KI-Gigafabriken, Bau

EU beschließt milliardenschwere KI-Gigafabriken

19.01.2026 - 13:23:12

Die EU startet mit einem 200-Milliarden-Euro-Plan den Bau eigener Superrechenzentren, um unabhängig von ausländischer KI-Infrastruktur zu werden. Die ersten Anlagen sollen bis 2028 betriebsbereit sein.

Die EU ebnet den Weg für eigene Superrechenzentren, um im globalen Wettlauf um Künstliche Intelligenz unabhängig zu werden. Der Ministerrat verabschiedete heute in Brüssel ein umfassendes Regelwerk für den Bau sogenannter KI-Gigafabriken. Diese sollen Europa mit der nötigen Rechenpower versorgen, um eigenständig Spitzen-KI zu entwickeln.

Ein Infrastruktur-Boost für Europas digitale Souveränität

Hinter dem Vorhaben steht die Überzeugung, dass Rechenleistung zur neuen geostrategischen Währung wird. Die Verordnung ändert das Mandat der gemeinsamen Initiative für Europäisches Hochleistungsrechnen (EuroHPC). Künftig darf diese nicht nur Supercomputer und Quantentechnologien, sondern auch industrielle KI-Rechenzentren fördern.

„Dies ist nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung, sondern eine Notwendigkeit für Europas Souveränität im digitalen Zeitalter“, sagte der zypriotische Forschungsminister Nicodemos Damianou. Die Gigafabriken sollen die Hardware bereitstellen, mit der Europa die nächste KI-Generation definieren kann – statt auf externe Anbieter angewiesen zu sein.

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Was eine KI-Gigafabrik leisten muss

Der Begriff, angelehnt an die Batterieindustrie, verrät den gewaltigen Maßstab. Jede Anlage soll über 100.000 spezielle KI-Chips verfügen können. Diese Exascale-Rechenleistung ist nötig, um KI-Modelle mit Billionen von Parametern zu trainieren.

Die Einrichtungen haben einen doppelten Zweck: Sie bieten einerseits europäischen Start-ups und Mittelständlern bezahlbare Rechenkapazität. Andererseits schaffen sie eine sichere Umgebung für strategische Branchen wie Gesundheitswesen, Verteidigung und Energie, um sensible KI-Anwendungen zu entwickeln. Alle Fabriken sollen zudem vernetzt werden, um ein paneuropäisches „Rechennetz“ zu bilden.

200 Milliarden Euro für die InvestAI-Strategie

Finanziert wird der Ausbau durch die „InvestAI“-Strategie. Insgesamt mobilisiert die EU 200 Milliarden Euro an öffentlichem und privatem Kapital für die gesamte KI-Ökosystem. Davon sind 20 Milliarden Euro explizit für Bau und Betrieb der Gigafabriken reserviert.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) unterstützt die Finanzierung bereits mit einem Memorandum of Understanding. Sie wird Konsortien beraten, um „bankfähige“ Projekte zu entwickeln und privates Kapital anzulocken. Das Geld fließt als Mix aus Direktzuschüssen, EIB-Darlehen und Eigenkapitalgarantien.

Der Weg zur operativen Rechenpower

Mit dem Rechtsrahmen in der Tasche beginnt nun die Umsetzung. Die EuroHPC-Initiative wird voraussichtlich im Februar 2026 die erste offizielle Ausschreibung für Gigafabrik-Projekte starten. Die Standortentscheidungen sollen bis Mitte des Jahres fallen.

Der Baubeginn der ersten Anlagen ist für Ende 2026 geplant. Betriebsbereit sollen sie bis 2028 sein. Diese Geschwindigkeit wird entscheidend sein. Die globale Nachfrage nach Rechenleistung übersteigt das Angebot bei weitem. Kann Europa hier nicht schnell genug liefern, bleibt es von Infrastruktur im Ausland abhängig.

Synergie mit der KI-Verordnung

Das Timing ist strategisch. Die EU-KI-Verordnung wird am 2. August 2026 vollständig anwendbar. Die Gigafabriken fungieren als „Zuckerbrot“ zu diesem regulatorischen „Peitschenhieb“.

Die Einrichtungen sind von vornherein auf Compliance ausgelegt. Geförderte Fabriken müssen strenge Energieeffizienzstandards im Einklang mit dem Green Deal einhalten. Zudem gelten Sicherheitsprotokolle, die den Anforderungen der KI-Verordnung für Hochrisiko-Systeme genügen.

Rechtsexperten betonen einen weiteren Vorteil: In diesen zertifizierten, kontrollierten Umgebungen trainierte KI-Modelle erhalten eine Vermutung der Konformität mit bestimmten infrastrukturellen Pflichten. Die Dokumentations- und Transparenzanforderungen der KI-Verordnung lassen sich hier leichter erfüllen.

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