Energiebetrüger nutzen Ablesesaison für Datenklau
29.12.2025 - 06:33:11Verbraucherzentralen melden einen massiven Anstieg betrügerischer Anrufe. Kriminelle geben sich als Energieversorger aus und nutzen die Jahresabrechnung als Vorwand. Ihr Ziel: Zählerdaten abgreifen und ungewollte Vertragswechsel einleiten.
Die Maschinerie läuft auf Hochtouren, während viele Haushalte die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr genießen. Die Täter setzen auf sogenanntes Vishing – Voice Phishing. Sie rufen an und geben sich als Mitarbeiter der „Energiezentrale“, örtlicher Stadtwerke oder einer „Bundesstelle für Energie“ aus.
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Das Skript ist immer ähnlich. Die Anrufer behaupten, es gehe um die Jahresabrechnung 2025. Ein „dringender“ Datenabgleich des Zählerstands sei nötig, weil die schriftliche Benachrichtigung nicht beantwortet wurde. Sie fordern Zählernummer und aktuellen Stand.
In diesem Jahr gehen die Betrüger besonders aggressiv vor. Sie drohen mit geschätzten Verbrauchswerten, die zu hohen Nachzahlungen führen sollen, oder gar mit einer Versorgungssperrung. Besonders perfide: Manchmal kennen sie bereits Namen und Adressen ihrer Opfer. Diese Daten stammen oft aus früheren Leaks. Nun wollen sie sie verifizieren.
Warum die Zählernummer so begehrt ist
Es geht selten nur um Identitätsdiebstahl. Das Hauptziel ist Provider Slamming – der ungewollte Wechsel des Strom- oder Gasanbieters.
Mit Name, Adresse und Zählernummer können Kriminelle im Namen des Verbrauchers einen neuen Vertrag abschließen. Die Zählernummer fungiert im Energiesystem wie ein Passwort. Hat sie ein neuer Anbieter, kann er den Wechsel bei der Bundesnetzagentur anstoßen. Der alte Vertrag wird gekündigt, oft ohne dass der Kunde etwas unterschreibt.
Für die Betroffenen beginnt ein bürokratischer Albtraum. Sie erhalten Wochen später Post von unbekannten Firmen, häufig mit schlechteren Konditionen. Der Widerruf ist zwar möglich, aber aufwendig.
KI und Deepfakes: Die neue Täuschungsqualität
Ein besorgniserregender Trend ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Voicebots führen mittlerweile automatisierte Anrufe und können einfache Rückfragen verstehen. Noch gefährlicher ist „Voice Cloning“ – die Imitation von Stimmen bekannter Persönlichkeiten, um Vertrauen zu erschleichen.
Für den Massenbetrug setzen die Täter auf Automatisierung. Wählprogramme rufen Tausende Nummern gleichzeitig an. Die Bundesnetzagentur schaltet bekannte Spam-Nummern ab. Doch Spoofing – das Verschleiern der wahren Rufnummer – erschwert die Arbeit. Auf dem Display erscheint eine vertraute Vorwahl, während das Callcenter im Ausland sitzt.
Warum die Betrüger gerade jetzt zuschlagen
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der Jahreswechsel ist die geschäftigste Zeit im Energiesektor.
- Saisonale Normalität: Millionen Haushalte müssen tatsächlich Zählerstände melden. Die Bereitschaft, diese Daten am Telefon preiszugeben, ist jetzt höher.
- Verunsicherte Kunden: Nach der Energiekrise und vielen Gesetzesänderungen sind viele Verbraucher verunsichert. Anrufer, die „Ordnung“ oder „staatliche Boni“ versprechen, treffen auf offene Ohren.
- Erreichbarkeit: Viele Menschen sind zwischen den Jahren zu Hause und nehmen den Hörer ab.
Verbraucherschützer kritisieren seit Langem, dass die Zählernummer allein für einen Wechsel ausreicht. Forderungen nach einer Zwei-Faktor-Authentifizierung sind bisher nicht umgesetzt.
So schützen Sie sich vor den Betrügern
Experten raten zu einer strikten „Zero Trust“-Politik am Telefon.
- Einfach auflegen: Beenden Sie das Gespräch sofort, wenn jemand nach Zählerdaten fragt. Seriöse Versorger fragen diese nicht unangekündigt telefonisch ab.
- Selbst zurückrufen: Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie bei Ihrer Vertragsnummer von der letzten Rechnung an. Nutzen Sie nie die Rückruftaste des Anrufers.
- Kein „Ja“ sagen: Vermeiden Sie dieses Wort in Gesprächen mit Unbekannten. Betrüger schneiden es oft als angebliche Vertragszustimmung heraus.
- Nummer melden: Blockieren Sie die Nummer und melden Sie den Vorfall der Bundesnetzagentur. Das hilft, Muster zu erkennen.
Was im Januar zu erwarten ist
Die Betrugswelle wird voraussichtlich bis weit in den Januar anhalten. Mit dem Eintreffen der echten Abrechnungen verlagert sich die Masche oft auf E-Mail und SMS (Smishing).
Beobachter warnen vor gefälschten Rechnungen per E-Mail, die hohe Nachzahlungen fordern oder Rückerstattungen versprechen. Diese enthalten Links zu gefälschten Banking-Portalen. Die Täter nutzen die jetzt gesammelten Daten für noch zielgerichtetere Angriffe.
Prüfen Sie in den kommenden Wochen Ihre Post besonders kritisch. Bei unerwarteten Vertragsbestätigungen sollten Sie sofort schriftlich widersprechen. Das 14-tägige Widerrufsrecht ist ein wichtiges Sicherheitsnetz.
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