ePA: Deutschlands digitale Patientenakte kämpft um Nutzer
07.01.2026 - 15:42:12Die elektronische Patientenakte (ePA) ist ein Jahr nach der automatischen Einführung für alle gesetzlich Versicherten kaum im Alltag angekommen. Während die EU ihre Pläne für einen digitalen Identitätswallet forciert, zeigt sich in Deutschland eine ernüchternde Nutzerquote.
Neue Zahlen, die das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Mittwoch veröffentlichte, zeichnen ein kritisches Bild für das deutsche Digital-Gesundheitsprojekt. Eine Umfrage bei großen Krankenkassen ergab: Nur 3,6 Prozent der Versicherten nutzen ihre ePA aktiv, um Daten einzusehen oder Dokumente hochzuladen. Das ist der Fall, obwohl seit Anfang 2025 für jeden Kassenpatienten automatisch eine ePA angelegt wird, sofern er nicht widerspricht.
Die größten Krankenkassen bestätigen die mangelnde Akzeptanz. Bei der Techniker Krankenkasse (TK) gelten nur rund 850.000 von 11,5 Millionen Konten als aktiv. Die Barmer verzeichnet bei 8 Millionen Konten lediglich 440.000 regelmäßige Nutzer. Seit Oktober müssen Ärzte die Akten zwar befüllen – doch für Patienten fehlt oft der spürbare Mehrwert. Ein Hoffnungsschimmer für 2026: Seit dem 1. Januar können Ärzte und Apotheker den digitalen Medikationsplan in Echtzeit aktualisieren. Für chronisch Kranke könnte dies endlich den täglichen Nutzen bringen.
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Nachbarländer setzen auf neue Funktionen
Während Deutschland um Akzeptanz ringt, bauen andere europäische Länder ihre digitalen Ökosysteme aus.
In Tschechien startete zum Jahreswechsel die App EZKarta als vollwertige „Gesundheits-Brieftasche“. Neue Features sind eine Karte mit Leistungserbringern und ein Erinnerungssystem für Vorsorgeuntersuchungen. Das „e-Žádanky“-System ersetzt zudem Überweisungen zum Facharzt oder für Röntgenaufnahmen – alles digital aufs Smartphone.
Frankreich treibt die mobile Integration voran. Nach dem Rollout der digitalen Carte Vitale Ende 2025 liegt der Fokus nun auf der Vernetzung mit „Mon espace santé“. Die App dient als sicherer Zugang zum gesamten Gesundheitsdatenraum. Die Strategie der Regierung ist klar: Das Smartphone soll zur zentralen Schnittstelle für das Gesundheitssystem werden.
EU-Wallet und die Zukunft der digitalen Identität
In Irland wird derzeit über eine staatliche Digital-Wallet-App diskutiert, die unter dem Namen MyGovID auch Gesundheitsdaten enthalten könnte. Zunächst geht es zwar um Altersverifikation in sozialen Medien, die Architektur ist aber für Gesundheitszertifikate ausgelegt.
Dieser nationale Trend stützt das große EU-Projekt: den Europäischen Digitalen Identitäts-Wallet. Bis 2026 müssen die Mitgliedstaaten ihren Bürgern eine Wallet-App anbieten, die Ausweise, Führerscheine und Rezepte speichern kann. Das Ziel ist grenzüberschreitende Interoperabilität. Ein deutscher Tourist soll in Spanie sein Rezept in der Apotheke per Smartphone einlösen können.
Die große Konsolidierung: Von Apps zu Ökosystemen
Der Markt für digitale Gesundheitsanwendungen durchläuft 2026 eine „Große Rationalisierung“. Die anfängliche Flut an Einzel-Apps weicht konsolidierten, staatlich unterstützten Ökosystemen.
Die Diskrepanz zwischen technischer Bereitschaft und mangelnder Nutzung in Deutschland zeigt eine klare Lektion: Automatische Einrichtung schafft keine aktiven User. Vertrauen und konkreter Nutzen – wie die Echtzeit-Updates beim Medikationsplan – sind der Schlüssel.
Gleichzeitig verschärft sich der regulatorische Rahmen. Seit dem 1. Januar 2026 gelten strengere IT-Sicherheitsanforderungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs). Das erhöht die Markteintrittshürden, könnte langfristig aber das Vertrauen der Nutzer stärken.
Ausblick: Daten für Forschung und personalisierte Medizin
Für das restliche Jahr 2026 wird ein Schub bei der „Sekundärnutzung“ von Daten im Rahmen des European Health Data Space (EHDS) erwartet. Der Fokus verschiebt sich vom bloßen Speichern hin zur Nutzung für Forschung und personalisierte Medizin.
Für Bürger dürften in den kommenden Monaten „Komfort-Features“ in den Apps kommen: Push-Benachrichtigungen für Auffrischungsimpfungen oder automatische Kostenerstattungen. Die Behörden wollen beweisen, dass die digitalen Brieftaschen mehr sind als reine Verwaltungstresore – nämlich nützliche Werkzeuge für den Alltag.
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