Ehrenamt in der Krise: Helfer leiden unter psychischer Belastung
23.01.2026 - 00:01:13Immer mehr Engagierte im Ehrenamt kämpfen mit emotionaler Erschöpfung und Burnout. Experten warnen: Ohne bessere Unterstützung ist der gesellschaftliche Kitt in Gefahr.
Zwischen Helfersyndrom und Bürokratie
Die Gründe für die psychische Belastung sind vielfält. Freiwillige in der Flüchtlingshilfe, bei Rettungsdiensten oder in der Pflege erleben oft traumatische Situationen aus zweiter Hand – eine sogenannte Sekundärbelastung. Dazu kommen unklare Zuständigkeiten, bürokratische Hürden und der eigene hohe Anspruch. Viele können schlecht „Nein“ sagen und fühlen sich neben Job und Familie ständig überfordert.
Studie zeigt: Engagement als zweischneidiges Schwert
Freiwilligenarbeit kann glücklich machen, aber auch krank. Eine Umfrage von Marketagent aus dem Jahr 2025 unter 3.000 Personen in Deutschland, Österreich und der Schweiz belegt:
* 78 Prozent der Ehrenamtlichen sind mit ihrem Leben zufrieden (Gesamtbevölkerung: 65 Prozent).
* Gleichzeitig warnt die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt vor dem „Helfer-Syndrom“, das in die Selbstaufgabe führt.
* Vielen Organisationen fehlen Konzepte für agile Führung und den Umgang mit psychischen Belastungen.
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Neue Wege: Resilienz wird zum Schlagwort
Als Reaktion entstehen gezielte Hilfsangebote. Der Fokus liegt auf Prävention:
* Schulungen zum Umgang mit Stress
* Supervision und vertrauliche Ansprechpartner in den Vereinen
* Projekte wie die „Mutmachleute“ gegen die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen
Auch die Politik handelt. Förderprogramme wie das des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur „Stärkung der Resilienz“ erkennen die Rolle der Zivilgesellschaft an und wollen ihre Krisenfestigkeit verbessern.
Warum das Problem uns alle angeht
Die mentale Gesundheit der Helfer ist ein Gradmesser für den Zustand der gesamten Gesellschaft. Burnout führt zu Engagement-Rückgang – und hinterlässt Lücken in der sozialen Versorgung. Die Konfrontation mit globalen Krisen wie Pandemien und Klimawandel erhöht den Druck zusätzlich. Experten fordern deshalb einen „Public Mental Health“-Ansatz: Psychische Gesundheit muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden, die auch finanzielle Mittel für die Prävention in Vereinen umfasst.
Die Zukunft: Nachhaltigkeit statt Opferkult
Langfristig muss sich die Kultur des Ehrenamts wandeln. Es geht nicht mehr nur um Leistung und Opferbereitschaft. Die Bundespsychotherapeutenkammer fordert strukturelle Verbesserungen der psychischen Versorgung, von der auch Engagierte profitieren sollen. Die Zukunft gehört einem nachhaltigen Engagement, das auf Selbstfürsorge und gegenseitiger Unterstützung basiert. Nur so bleibt die Zivilgesellschaft handlungsfähig.


