USA, Haltung

EU droht USA mit 93-Milliarden-Zöllen

20.01.2026 - 16:23:12

Österreich drängt die EU zu einer geschlossenen, aber verhandlungsbereiten Haltung gegenüber US-Zolldrohungen. Ein Gegenpaket über 93 Milliarden Euro liegt auf dem Tisch, während Wien die Risiken für seine Wirtschaft betont.

Österreich drängt im transatlantischen Handelsstreit auf eine geschlossene, aber besonnene Antwort der Europäischen Union. Das Land positionierte sich beim heutigen Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel klar: Die Union muss Entschlossenheit zeigen, gleichzeitig aber die Tür für Verhandlungen offenhalten. Im Raum steht ein massives EU-Gegenpaket, das US-Waren im Wert von bis zu 93 Milliarden Euro mit Zöllen belegen könnte.

Brüssel unter Druck

Die Atmosphäre beim ECOFIN-Rat war angespannt. Auslöser ist die jüngste Drohung Washingtons, ab Anfang Februar gestaffelte Zölle von bis zu 25 Prozent auf europäische Importe zu erheben. Diese Ankündigung hat in Brüssel hektische Betriebsamkeit ausgelöst.

Zur Debatte steht die Aktivierung eines bereits 2025 vorbereiteten Vergeltungspakets. Einige Mitgliedstaaten drängen auf eine harte Haltung. Sogar der Einsatz des sogenannten Anti-Coercion Instruments (ACI) wird diskutiert – die „Handels-Bazooka“ der EU. Dieses Instrument könnte neben Zöllen auch den Ausschluss US-amerikanischer Firmen von öffentlichen Aufträgen bedeuten.

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Doch die Sorge vor einer unkontrollierbaren Eskalation bremst die Forderungen nach sofortiger Vergeltung. Ein Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs wurde bereits einberufen, um die finale Strategie abzustimmen.

Österreichs Balanceakt

Österreich verfolgt eine klare, zweigleisige Strategie. Einerseits betont die Regierung die absolute Notwendigkeit eines geeinten europäischen Auftretens. Nur eine geschlossene EU könne Verhandlungen auf Augenhöhe führen.

Andererseits liegt der Fokus auf Deeskalation. Ein ausgewachsener Handelskrank könnte die heimische Wirtschaft verheerend treffen. Die USA sind einer der wichtigsten Handelspartner Österreichs außerhalb der EU.

Daher unterstützt Wien die Vorbereitung von Gegenmaßnahmen als Druckmittel, mahnt aber zur Besonnenheit. Das primäre Ziel bleibt eine Verhandlungslösung. Kann die EU diese schwierige Balance halten?

Heimische Wirtschaft im Visier

Die potenziellen Auswirkungen auf Österreich sind signifikant. Besonders betroffen wären:
* Die Metallindustrie
* Der Maschinenbau
* Die Fahrzeugindustrie

Analysen des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) kommen zu alarmierenden Zahlen: Strafzölle in Höhe von 50 Prozent könnten das österreichische Bruttoinlandsprodukt um rund 0,68 Prozent senken. Das läge leicht über dem EU-Durchschnitt.

Konkret würde dies einen Exportrückgang in die USA um fast 30 Prozent bedeuten. Experten warnen vor Produktionsrückgängen und dem möglichen Verlust von bis zu 15.000 Arbeitsplätzen. Diese Zahlen erklären, warum Österreich in Brüssel auf eine Lösung drängt, die die Kernbranchen schützt.

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Der Countdown für das mögliche Inkrafttreten der EU-Gegenzölle Anfang Februar läuft. Beobachter erwarten nun intensive diplomatische Bemühungen hinter den Kulissen.

Für Österreichs exportabhängige Wirtschaft hängt viel vom Ausgang dieses Streits ab. Ob die transatlantischen Partner zur Vernunft finden oder sich in einer schädlichen Zollspirale verfangen, wird die wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Die Hoffnung in Brüssel und Wien bleibt, dass der Dialog über die Konfrontation siegt.

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