Ernährung, Organtransplantation

Ernährung nach Organtransplantation: So schützen sich Patienten

22.01.2026 - 00:34:12

Eine spezielle, keimarme Diät ist für Transplantierte essenziell, um Infektionen zu vermeiden und Nebenwirkungen der Immunsuppressiva zu kompensieren. Die Ernährungsberatung ist heute fester Therapiebestandteil.

Nach einer Organtransplantation entscheidet die richtige Ernährung mit über den langfristigen Erfolg. Eine spezielle, keimarme Kost soll Abstoßungen verhindern und Nebenwirkungen der lebenswichtigen Medikamente abfedern. Im Jahr 2025 erreichte die Zahl der Organspenden in Deutschland den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt – die Nachsorge gewinnt damit an Bedeutung.

Immunsuppressiva: Lebensrettend mit Nebenwirkungen

Transplantierte Patienten müssen lebenslang Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken. Diese Immunsuppressiva verhindern die Abstoßung des fremden Organs. Doch sie haben einen hohen Preis: Sie machen extrem anfällig für Infektionen und bringen den Stoffwechsel durcheinander.

Studien zeigen, dass etwa ein Drittel der Patienten nach einer Lebertransplantation adipös wird – selbst wenn sie vorher normalgewichtig waren. Diese medikamenteninduzierten Veränderungen erfordern eine gezielte Ernährungsstrategie.

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Keimarme Kost: Der Schutz vor Infektionen

In den ersten kritischen Monaten nach der OP steht die Vermeidung von Infektionen an oberster Stelle. Die Lösung heißt keimarme Ernährung. Dieses Konzept umfasst mehr als nur die Auswahl der Lebensmittel – es betrifft den gesamten Umgang damit, vom Einkauf bis zur Zubereitung.

Was ist tabu? Alle rohen und potenziell keimbelasteten Lebensmittel:
* Rohes Fleisch (Mett, Tartar)
* Roher Fisch (Sushi)
* Rohmilchprodukte
* Speisen mit rohen Eiern (Tiramisu, selbstgemachte Mayonnaise)

Auch Obst und Gemüse sollte in der Anfangsphase gründlich gewaschen, geschält oder gekocht verzehrt werden. Penible Küchenhygiene ist dabei unerlässlich.

Nährstoffe im Fokus: Nebenwirkungen abfedern

Parallel zur Keimvermeidung zielt die Spezialdiät darauf ab, den Stoffwechselnebenwirkungen entgegenzuwirken. Die Empfehlung lautet: ausgewogen, ballaststoffreich und vitaminreich, aber arm an Zucker, Salz und gesättigten Fetten.

Vollkornprodukte werden Weißmehl vorgezogen. Eine salzarme Kost hilft, den durch Medikamente wie Kortison oft erhöhten Blutdruck zu kontrollieren. Besondere Vorsicht gilt bei einigen Früchten: Grapefruits, Pampelmusen, Granatäpfel und Sternfrüchte können den Abbau der Immunsuppressiva hemmen und zu gefährlich hohen Wirkstoffspiegeln führen.

Ernährung als aktive Therapie

Die Ernährungsberatung ist heute ein fester Bestandteil der Langzeitnachsorge. Sie gilt nicht mehr als Nebenschauplatz, sondern als aktive Therapieform. Wissenschaftlich fundierte und alltagstaugliche Konzepte – wie sie auch Formate wie die „Ernährungs-Docs“ vermitteln – bilden die Grundlage.

Die enge Zusammenarbeit von Transplantationszentren, Ärzten und Ernährungsfachkräften ist entscheidend. Nur so entsteht für jeden Patienten ein individueller und anpassungsfähiger Plan, der die Organfunktion schützt und die Lebensqualität entscheidend verbessert.

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