Elektro-Dienstwagen: Steuerfreie Ladekosten nur noch mit Stromzähler
04.02.2026 - 12:44:12Ab 2026 müssen Arbeitgeber den privaten Stromverbrauch für Firmen-E-Autos exakt nachweisen. Die pauschalen Monatsbeträge sind Geschichte – eine neue Bürokratiewelle rollt auf Personalabteilungen zu.
Das Ende der bequemen Pauschale
Bis Ende 2025 war alles einfach: Für das Laden des Dienstwagens zu Hause zahlten Arbeitgeber pauschal bis zu 70 Euro monatlich für vollelektrische Fahrzeuge steuerfrei zurück. Ohne Nachweis, ohne Messung. Diese vereinfachte Regelung lief mit dem Jahreswechsel aus. Seit dem 1. Januar 2026 sind steuerfreie Erstattungen nur noch möglich, wenn der tatsächliche Stromverbrauch dokumentiert wird. Für Personalabteilungen, die ihre Systeme nicht aktualisiert haben, bedeutet das: Sie riskieren unerwartete Lohnsteuernachforderungen für ihre Mitarbeiter.
Zwei Wege zur steuerfreien Erstattung
Das Bundesfinanzministerium erlaubt nun zwei Methoden, um private Ladekosten korrekt abzurechnen:
1. Erstattung der tatsächlichen Kosten
Hier muss der Mitarbeiter seinen persönlichen Stromvertrag vorlegen. Der Arbeitgeber erstattet dann den exakten Betrag pro verbrauchter Kilowattstunde (kWh). Diese Option lohnt sich besonders bei hohem Stromtarif, erfordert aber ständige Kontrolle – vor allem bei dynamischen Tarifen.
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2. Die neue Strompreispauschale
Als vereinfachte Alternative führt der Fiskus eine pauschale Kilometer-Ersatzrate ein. Unternehmen können einen einheitlichen Satz von rund 34 Cent pro kWh ansetzen. Dieser orientiert sich am durchschnittlichen Haushaltsstrompreis, den das Statistische Bundesamt für 2026 festgelegt hat. Die Pauschale erspart das Einsammeln privater Stromrechnungen – aber nicht die Pflicht, jede geladene Kilowattstunde zu messen.
Der Zwang zum exakten Nachweis
Die größte Umstellung für Unternehmen ist die verbindliche Nachweispflicht. Ob mit tatsächlichen Kosten oder Pauschale: Steuerfrei bleibt die Erstattung nur mit lückenloser Verbrauchsdokumentation. Schätzungen sind nicht mehr zulässig.
Akzeptiert werden nur Messgeräte, die den Stromverbrauch des Fahrzeugs vom Haushaltsstrom trennen:
* Stationäre Wallboxen mit integriertem, eichrechtskonformen Zähler
* Mobile Messgeräte in Ladekabeln
* Fahrzeug-Telematik, sofern sie zuverlässige Ladedaten am jeweiligen Ort erfasst
Diese Vorgabe zwingt viele Firmen zu Hardware-Nachrüstungen. Einfache Wallboxes ohne Zählfunktion sind für die steuerkorrekte Abrechnung wertlos geworden.
Solar-Besitzer profitieren, Hybrid-Fahrer verlieren
Die neuen Regeln bringen eine Überraschung für Besitzer privater Photovoltaik-Anlagen. Sie dürfen für selbst produzierten Solarstrom, den sie ins Firmenauto laden, die Destatis-Pauschale von 34 Cent pro kWh in Anspruch nehmen – obwohl ihre Erzeugungskosten oft bei nur 8 bis 12 Cent liegen. Für sie bleibt das heimische Laden also attraktiv.
Für Plug-in-Hybridfahrer hingegen wird es unattraktiv. Die früheren Hybrid-Pauschalen von 15 oder 35 Euro sind weg. Jetzt müssen auch sie ihren Stromverbrauch kilowattgenau nachweisen. Bei den typischerweise geringeren elektrischen Fahrleistungen und kleineren Batterien dürfte der bürokratische Aufwand den Erstattungswert für viele übersteigen.
Bürokratie-Boom und automatisierte Lösungen
Die Umstellung bedeutet einen erheblichen Mehraufwand für deutsche Unternehmen. Lohnbuchhaltungen müssen nun monatliche Verbrauchsmeldungen verarbeiten statt einfacher Pauschalzahlungen.
Marktbeobachter erwarten, dass diese Regulierung automatisierten Abrechnungsplattformen einen Schub gibt. Dienstleister, die direkt auf Fahrzeugdaten oder intelligente Wallboxes zugreifen und steuerkonforme Reports erstellen, verzeichnen bereits steigende Nachfrage. Für viele Firmen werden solche Lösungen unverzichtbar, um die Compliance ohne Personalüberlastung zu bewältigen.
Die Strompreispauschale wird jährlich angepasst. Der Satz von etwa 34 Cent gilt nur für 2026. Unternehmen sollten ihre Prozesse jetzt klar definieren, um spätere Korrekturen zu vermeiden. Die Ära der Schätzungen ist vorbei – in der Steuerwelt der Dienstwagen zählt jetzt jedes gemessene Kilowatt.
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