Elon, Musk

Elon Musk fordert 134 Milliarden Euro von OpenAI

18.01.2026 - 02:05:12

Ein US-Gericht lässt die Klage von Elon Musk gegen OpenAI und Microsoft zu. Der Tech-Milliardär wirft den Unternehmen vor, den wohltätigen Gründungsauftrag verraten zu haben.

Der Tech-Milliardär zieht vor Gericht, weil er sich um seine Ideale betrogen fühlt. Der Streit um die Seele der KI-Entwicklung erreicht einen neuen Höhepunkt.

Elon Musk verklagt OpenAI und Microsoft auf Schadensersatz in schwindelerregender Höhe: Bis zu 134 Milliarden Euro fordert der Unternehmer, weil die KI-Schmiede aus seiner Sicht den gemeinsamen Gründungsidealen untreu wurde. Die Forderung markiert eine dramatische Zuspitzung im Rechtsstreit, der die Tech-Branche spaltet. Ein Bundesgericht in Kalifornien wies einen Antrag der Beklagten auf Klageabweisung ab – der Weg für einen spektakulären Jury-Prozess im April ist frei.

Der Kern des Streits: Betrug am Gründungsauftrag?

Musk wirft OpenAI vor, seinen wohltätigen Gründungszweck verraten zu haben. 2015 half er mit, das Forschungsunternehmen als non-profit Organisation zu gründen, die ihre Technologie offen und zum Wohle der Menschheit entwickeln wollte. Musk steuerte damals rund 38 Millionen Euro bei, was etwa 60 Prozent des Startkapitals ausmachte, und brachte seine Reputation ein. Sein Vorwurf: OpenAI habe diesen Auftrag mit der engen Profit-Allianz mit Microsoft und der Umwandlung in ein gewinnorientiertes Unternehmen gebrochen.

„Das ist der klassische Fall des Idealisten, der sich vom kommerziellen Erfolg seiner Mitstreiter überrollt fühlt“, kommentiert ein deutscher Tech-Rechtsexperte. Musk verließ den OpenAI-Aufsichtsrat 2018 und gründete später das konkurrierende Unternehmen xAI. Seine Klage aus dem Jahr 2024 gewinnt nun an Fahrt.

Anzeige

Seit August 2024 gelten neue EU‑Regeln für KI – viele Unternehmen riskieren unwissentlich Bußgelder oder Marktbeschränkungen, wenn sie ihre Systeme nicht korrekt klassifizieren und dokumentieren. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt kompakt, welche Pflichten für Risikoklassen, Kennzeichnung und Dokumentation jetzt gelten, zeigt sofort umsetzbare Schritte und liefert Praxisbeispiele für Entwickler und Anbieter. Inklusive Checkliste für den schnellen Einstieg. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden sichern

So kommt die astronomische Summe zustande

Die Forderung von bis zu 134 Milliarden Euro erscheint willkürlich – ist es aber nicht. Ein Wirtschaftsgutachter von Musks Anwaltsteam hat die Zahl berechnet. Seine Analyse: Der „ungerechtfertigte Gewinn“ aus Musks frühen Beiträgen liege für OpenAI zwischen 65,5 und 109,4 Milliarden Euro. Microsoft habe zusätzlich zwischen 13,3 und 25,1 Milliarden Euro daraus gezogen.

Die Argumentation: Wie ein Frühinvestor habe Musk mit seinem Geld, seinem Netzwerk und seinem Namen einen Wert geschaffen, der sein ursprüngliches Investment um ein Vielfaches übersteige. Diesen Gewinn müssten die Unternehmen nun an ihn herausgeben. Die Klage behält sich zudem weitere Strafschadensersatzforderungen vor.

OpenAI und Microsoft wehren sich entschieden

Die Beklagten kontern scharf. OpenAI bezeichnet die Klage weiterhin als „haltlos“ und Teil einer Kampagne der Belästigung durch einen Konkurrenten. Das Unternehmen betont, sich auf seine Mission zu konzentrieren, und stellt die Ernsthaftigkeit der Forderungen infrage.

Auch Microsoft weist die Vorwürfe zurück. Ein Anwalt des Konzerns erklärte, es gebe keinerlei Beweise dafür, dass Microsoft OpenAI zu den allegeden Handlungen angestiftet habe. Die Richterin sah dies jedoch anders: Sie ließ die Klage zu, weil Musk klagebefugt sei und seine Betrugsvorwürfe einer gerichtlichen Prüfung standhalten müssten.

Ein Präzedenzfall für die gesamte KI-Branche

Der für Ende April erwartete Prozess wird aufmerksam verfolgt werden. Es geht um mehr als nur um Geld. Das Urteil könnte grundsätzliche Fragen klären: Dürfen Non-Profit-Organisationen ihre Mission fundamental ändern? Welche Rechte haben Gründer, die nicht mehr beteiligt sind? Und wie verbindlich sind ethische Versprechen in einer milliardenschweren Industrie?

Der Fall spiegelt den ideologischen Graben in der KI-Gemeinschaft wider. Soll künstliche Intelligenz ein offenes, gemeinschaftliches Projekt für das Gemeinwohl sein – oder ein kommerzielles Wettrennen um Marktanteile und Gewinne? Die Antwort des Gerichts könnte die Regeln für Partnerschaften und Unternehmensführung in der Schlüsseltechnologie KI neu definieren.

Anzeige

Übrigens: Die Übergangsfristen der EU‑KI‑Verordnung laufen in vielen Bereichen bereits – warten Sie nicht bis zur Sanktionierung. Der Gratis‑Leitfaden bietet eine praktische Checkliste zur Risikoklassifizierung, Vorlagen für die erforderliche Dokumentation und klare Hinweise zur Kennzeichnungspflicht, damit Sie Compliance‑Lücken schnell schließen. Ideal für Entscheider, Juristen und Entwickler. KI‑Compliance‑Check & Gratis‑Leitfaden herunterladen

@ boerse-global.de