eKV-System und psychische Risiken prägen digitale Arbeitssicherheit
29.12.2025 - 12:54:12Die digitale Transformation der gesetzlichen Unfallversicherung erreicht zum Jahreswechsel 2025/26 einen entscheidenden Punkt. Zwei Entwicklungen verändern den Arbeits- und Gesundheitsschutz grundlegend: Das Electronic Cost Estimate (eKV) ist nun vollständig operativ, während neue Daten die wachsende Bedeutung psychischer Risikofaktoren unterstreichen.
eKV beschleunigt Hilfsmittel-Versorgung nach Arbeitsunfällen
Seit dem 1. Dezember 2025 können Leistungserbringer wie Orthopädietechniker oder Reha-Zentren ihre Kostenvoranschläge nun vollständig digital an die Unfallversicherungsträger übermitteln. Das eKV-System beendet die papierbasierte Ära und soll die Genehmigung von Prothesen, orthopädischem Schuhwerk und anderen Hilfsmitteln deutlich beschleunigen.
Technisch realisiert wird dies über Schnittstellen, wie sie etwa von medicomp GmbH angeboten werden. Für Unternehmen bedeutet die reibungslose Abwicklung einen effizienteren Reha-Management-Prozess. Ziel ist es, die Ausfallzeiten verletzter Mitarbeiter zu verkürzen und ihre Rückkehr an den Arbeitsplatz zu beschleunigen. Dieser administrative Fortschritt ist ein Kernstück der Digitalisierungsstrategie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) für das kommende Jahr.
Gefährdungsbeurteilung muss “Always-On”-Kultur erfassen
Parallel zur digitalen Abwicklung von Unfallfolgen rücken die Ursachen stärker in den Fokus. Neue Studiendaten vom 29. Dezember 2025 zeigen ein alarmierendes Bild: Immer mehr Beschäftigte können nach Feierabend nicht mehr abschalten. Diese ständige Erreichbarkeit wird zu einem messbaren Risikofaktor im Arbeitsumfeld.
Diese 7 Fehler bei Gefährdungsbeurteilungen können Unternehmen teuer zu stehen kommen – gerade jetzt, wo “digitaler Stress” und Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit im Fokus stehen. Ein kostenloses Download-Paket mit geprüften Vorlagen, Checklisten und einem praktischen Leitfaden hilft Sicherheitsfachkräften und Arbeitsschutz-Verantwortlichen, psychische Belastungen rechtskonform zu erfassen und dokumentierbare Maßnahmen abzuleiten. Damit sparen Sie Stunden bei der Erstellung und reduzieren Prüfungsrisiken durch Behörden. Jetzt GBU-Vorlagen herunterladen
Für Sicherheitsfachkräfte wird die Erfassung psychischer Belastungen in der digitalen Gefährdungsbeurteilung (GBO) damit noch dringlicher. Die DGUV und Branchenverbände wie die BGN haben ihre Online-Tools bereits erweitert, um diese immateriellen Risiken zu erfassen. Experten raten Unternehmen dringend, ihre Beurteilungen vor dem ersten Quartal 2026 um die Faktoren “digitaler Stress” und “Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit” zu ergänzen – eine klare Vorgabe aus dem Arbeitsschutzgesetz (§ 5 ArbSchG).
Warnung vor betrügerischen “Präventionsmodul”-E-Mails
Mitten in diesen legitimen Digitalisierungsprozess mischt sich eine anhaltende Betrugswelle. Die DGUV warnt erneut vor gefälschten E-Mails, die aktuell in den Jahresabschluss-Postfächern landen könnten.
Die Betrüger geben sich als Unfallversicherungsträger aus und fordern unter dem Vorwand eines “Digitalen Präventionsmoduls 2025” zur Teilnahme und Zahlung einer Gebühr auf. Erkennungsmerkmale sind Betreffzeilen wie “Pflicht zur Teilnahme” oder “Handlungsbedarf” sowie angehängte gefälschte Rechnungen. Die DGUV stellt klar: Ein solches gebührenpflichtiges Modul existiert nicht. Sicherheitsverantwortliche sollten diese Mails ignorieren und melden.
Ausblick 2026: Von der Digitalisierung zur Interoperabilität
Die Einführung des eKV und die Schärfung des Risikoblicks für psychische Belastungen markieren eine neue Phase von “Safety 4.0”. Der Weg vom papiernen Verbandbuch zur vollständig digitalen Unfallmeldung ist fast abgeschlossen. Bis 2027 soll die Elektronische Patientenakte (ePA) auch für Unfallversicherungsdaten verpflichtend werden.
Die Roadmap der DGUV für 2026 sieht den nächsten großen Schritt vor: die Interoperabilität. Daten aus der digitalen Gefährdungsbeurteilung sollen künftig nahtlos in präventive Maßnahmen einfließen – mit dem Ziel, dass weniger Unfälle überhaupt erst das eKV-System durchlaufen müssen. Die digitale Transformation wird damit vom Verwaltungsinstrument zum strategischen Werkzeug für einen umfassenden Arbeitsschutz.
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