EU-Customs-Data-Hub startet Pilotphase für Zollunion 2.0
02.01.2026 - 04:13:12Die EU-Kommission hat die Testphase für den neuen EU Customs Data Hub gestartet, den Kern der größten Zollreform seit 1968. Das System soll künftig Millionen von E-Commerce-Transaktionen verwalten.
Die EU-Kommission hat heute die Pilotphase für den neuen EU Customs Data Hub (EUCDH) gestartet. Es ist der wichtigste Schritt zur größten Zollreform seit 1968 und soll die IT-Systeme der 27 Mitgliedstaaten vereinheitlichen.
Die beschleunigte Einführung folgt einer „Frontloading“-Strategie, die die Kommission Anfang 2025 vorgeschlagen hatte. Eigentlich war der Start für den E-Commerce erst 2028 geplant. Doch der explosive Anstieg von Kleinsendungen und der Druck, Betrug besser zu bekämpfen, erzwangen ein schnelleres Tempo. Ein Fortschrittsbericht des Rates der EU sah den „ersten operationellen Start“ für Anfang 2026 vor – genau jetzt.
Testlauf für das digitale Herzstück
In der aktuellen Phase wird vor allem die technische Architektur des Data Hubs geprüft. Er soll einmal die zentrale Schaltstelle für alle Zollvorgänge werden. Getestet wird, ob die Plattform Datenströme von Vorreitern nahtlos integrieren und hohe Transaktionsvolumen bewältigen kann – eine Grundvoraussetzung für den späteren E-Commerce-Betrieb.
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Der Hub ist als zentrale Datenbank konzipiert, die den Zollbehörden eine 360-Grad-Sicht auf Lieferketten ermöglicht. Der Pilot baut auf einer Marktumfrage von September 2025 auf, die die Bereitschaft von IT-Dienstleistern prüfte. Jetzt wird evaluiert:
* Daten-Interoperabilität: Kann der Hub Daten aus verschiedenen nationalen Systemen und Handelsplattformen verarbeiten?
* Skalierbarkeit: Hält die Infrastruktur den täglich erwarteten Millionen von Deklarationen stand?
* KI-Integration: Erste Tests von KI-Tools für das Risikomanagement, die künftig Einzeltransaktionsprüfungen ersetzen sollen.
Parallel dazu läuft die Einrichtung der neuen EU-Zollbehörde (EUCA), die den Data Hub später betreiben und die Risikoanalysen steuern wird. Der Standortwettbewerb für die Behörde begann im Oktober 2025.
Vom „Trust & Check“-Modell bis zur Plattform-Haftung
Ein Kern der Reform ist der Paradigmenwechsel weg von einzelnen Deklarationen hin zu einem datengesteuerten Ansatz. Die Pilotphase soll den Weg für das neue „Trust & Check“-Programm ebnen, das den Status des „zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten“ (AEO) ablösen wird. Transparente Unternehmen, die Echtzeitdaten bereitstellen, sollen künftig von zollseitigen Vereinfachungen profitieren.
Besonders relevant ist der Test für Online-Marktplätze. Denn mit dem Wegfall der Steuerfreigrenze von 150 Euro für Kleinsendungen – eine seit November 2025 diskutierte Maßnahme – muss der Data Hub in der Lage sein, für jedes einzelne Paket die fälligen Abgaben zu berechnen. Die Pilotphase ermöglicht es Plattformen und Behörden, diese Massentransaktionen vor dem verbindlichen Start zu simulieren.
Was die beschleunigte Timeline für die Wirtschaft bedeutet
Für Unternehmen signalisiert der Start der Pilotphase, dass der Übergang in eine zentralisierte EU-Zollwelt aktiv beginnt. Rechtsberater von Kanzleien wie Hogan Lovells und Wirtschaftsprüfern wie PwC warnten 2025 bereits, dass die beschleunigte Timeline eine frühere Digitalisierung der Lieferketten-Daten erfordert.
Der Zeitplan bleibt ambitioniert:
* 2026-2027: Fortgesetzte Tests und technischer Ausbau des Data Hubs.
* 2028: Der Hub geht offiziell für E-Commerce-Sendungen live. Die EU-Zollbehörde wird voll operativ.
* 2032: Das System steht allen anderen Importeuren freiwillig zur Verfügung.
* 2038: Die Nutzung des Data Hubs wird für alle Händler verpflichtend. Nationale Zoll-IT-Systeme werden abgeschaltet.
Handelsexperten betonen, dass der Erfolg der Pilotphase entscheidend für die Einhaltung der Deadline 2028 ist. Technische Engpässe müssen jetzt erkannt und behoben werden, bevor der riesige Datenstrom des E-Commerce einsetzt. Die Zukunft des europäischen Handels hängt an einem robusten digitalen Motor. Der Testlauf ist nun gestartet.
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