Erbschaftsteuer-Reform: Mittelstand fürchtet um seine Zukunft
05.02.2026 - 04:55:12Die Debatte um eine Verschärfung der Erbschaftsteuer für Betriebsvermögen spitzt sich zu. Neue Zahlen zeigen: Bis zu 83.000 Familienunternehmen könnten betroffen sein – fast doppelt so viele wie bisher angenommen. Wirtschaftsvertreter schlagen Alarm und warnen vor Investitionsstopps und Jobverlusten.
Scharfe Fronten zwischen Gerechtigkeit und Wettbewerbsfähigkeit
Im Kern geht es um einen grundlegenden Systemwechsel. Vorschläge, unter anderem vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und aus der SPD, zielen auf eine Abschaffung der weitreichenden Steuerprivilegien für Firmenerben ab. Stattdessen sollen höhere allgemeine Freibeträge und vereinfachte Tarife eingeführt werden.
Befürworter argumentieren mit mehr Steuergerechtigkeit und der Abschaffung überzogener Privilegien für Superreiche. Die Mehreinnahmen könnten kleinere Erben entlasten und angespannte Staatshaushalte stützen. Doch die Wirtschaft hält dagegen – und zwar mit drastischen Zahlen.
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„Gefahr für den Standort Deutschland“
Eine aktuelle Analyse der Stiftung Familienunternehmen und Politik kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Rund 83.000 Familienunternehmen mit insgesamt 5,2 Millionen Beschäftigten wären direkt von den geplanten Steuererhöhungen betroffen. Der Grund für den Anstieg gegenüber früheren Schätzungen: Erstmals fließen auch Auslandsumsätze in die Bewertung ein, was viele Betriebswerte in die Höhe treibt.
„Das ist eine ernste Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, warnt Professor Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung. Das zur Steuerzahlung nötige Geld fehle dann für Investitionen in Maschinen, Technologie und Innovation. Auch andere Spitzenverbände wie der Deutsche Handwerkskammertag und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) positionierten sich scharf gegen die Pläne.
Verfassungsgerichtsurteil als Damoklesschwert
Die Unsicherheit wird durch ein anstehendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts noch verstärkt. Das Gericht prüft die Verfassungsmäßigkeit des aktuellen Erbschaftsteuergesetzes. Eine Entscheidung wird noch 2026 erwartet, ihr Ausgang ist völlig offen.
Für Unternehmerfamilien bedeutet diese Hängepartie erhebliche Planungsunsicherheit bei der ohnehin sensiblen Frage der Nachfolge. Die politische Brisanz zeigt sich auch in den Bundesländern, wo bereits vor negativen Folgen für die mittelständische Wirtschaftsstruktur gewarnt wird.
Entscheidendes Jahr für Generationenverträge
2026 wird ein Schicksalsjahr für die deutsche Erbschaftsteuer. Das Urteil aus Karlsruhe wird die politische Debatte weiter anheizen – unabhängig vom konkreten Tenor. Die Fronten zwischen Verteilungsgerechtigkeit und Standortsicherung sind verhärtet.
Experten raten betroffenen Familien dringend, ihre Nachfolgeplanung flexibel zu halten und die Entwicklungen genau zu verfolgen. Die finale Entscheidung des Gesetzgebers wird nicht nur über das Schicksal einzelner Betriebe entscheiden, sondern die Zukunft eines Wirtschaftsmodells prägen, das seit Generationen auf starken Familienunternehmen aufbaut.
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