIC) entschieden gegen Exportbeschränkungen. Ihrer Ansicht nach sind die hohen Exporte ein Symptom schwacher Inlandsnachfrage und fehlender Verarbeitungskapazitäten in der EU. Statt Protektionismus fordert der Verband, die Nachfrage nach recyceltem Aluminium in Europa anzukurbeln. Restriktionen könnten der Branche schaden und Arbeitsplätze kosten.
Was kommt auf die Industrie zu?
Die laufende Konsultation ist erst der Anfang. Nach dem 31. Januar wird die Kommission die Stellungnahmen auswerten. Ein konkreter Gesetzesvorschlag wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. Denkbar sind neben Zöllen auch Lizenzsysteme oder verbindliche Recyclingquoten für neue Produkte.
EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič betonte bereits im November, man wolle Exporte nicht stoppen, sondern eine „ausgewogene“ Lösung finden. Es geht um den Spagat zwischen freiem Handel und der Sicherung heimischer Schlüsselindustrien. Die Entscheidung wird zeigen, wie ernst es der EU mit ihrer „strategischen Autonomie“ wirklich ist.
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