Ernährung, Erkältung

Ernährung bei Erkältung: Diese Fehler verlängern die Krankheit

11.01.2026 - 23:31:12

Ernährungsmediziner warnen vor Zucker, Milchprodukten und salzigen Snacks während einer Infektion, da sie Entzündungen fördern und den Heilungsprozess verlangsamen können.

Während die Infektionszahlen sinken, kämpfen viele noch mit hartnäckigen Symptomen. Neue Erkenntnisse zeigen: Wer jetzt zum falschen „Trostessen“ greift, riskiert eine längere Krankheitsdauer. Obwohl das RKI aktuell Entwarnung gibt, sind viele Praxen voll. Gerade in der Erholungsphase begehen Patienten oft unbewusste Ernährungsfehler, die den Heilungsprozess verzögern.

Warum Zucker das Immunsystem lähmt

Bei Krankheit greifen viele zu Schokolade oder gesüßtem Tee. Ernährungsmediziner warnen jedoch vor der entzündungsfördernden Wirkung von Zucker während einer Infektion. Ein hoher Blutzuckerspiegel kann die Fähigkeit der weißen Blutkörperchen, Viren zu bekämpfen, vorübergehend herabsetzen. Statt die Abwehr zu stärken, sorgt der Zuckerkonsum für zusätzliche Entzündungsprozesse. Die Empfehlung lautet: In der Akutphase auf industrielle Süßigkeiten verzichten und stattdessen zu beerenreichem Obst greifen.

Milchprodukte: Gefühl oder Realität?

Sorgt Milch wirklich für mehr Schleim? Mediziner differenzieren heute genauer. Biologisch steigert Milch nicht die Produktion von Nasensekret. Bestimmte Milchproteine können jedoch im Rachenraum ausflocken und sich mit Speichel verbinden – das fühlt sich subjektiv wie zäher Schleim an. Für Betroffene mit starkem Hustenreiz bedeutet das: Das Gefühl des „Verklebens“ kann den Abtransport von Sekreten erschweren. Bei starken Beschwerden lohnt der vorübergehende Wechsel zu pflanzlichen Alternativen.

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Salz: Der entscheidende Unterschied

Salzige Snacks wie Chips gelten oft als appetitanregend bei Krankheit. Der Fehler liegt in der Kombination: Trockene, salzige Lebensmittel können dem Körper Wasser entziehen, das für die Befeuchtung der Schleimhäute gebraucht wird. Salz in wässriger Lösung – wie in einer Hühnersuppe – ist dagegen förderlich. Die Elektrolyte helfen, Flüssigkeit im Körper zu halten, was für die Immunfunktion essenziell ist. Die einfache Regel: Salz bei Infekten „löffeln“, nicht „knabbern“.

Die unterschätzte Darm-Lungen-Achse

Die Forschung rückt zunehmend die Verbindung zwischen Darmgesundheit und Atemwegen in den Fokus. Ein Großteil der Immunzellen sitzt im Darm. Hochverarbeitete Lebensmittel und Zusatzstoffe können die Darmbarriere stressen. Die Verarbeitung schwer verdaulicher Nahrung bindet dann Ressourcen, die der Körper eigentlich zur Virenabwehr benötigt. Der Verzicht auf Fertigprodukte während einer Erkältung ist somit eine strategische Entlastung für das gesamte Immunsystem.

Trend zur unterstützenden Ernährung

Die aktuelle Erkältungssaison zeigt einen Wandel: weg von reiner Symptombekämpfung, hin zu unterstützender Ernährung. Dieser Trend ist auch ökonomisch relevant, da verlängerte Krankheitsverläufe hohe Kosten durch Arbeitsausfälle verursachen. Branchenbeobachter erwarten, dass die „personalisierte Ernährung bei Infekten“ weiter an Bedeutung gewinnt. Könnten gezielte Ernährungsempfehlungen von Ärzten künftig die Genesungszeit spürbar verkürzen?

@ boerse-global.de