Essstörungen: Frühwarnsignale erkennen und richtig handeln
16.01.2026 - 02:39:11Die Zahl stationärer Behandlungen wegen Essstörungen steigt, besonders bei jungen Mädchen. Freunde und Familie sind oft die ersten, die subtile Veränderungen bemerken. Ihr geschärftes Bewusstsein kann den Weg zur Hilfe entscheidend sein.
Ein drastisch veränderter Umgang mit Nahrung ist ein zentrales Warnsignal. Betroffene lassen Mahlzeiten aus, erfinden Ausreden oder entwickeln starre Rituale.
* Exzessives Kalorienzählen
* Vermeidung ganzer Lebensmittelgruppen
* Heimliches Verschwinden großer Nahrungsmengen (Hinweis auf Essanfälle)
Auch häufige Toilettengänge nach dem Essen können auf selbst herbeigeführtes Erbrechen hindeuten.
Psychische und soziale Veränderungen
Essstörungen sind Ausdruck tiefer liegender Probleme. Sie zeigen sich oft in Verhaltensänderungen:
Betroffene ziehen sich von Freunden zurück. Ihre Gedanken kreisen ständig um Essen, Gewicht und Figur. Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen treten auf.
Ein alarmierendes Kernmerkmal ist die verzerrte Körperwahrnehmung: Die Person fühlt sich zu dick, obwohl sie normal- oder untergewichtig ist. Dieser Mangel an Krankheitseinsicht macht es schwer, Hilfe anzunehmen.
Bei Essstörungen liefern Laborwerte oft entscheidende Hinweise – von Elektrolytstörungen bis zu Blutarmut. Wer weiß, welche Werte auf Mangelernährung oder gesundheitliche Komplikationen hindeuten, kann im Gespräch mit Ärztinnen und Ärzten gezielter Hilfe einfordern. Ein kostenloser 25-seitiger Report erklärt leicht verständlich die wichtigsten Blutwerte (z. B. Hämoglobin, Leukozyten, TSH), welche Abweichungen ernst zu nehmen sind und welche Spezialtests sinnvoll sein können. Jetzt kostenlosen Labor-Report anfordern
Körperliche Warnsignale erkennen
Neben Verhalten zeigen sich auch körperliche Anzeichen. Der rapide Gewichtsverlust ist bei Magersucht oft das sichtbarste Zeichen. Bei Bulimie kann das Gewicht dagegen normal schwanken – das erschwert die Erkennung.
Weitere mögliche Signale sind:
* Ständiges Frieren
* Haarausfall oder trockene Haut
* Ausbleiben der Menstruation
* Geschwollene Speicheldrüsen („Hamsterbacken“) oder Zahnschäden durch Erbrechen
Auch ein zwanghafter Bewegungsdrang kann ein Kontrollversuch sein.
Wie das Umfeld richtig reagiert
Verdächtigt man eine Essstörung, ist sensibles Handeln gefragt. Suchen Sie das Gespräch in ruhiger, nicht-wertender Atmosphäre. Schildern Sie Ihre Beobachtungen aus der Ich-Perspektive: „Ich mache mir Sorgen, weil…“.
Konzentrieren Sie sich nicht auf Gewicht oder Figur. Zeigen Sie stattdessen Verständnis und hören Sie zu. Betroffene leugnen ihr problem oft aus Scham. Es kann mehrere Gespräche brauchen, bis Hilfe angenommen wird.
Das Umfeld kann eine Brücke bauen, indem es über Beratungsstellen oder ärztliche Anlaufstellen informiert und zur Kontaktaufnahme ermutigt.
Prävention als gesellschaftliche Aufgabe
Die Vorbeugung ist eine komplexe Herausforderung. Schulprogramme können ein positives Körperbild und Medienkompetenz fördern. Entscheidend bleibt die öffentliche Sensibilisierung für die Frühwarnzeichen.
Denn je früher eine Essstörung erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Organisationen wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bieten umfassende Informationen und Beratung an.


