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EU Data Act: Smartphone-Nutzer erhalten neue Rechte

01.01.2026 - 07:10:11

Der EU Data Act verschafft Verbrauchern ab sofort Zugriff auf Gerätedaten und erleichtert die Weitergabe an unabhängige Reparaturdienste, was den Wettbewerb beleben soll.

Ab sofort können Smartphone-Besitzer ihre Gerätedaten einfordern. Der EU Data Act entfaltet 2026 seine volle Wirkung und verschiebt die Machtverhältnisse zwischen Herstellern und Verbrauchern. Das Gesetz gibt Nutzern verbriefte Rechte auf Zugriff und Weitergabe der Daten, die ihre Geräte erzeugen.

Sensordaten werden zum Verbraucherrecht

Die spürbarste Neuerung ist das Recht auf direkten Zugriff. Nutzer können jetzt die Rohdaten ihrer Smartphones verlangen – von detaillierten Batterieprotokollen bis hin zu Aufzeichnungen der Bewegungssensoren. Diese Informationen lagen bisher oft exklusiv bei den Herstellern.

Für Verbraucher wird das vor allem bei Gewährleistungsstreits zum Vorteil. Zeigt ein Akku einen übermäßigen Verschleiß, lassen sich die Nutzungsdaten nun als Beweismittel nutzen. Wichtig ist die Abgrenzung: Der Data Act betrifft nur maschinengenerierte Daten. Persönliche Fotos, Videos oder Nachrichten bleiben geschützt.

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Unabhängige Werkstätten erhalten Chancengleichheit

Ein weiterer großer Schritt ist die verpflichtende Datenweitergabe an Dritte. Hersteller müssen auf Wunsch des Nutzers Diagnoseinformationen auch an unabhängige Reparaturdienstleister weitergeben. Bislang nutzten viele Konzerne ihr Datenmonopol, um solche Werkstätten auszubremsen.

Für den Reparaturmarkt in Österreich und der gesamten EU bedeutet das fairen Wettbewerb. Unabhängige Techniker erhalten Zugriff auf dieselben Fehlerprotokolle wie autorisierte Service-Partner. Marktbeobachter erwarten eine Belebung des Sektors und möglicherweise sinkende Servicepreise.

Der Weg zur gebührenfreien Cloud

Der Wechsel zwischen Cloud-Diensten wird schrittweise erleichtert. Noch bis Januar 2027 dürfen Anbieter Entgelte verlangen, diese sind aber strikt auf die tatsächlichen Kosten begrenzt. Erst danach fallen die Wechselgebühren komplett weg.

Der Wettbewerbsdruck wirkt jedoch bereits jetzt. Viele Anbieter verzichten freiwillig auf Gebühren, um neue Kunden zu gewinnen. Für Nutzer, die ihren Speicheranbieter wechseln wollen, lohnt sich also schon heute ein genauer Blick auf die Konditionen.

Die nächste Hürde für die Industrie

Während Verbraucher ihre Rechte schon nutzen können, steht den Herstellern die nächste große Aufgabe bevor. Ab September 2026 gilt die Pflicht zum “Access by Design”. Neue vernetzte Produkte müssen dann so konstruiert sein, dass Daten standardmäßig und direkt für den Nutzer zugänglich sind.

Viele Hersteller implementieren diese Schnittstellen bereits jetzt vorab. Juristen rechnen im Laufe des Jahres mit den ersten Rechtsstreits. Es wird darum gehen, wo die Grenze zwischen notwendiger Transparenz und dem Schutz legitimer Geschäftsgeheimnisse verläuft. 2026 wird zur Bewährungsprobe für die neue europäische Datenökonomie.

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