ESET warnt vor weltweit erster KI-gesteuerter Ransomware
04.01.2026 - 20:13:12Die erste identifizierte KI-gesteuerte Ransomware nutzt lokale LLMs für polymorphen Schadcode und bedroht Windows, Linux und macOS gleichermaßen.
Die Cybersecurity-Experten von ESET haben mit “PromptLock” die erste bekannte KI-gesteuerte Ransomware identifiziert – ein Alarmsignal für Unternehmen weltweit. Der im Dezember veröffentlichte Halbjahresbericht des europäischen Sicherheitsunternehmens dokumentiert den gefährlichen Sprung von KI-Malware vom theoretischen Risiko zur operativen Realität.
KI generiert Schadcode in Echtzeit
PromptLock funktioniert fundamental anders als herkömmliche Erpressungssoftware. Statt vorgefertigter Code-Signaturen nutzt die Malware ein lokal gehostetes Large Language Model (LLM), das über die Ollama-API angesprochen wird. Dieses KI-Modell generiert in Echtzeit individuelle Lua-Skripte, die Dateisysteme durchsuchen, wertvolle Daten identifizieren und Verschlüsselungsbefehle ausführen.
„Jede Ausführung erzeugt leicht variierenden Code“, erklärt ESET-Forscher Anton Cherepanov. „Dadurch erreicht PromptLock einen hohen Grad an Polymorphie – herkömmliche signaturbasierte Erkennung wird damit weitgehend wirkungslos.“ Zwar handle es sich aktuell noch um einen Proof-of-Concept, doch die Architektur zeige, wie stark die Einstiegshürde für hochentwickelte Cyberangriffe gesunken sei.
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Go-basierte Malware trifft alle Betriebssysteme
Besonders beunruhigend: PromptLock ist in der Programmiersprache Go geschrieben und kann damit Windows-, Linux- und macOS-Systeme gleichermaßen kompromittieren. Die lange verbreitete Annahme, Apple- und Linux-Systeme seien immun gegen Ransomware, wird damit endgültig widerlegt.
Um Sicherheitsalarme zu umgehen, tunnelt die Malware Anfragen an externe KI-Server, statt große Modelle lokal herunterzuladen. Zur Verschlüsselung nutzt sie den SPECK-128-Algorithmus. Ein kurioses Detail: Die analysierte Probe enthielt eine Bitcoin-Wallet-Adresse, die historisch mit Satoshi Nakamoto in Verbindung steht. Dies deutet auf einen akademischen oder experimentellen Ursprung hin – doch genau solche Konzepte werden im Cybercrime-Umfeld regelmäßig weaponisiert.
2026: Die Industrialisierung der KI-Angriffe droht
Bisher dominierte KI vor allem im Social Engineering, etwa bei Deepfake-Betrug oder automatisierten Phishing-Kampagnen. PromptLock markiert nun den Eintritt in die Ausführungsphase von Malware. Branchenbeobachter warnen vor einer möglichen Industrialisierung dieser Technik noch 2026.
„Ransomware-Gruppen könnten Malware einsetzen, die eigenständig den Wert von Daten auf kompromittierten Servern bewertet“, so die ESET-Analyse. „Entscheidungen über Verschlüsselung, Diebstahl oder Zerstörung würden dann ohne menschliches Zutun fallen.“ Parallel zu PromptLock identifizierten die Forscher verwandte Bedrohungen wie „PromptFlux“ und „PromptSteal“, die ähnliche KI-Techniken zur Persistenz oder Datenerfassung nutzen.
Unternehmen müssen Verteidigungsstrategien anpassen
Die Enthüllungen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt: Die Zahl der Ransomware-Opfer stieg 2025 bereits um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. KI-gesteuerte Angriffe verschärfen diese Lage dramatisch.
Security-Hersteller kontern mit Behavioral Analysis
Die Branche reagiert mit einer beschleunigten Integration von Verhaltensanalyse und eigenen defensiven KI-Modellen. Der Fokus verschiebt sich von der Frage, wie eine Datei aussieht, hin zu der Frage, was sie tut. Endpoint Detection and Response (EDR)-Systeme mit Verhaltensüberwachung werden zur Grundvoraussetzung.
Für Unternehmen ergeben sich drei zentrale Handlungsempfehlungen:
* Verhaltensbasierte Abwehr: Herkömmliche Antivirenlösungen erkennen KI-generierte Skripte oft nicht
* Netzwerksegmentierung: Eingeschränkter API-Zugriff und Überwachung ungewöhnlicher ausgehender Verbindungen
* Cross-Platform-Awareness: Gezielte Schutzmaßnahmen auch für Linux- und macOS-Systeme
Die Entdeckung von PromptLock unterstreicht die Dual-Use-Natur generativer KI: Dieselbe Technologie, die Produktivitätsrevolutionen verspricht, wird nun eingesetzt, um die digitalen Grundlagen moderner Unternehmen zu zerstören.
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