ENISA, Offensive

ENISA startet globale Offensive für Cybersicherheit

12.02.2026 - 15:52:12

Die EU-Cybersicherheitsagentur ENISA setzt mit einer neuen internationalen Strategie auf globale Allianzen und die Verbreitung europäischer Standards, um Cyber-Bedrohungen effektiver zu begegnen.

Die EU-Cybersicherheitsagentur ENISA verschärft ihren internationalen Kurs. Eine neue Strategie soll europäische Standards weltweit verankern und Allianzen gegen grenzüberschreitende Cyber-Bedrohungen schmieden.

Angesichts geopolitischer Spannungen und immer komplexerer Hackerangriffe setzt Brüssel auf eine offensive Außenpolitik in der digitalen Sphäre. Die aktualisierte „ENISA International Strategy 2026“ zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit Europas durch globale Kooperation zu stärken. Cyber-Bedrohungen kennen keine Grenzen – eine effektive Abwehr daher auch nicht, so die Kernüberzeugung der Agentur.

Strategische Partnerschaften und Kapazitätsaufbau

Im Fokus stehen vertiefte Beziehungen zu gleichgesinnten Partnern. Mit Ländern wie den USA und der Ukraine sollen maßgeschneiderte Abkommen den Austausch von Best Practices und Informationen fördern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den EU-Beitrittskandidaten, vor allem auf dem Westbalkan. Ab diesem Jahr startet ENISA dort gezielte Aufbauprogramme, um lokale Cybersicherheitskapazitäten zu stärken.

Doch die Agentur mischt auch auf höchster diplomatischer Ebene mit. Sie wird die EU-Kommission und den Auswärtigen Dienst in Cyber-Dialogen mit Partnern wie Japan oder Großbritannien unterstützen. Zudem bringt sie ihre Expertise in die G7-Arbeitsgruppe für Cybersicherheit ein. Das Ziel ist klar: europäische Standards und Werte im globalen Cyberraum zu verankern.

Verknüpfung mit EU-Gesetzen und konkreten Werkzeugen

Die internationale Strategie ist kein Papiertiger. Sie ist eng mit der mächtigen NIS2-Richtlinie und dem kommenden Cyber Resilience Act verknüpft. ENISA soll helfen, einen globalen Markt für digitale Produkte zu schaffen, die nach dem Prinzip „cybersicher by design“ entwickelt sind.

Konkret wird dies etwa bei der neuen EU-Cybersicherheitsreserve. Dieser Pool von Expertenteams für schnelle Hilfe bei großen Cyberangriffen soll künftig auch assoziierten Drittländern wie der Republik Moldau offenstehen. So wird der europäische Schutzschirm über die eigenen Grenzen hinaus ausgeweitet.

Analyse: Notwendige Antwort auf eine gefährlichere Welt

Die Neuausrichtung kommt zur rechten Zeit. Staatlich unterstützte Hackerangriffe auf kritische Infrastrukturen nehmen zu. Die strategische Partnersuche ist daher auch ein Akt der Selbstverteidigung. Ein höheres Sicherheitsniveau in der europäischen Nachbarschaft verringert die Angriffsfläche für alle.

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Experten bewerten den Schritt als essenziell für Europas technologische Souveränität. Die selektive Bündnispolitik mit Partnern, die demokratische Werte teilen, soll helfen, ein offenes und freies Internet zu bewahren. Für europäische Unternehmen bedeutet dies einen stärkeren, international abgestützten Schutzrahmen.

Die Umsetzung wird jetzt Priorität haben. ENISA wird regelmäßig über Fortschritte berichten, wobei die Kooperation mit der Ukraine und den USA im Mittelpunkt stehen dürfte. Europa sendet damit ein klares Signal: Es ist bereit, seine digitalen Interessen in der Welt aktiv zu gestalten und zu verteidigen.

@ boerse-global.de

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