ELO-System, Pflicht

ELO-System: Pflicht für alle LKW nach Frankreich

19.01.2026 - 20:05:12

Seit Jahresbeginn ist der digitale Logistik-Umschlag für alle britischen Warentransporte nach Frankreich verpflichtend. Das System soll die Grenzabfertigung beschleunigen und ist Teil einer umfassenden Digitalisierung des EU-Handels.

Seit Jahresbeginn 2026 ist das französische ELO-System für alle Transporte nach Frankreich verpflichtend. Für britische Speditionen bedeutet dies: Ohne den digitalen „Logistik-Umschlag“ gibt es keine Einfahrt mehr in Häfen wie Calais. Die Maßnahme markiert einen Wendepunkt im Brexit-Handel und soll den Warenfluss über den Ärmelkanal beschleunigen.

Was steckt hinter dem digitalen Grenzsystem?

Das „Enveloppe Logistique Obligatoire“ (ELO) ist ein zentraler Baustein der französischen „Smart Border“-Strategie. Es bündelt alle erforderlichen Zolldokumente für eine Sendung – von der Sicherheitserklärung bis zur Importanmeldung – in einem einzigen digitalen Umschlag. Dieser wird durch einen individuellen Barcode repräsentiert.

Das System gilt für alle Lastkraftwagen, die per Fähre oder Eurotunnel nach Frankreich einreisen. Ziel ist es, die Abfertigung zu beschleunigen, indem die Zollprüfung bereits vor der Ankunft des Fahrzeugs im Hafen erfolgt. Wichtig zu wissen: Das ELO ergänzt das britische Goods Vehicle Movement Service (GVMS), ersetzt es aber nicht.

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Neue Pflichten für Speditionen und Frachtführer

Nach einer freiwilligen Testphase ab April 2025 ist die Nutzung des ELO seit dem 1. Januar 2026 verbindlich. Fähr- und Tunnelgesellschaften verweigern nun die Einschiffung, wenn der Fahrer keinen gültigen ELO-Barcode vorweisen kann.

Die Verantwortung für die Erstellung liegt nicht beim Fahrer, sondern bei einem festgelegten „ELO-Ersteller“ in der Lieferkette. Dies ist in der Regel der Frachtführer oder Spediteur. Er muss alle Zolldaten sammeln und über das französische Online-Portal Prodouane den Barcode generieren, der dann an den Fahrer übermittelt wird.

So funktioniert die Abfertigung in der Praxis

Bei der Ankunft im Abfahrtshafen – etwa in Dover – zeigt der Fahrer den ELO-Barcode zusammen mit der britischen GMR-Nummer vor. Das System verknüpft die Zollerklärungen mit dem Kennzeichen des Lastwagens.

Während der Überfahrt führen die französischen Zollbehörden eine Risikoanalyse durch. Noch auf See erhält der Fahrer dann seine Zuordnung: Eine „grüne Spur“ bedeutet die sofortige Ausreise in Frankreich, eine „orange Spur“ weist auf eine notwendige Kontrolle hin.

Mehr Effizienz, mehr digitale Pflichten

Das erklärte Ziel des ELO ist, Staus und Verzögerungen in Häfen wie Calais und Dunkerque zu reduzieren. Für Logistikunternehmen bietet das System mehr Transparenz, da der ELO-Ersteller den gesamten Grenzübertritt online verfolgen kann.

Die Einführung unterstreicht die neue Realität des EU-UK-Handels: Der nahtlose digitale Datenaustausch ist genauso wichtig geworden wie der physische Warentransport. Unternehmen, die in integrierte IT-Plattformen investiert und klare Prozesse mit ihren Partnern etabliert haben, sind hier klar im Vorteil.

Teil eines größeren regulatorischen Wandels

Die verbindliche ELO-Pflicht fällt zeitlich mit weiteren EU-Handelsreformen zusammen. Dazu zählen die überarbeiteten Pan-Euro-Mediterranen Ursprungsregeln und die Registrierungspflicht für Importeure im Rahmen des EU-Grenzausgleichssystems (CBAM) für CO2-Emissionen.

Zusammen zeichnen diese Entwicklungen das Bild eines immer stärker regulierten und digitalisierten Handelsumfelds. Für britische Unternehmen bleibt die Anpassung an diese neuen europäischen Vorgaben eine Daueraufgabe.

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