ePA: Vom Technik-Start zum Bürger-Café
25.01.2026 - 20:33:12Ein Jahr nach dem Start der elektronischen Patientenakte setzt Deutschland auf lokale Hilfe, um die digitale Kluft im Gesundheitswesen zu schließen.
Die technische Einführung ist abgeschlossen, jetzt kommt der Praxistest: Während die elektronische Patientenakte (ePA) seit einem Jahr flächendeckend verfügbar ist, kämpfen viele Versicherte noch mit der Bedienung. Die Antwort darauf kommt aus den Kommunen. In ganz Deutschland entstehen nun „Support Cafés“ und Dialogforen, die Bürgern persönlich bei der Nutzung digitaler Gesundheitsdienste helfen. Ein neuer Fokus auf digitale Kompetenz soll die Akzeptanz steigern.
Vom Update zum Empowerment
Der erste „Innovationsdialog Gesundheit“ in Aachen markierte vergangene Woche den strategischen Wechsel. Statt über neue Software-Features diskutierten Forscher und Ärzte vor allem eines: Wie bringen wir High-Tech-Medizin zum Patienten? Die Erkenntnis ist klar. Die Infrastruktur für ePA und E-Rezept steht, doch besonders ältere Menschen scheitern oft an der praktischen Anwendung der Apps.
Die Lösung soll niedrigschwellig sein. Lokale Initiativen wie das OecherLab in Aachen starten physische Treffpunkte. Am 11. Februar 2026 öffnet dort ein „Sonderedition Seniorinnen-Café zur ePA“. In Kooperation mit der AOK Rheinland/Hamburg erhalten Teilnehmer Hilfe beim Einrichten der Gesundheits-ID, beim Verwalten von Berechtigungen und beim Verständnis der Datenschutzeinstellungen. Dieses Modell der direkten, persönlichen Unterstützung soll 2026 Schule machen.
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Die Vertrauensfrage klären
Hinter der Bewegung steckt mehr als technischer Support. Eine Studie im Fachjournal JMIR Human Factors vom 15. Januar 2026 zeigt: Entscheidend für die Nutzung ist Vertrauen. Die Forschung zu „Privacy Fact Sheets“ belegt, dass vereinfachte Erklärungen zur Datennutzung die Bereitschaft erhöhen, selbst sensible Gesundheitsdaten in der ePA zu speichern.
Genau hier setzen die Cafés an. Sie übersetzen komplexe Datenschutzbestimmungen in alltagstaugliche Sprache. Ohne solche Angebote, so Befürworter, drohe die digitale Spaltung. Vulnerable Gruppen könnten von wichtigen Funktionen wie dem digitalen Medikationsplan oder dem Notfalldaten-Management ausgeschlossen bleiben. Der für März 2026 geplante „Tag der Gesundheitskompetenz“ wird diese Bildungsaufgabe weiter in den Fokus rücken.
E-Rezept etabliert, ePA holt auf
Während die ePA noch um aktive Nutzer wirbt, hat sich das E-Rezept bereits als Standard etabliert. Wie das Kiel Magazin berichtet, sorgt die digitale Übermittlung für mehr Transparenz und weniger Papierchaos zwischen Praxis und Apotheke. Online-Apotheken verzeichnen stark wachsende Rezeptumsätze.
Doch auch hier bleibt der menschliche Rat zentral. Die automatisierte Logik von Preisvergleich und Lieferung kann die pharmazeutische Beratung – ob per Video oder vor Ort – nicht ersetzen. Die große Aufgabe für 2026: Patienten zeigen, wie sie ihre digitale Rezeptionistorie in der ePA nutzen können, um gefährliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Die Support Cafés schließen diese Lücke.
2026: Das Jahr der digitalen Gesundheitskompetenz
Die Strategie für das laufende Jahr ist definiert. Nach der technischen „Opt-out“-Phase 2025 folgt nun die „Kompetenz-Phase“. Die bundesweiten Initiativen von Krankenkassen, Kommunen und Technologieclustern zielen darauf ab, die ePA wirklich zu den Menschen zu bringen.
Die Botschaft an die Bürger ist eindeutig. Die digitale Infrastruktur steht bereit – und Hilfe beim Erlernen der Bedienung gibt es um die Ecke. Der Erfolg der ausgeklügelten App hängt am Ende von der Fähigkeit des Patienten ab, sie zu nutzen. Die Support Cafés sind der logische nächste Schritt in Deutschlands digitaler Gesundheitsstrategie.
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