EinfachMachen: Regierung startet Portal gegen Bürokratie
03.02.2026 - 14:43:12Die Bundesregierung geht mit einer zentralen Meldestelle gegen bürokratische Hürden an den Start. Das Portal „EinfachMachen“ soll Bürgern und Unternehmen ermöglichen, Probleme mit wenigen Klicks zu melden – und so Reformen beschleunigen.
Sieben Klicks zur Beschwerde
Unter einfach-machen.gov.de können Nutzer seit dieser Woche konkrete bürokratische Hindernisse melden und Verbesserungsvorschläge einreichen. Das Bundesministerium für Digitales und Verwaltungsmodernisierung (BMDS) verspricht einen einfachen Prozess: In maximal sieben Klicks lassen sich Berichte etwa zu Baugenehmigungen, Steuerdokumenten oder Meldepflichten anonym einreichen.
Das Portal soll die „kollektive Intelligenz“ aller nutzen, die täglich mit deutscher Verwaltung zu tun haben. Ziel ist es, systematisch Schwachstellen aufzudecken, die Wirtschaft und öffentliche Dienste ausbremsen. Nach einer Testphase ab Mitte Dezember 2025 ist die Plattform nun bundesweit verfügbar.
Passend zum Thema Künstliche Intelligenz — der Einsatz von KI zur Sortierung und Priorisierung von Meldungen bringt praktische Vorteile, führt aber auch zu neuen rechtlichen Pflichten. Seit August 2024 ist die EU-KI-Verordnung in Kraft: Sie regelt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und umfassende Dokumentationsanforderungen für KI-Systeme. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich, welche Vorgaben für Betreiber und Anbieter gelten — inklusive Checklisten für die Praxis. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
KI sortiert Meldungen für schnelle Reformen
Ein Kernstück der Initiative ist der Einsatz künstlicher Intelligenz. Sie soll die erwartete Flut an Meldungen automatisch nach Dringlichkeit und Themen clustern. So will das Ministerium verhindern, dass die gesammelten Daten in einem bürokratischen Blackhole verschwinden.
Bereits die Testphase brachte typische Reibungspunkte ans Licht: besonders die Anmeldung neuer Adressen und die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse bereiten Probleme. Diese Erkenntnisse sollen in ein Gesetzespaket zur Bürokratieentlastung einfließen, das für Frühjahr 2026 angekündigt ist.
Wirtschaft hofft auf spürbare Entlastung
Die Wirtschaft reagiert mit vorsichtigem Optimismus. Verbände fordern seit langem einen direkten Kanal, um regulatorische Lasten anzuprangern. Hohe Compliance-Kosten gelten als Wettbewerbsnachteil für den Standort Deutschland.
Das Handwerk sieht in dem Portal ein notwendiges Werkzeug, um den „bürokratischen Wahnsinn“ sichtbar zu machen. Entscheidend sei aber nicht die Sammlung der Beschwerden, sondern die Geschwindigkeit der politischen Reaktion. Der Start fällt mit weiteren regulatorischen Änderungen 2026 zusammen, etwa bei der EU-Blue-Card oder dem digitalen Führerscheinumtausch.
Modernisierung als Chefsache
„EinfachMachen“ ist ein Flaggschiffprojekt von Digitalminister Dr. Karsten Wildberger. Der frühere Wirtschaftsmanager hat die Entbürokratisierung zur zentralen Säule seiner Arbeit gemacht. Die Schaffung des BMDS und dieses Portals markieren einen strukturellen Wandel: Digitale Politik und Verwaltungsmodernisierung werden erstmals zentral zusammengedacht.
Die gesammelten Daten sollen beweisen, welche Vorschriften überflüssig sind. Die Regierung setzt auf das „Once-Only“-Prinzip: Bürger und Unternehmen sollen ihre Daten nur einmal angeben müssen. Ob das gelingt, hängt nun von der Beteiligung ab. Die erste große Auswertung der gesammelten Meldungen wird noch für dieses Jahr erwartet.
PS: Wenn Ihre Verwaltung oder Ihr Unternehmen KI-Technik zur Auswertung von Meldungen nutzt oder plant, sollten Sie die neuen Regelungen nicht übersehen. Unser gratis E-Book fasst die wichtigsten Pflichten, Dokumentationsanforderungen und Übergangsfristen der EU-KI-Verordnung kompakt zusammen — ideal für Entscheider, IT-Teams und Compliance-Verantwortliche. Mit praxisnahen Beispielen und sofort einsetzbaren Checklisten vermeiden Sie teure Fehler. KI-Leitfaden jetzt sichern


