ETS2, Studie

ETS2: Neue Studie sieht moderate Heizkosten ab 2027

22.01.2026 - 12:05:13

Der Start des EU-Emissionshandels für Gebäude und Verkehr 2027 führt laut Analyse zu beherrschbaren Mehrkosten. Klimabonus und EU-Sozialfonds können die Netto-Belastung deutlich abfedern.

Eine aktuelle wirtschaftspolitische Analyse gibt Entwarnung vor dem Start des europäischen Emissionshandels für Gebäude und Verkehr. Die finanzielle Mehrbelastung für Haushalte soll moderat ausfallen – wenn die geplanten Kompensationsmechanismen greifen.

Keine Kostenexplosion in Sicht

Ab dem 1. Januar 2027 müssen Brennstofflieferanten für Gas, Heizöl, Diesel und Benzin CO2-Zertifikate kaufen. Diese Kosten geben sie an die Verbraucher weiter. Während viele vor einem Preisschock warnten, zeichnet die neue Studie ein beruhigenderes Bild. Der Übergang vom nationalen zum europäischen System führt zwar zu höheren Preisen, bleibt für die meisten aber bewältigbar.

Entscheidend ist das Zusammenspiel mit Rückverteilungsinstrumenten wie dem Klimabonus und dem neuen EU-Klimasozialfonds. Diese können die Netto-Belastung deutlich dämpfen. Für einkommensschwache Haushalte könnte sogar eine Entlastung herausspringen.

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Warum die Preise stabil bleiben könnten

Extreme Preissprünge sollen mehrere Mechanismen verhindern:
* Eine Marktstabilitätsreserve dämpft zu schnelle Steigerungen.
* Österreich hat einen Vorsprung: Seit 2022 gilt hier bereits eine nationale CO2-Bepreisung. Der Übergang 2027 ist daher eine stufenweise Anpassung und kein Schock aus dem Nichts.

Dennoch wird Heizen mit fossilen Brennstoffen teurer. Das ist der gewollte Effekt, um den Umstieg auf Wärmepumpen oder Fernwärme zu beschleunigen. Die moderate Prognose gilt allerdings nur, wenn die Weltmarktpreise für Energie nicht parallel explodieren.

Der Schlüssel heißt Kompensation

Die Rückverteilung der Einnahmen ist der zentrale Hebel. Österreich profitiert hier vom bereits etablierten Klimabonus-System. Andere EU-Länder müssen solche Auszahlmechanismen erst mühsam aufbauen.

Ab 2027 kommt der EU-Klimasozialfonds hinzu. Aus diesem Topf fließen Österreich dreistellige Millionenbeträge zu. Das Geld soll gezielt vulnerable Gruppen unterstützen – also Haushalte mit geringem Einkommen in schlecht isolierten Gebäuden.

Die Treffsicherheit dieser Maßnahmen ist alles. Fließen die Gelder effizient zurück, bleibt der Kaufkraftverlust minimal. Für das unterste Einkommensdrittel könnten die Rückzahlungen die Mehrkosten sogar übersteigen.

Wo es weiterhin brenzlig bleibt

Trotz der Entwarnung gibt es kritische Punkte. Besonders im Mietwohnungs-Sektor bleibt die Lage angespannt. Hier tritt das „Mieter-Vermieter-Dilemma“ auf: Der Mieter zahlt die steigenden Heizkosten, kann aber nicht über eine Sanierung des Gebäudes entscheiden.

Ohne beschleunigte Sanierungen könnten die Kosten in unsanierten Altbauten gegen Ende des Jahrzehnts doch noch stark ansteigen. Die „moderate“ Belastung ist zudem ein Durchschnittswert. Ein Haushalt im Passivhaus spürt fast nichts, Bewohner eines ungedämmten Ölheizungs-Hauses deutlich mehr.

Was jetzt auf der Agenda steht

Bis zum Start 2027 bleibt knapp ein Jahr Zeit. Der politische Druck, das System grundsätzlich infrage zu stellen, dürfte nachlassen. Dafür rückt die Feinjustierung der Sozialmechanismen in den Fokus.

Das Klimaschutzministerium muss einen nationalen Klimasozialplan finalisieren. Dieser legt der EU-Kommission detailliert dar, wie die Gelder aus Brüssel verwendet werden, um Härtefälle abzufedern. Die Belastung durch den ETS2 ist real, aber steuerbar – vorausgesetzt, die Vorbereitungen laufen jetzt effizient.

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