EU beschließt Milliarden-Plan für eigene KI-Gigafabriken
22.01.2026 - 21:06:12Die EU will mit einem 40-Milliarden-Euro-Programm eigene Fabriken für KI-Hardware bauen. Das historische Projekt soll Europas Abhängigkeit von ausländischer Technologie beenden.
Der Ministerrat der Europäischen Union hat grünes Licht für ein milliardenschweres Programm zum Aufbau eines Netzes von KI-Gigafabriken gegeben. Die Entscheidung fiel diese Woche in Brüssel und markiert einen strategischen Kraftakt, um Europas Produktion von Hochleistungs-Hardware für Künstliche Intelligenz massiv auszubauen. Ziel ist es, die technologische Souveränität des Blocks zu stärken und im globalen KI-Wettlauf aufzuholen.
Ein 40-Milliarden-Euro-Pakt für Innovation
Das Herzstück der Initiative ist eine gewaltige Finanzspritze von insgesamt 40 Milliarden Euro. Die EU-Mitgliedstaaten steuern 15 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln bei. Diese Summe wird durch weitere 25 Milliarden Euro von einem Konsortium privater Partner aufgestockt. Mit dem Geld sollen zehn hochmoderne Fabriken entstehen, die Schlüsselkomponenten für KI-Systeme produzieren – von Hochleistungsprozessoren bis zu Spezialservern.
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Die Dimension der Investition unterstreicht die Dringlichkeit, mit der Europa zu Wettbewerbern aus den USA und Asien aufschließen will. Das Projekt übertrifft bei weitem andere jüngere EU-Initiativen, wie die 307,3 Millionen Euro für KI- und Robotikprojekte im Rahmen von Horizon Europe. Neben einer robusten, eigenen Lieferkette soll das Programm in der ersten Phase rund 18.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen.
Zehn Standorte und ein ehrgeiziges Ziel
Die zehn Fabriken werden strategisch über sieben Mitgliedstaaten verteilt, um ein dezentrales Produktionsnetz zu schaffen. Deutschland erhält drei Standorte in den etablierten Technologiezentren Dresden, München und Frankfurt. Frankreich wird zwei Fabriken bei Grenoble und Sophia Antipolis betreiben, die sich auf KI-Servermontage konzentrieren. Weitere Standorte entstehen in den Niederlanden, Schweden, Italien, Spanien und Irland.
Die EU hat sich ein klares Ziel gesetzt: Bis 2030 soll das eigene Netzwerk 20 Prozent der weltweiten Nachfrage nach KI-Hardware decken. Damit will der Block nicht nur den eigenen Bedarf sichern, sondern auch zum Exporteur von Spitzentechnologie werden. Der erste Spatenstich ist für das dritte Quartal 2026 geplant – ein ambitionierter Zeitplan, der den schnellen Übergang von der politischen Entscheidung zur Umsetzung demonstriert.
Antwort auf die Souveränitätsfrage
Die Gigafabriken sind eine direkte Antwort auf die wachsende Sorge um Europas digitale Abhängigkeit. Die Diskussionen beim jüngsten Weltwirtschaftsforum in Davos hatten den Druck, im KI-Bereich aufzuholen, deutlich gemacht. Die EU setzt nun mit physischer Infrastruktur auf, was sie bereits mit regulatorischer Führung in der KI-Ethik begonnen hat.
Besonders die europäischen Robotik- und Automatisierungsbranchen dürften profitieren. Ein stabiler, lokaler Nachschub an spezialisierten KI-Chips und Hardware soll Kosten senken, Lieferzeiten verkürzen und eine neue Innovationswelle antreiben – von der Fertigung bis zur chirurgischen Robotik. Der Sektor, der Teil eines globalen Marktes von über 100 Milliarden Dollar bis 2030 sein wird, erlebt bereits jetzt einen Venture-Capital-Boom, den die staatliche Unterstützung weiter befeuern dürfte.
Die großen Herausforderungen
Trotz des historischen Beschlusses stehen enorme Aufgaben bevor. Der Erfolg hängt von einem schnellen Baufortschritt, der Sicherung von Fachkräften und der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber etablierten globalen Playern ab. Jede Fabrik wird eine Fläche von etwa 200 Hektar beanspruchen – ein gewaltiges Bau- und Ingenieurvorhaben.
Die nächsten Schritte umfassen die Finalisierung der privaten Konsortien und die notwendigen staatlichen Genehmigungen für jeden Standort. Die EU-Kommission will die Prozesse eng mit den Mitgliedstaaten beschleunigen. Parallel müssen Ökosysteme mit Ausbildungsprogrammen und Forschungskooperationen entstehen.
Mit den KI-Gigafabriken unternimmt Europa den bislang konkretesten Versuch, seine technologische Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Es geht nicht nur um Fabrikhallen, sondern um das Fundament für eine souveräne und wettbewerbsfähige europäische Technologieindustrie.
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