EHL, Wiener

EHL: Wiener Eigentumswohnungen trotz Neubau-Krise auf Rekordhoch

20.01.2026 - 16:54:12

Die Fertigstellung von Eigentumswohnungen in Wien stieg 2025 überraschend um fast 30 Prozent. Dieser Boom ist jedoch ein Sondereffekt in einem ansonsten kriselnden Markt.

Laut einer aktuellen Analyse der EHL Immobilien Gruppe vollendeten Bauträger im vergangenen Jahr deutlich mehr Eigentumswohnungen. Diese positive Meldung steht in scharfem Kontrast zur Gesamtlage: Die Neubauleistung in Wien brach insgesamt um 14 Prozent ein und erreichte mit nur 9.688 Wohneinheiten den tiefsten Stand seit fast zehn Jahren.

Der Wiener Wohnungsmarkt zeigt Risse. Erstmals seit langem wurden 2025 weniger als 10.000 neue Wohnungen fertiggestellt – ein Minus von 32 Prozent gegenüber 2023. Für dieses Jahr erwarten Experten einen weiteren Rückgang auf nur noch rund 8.630 Einheiten.

Besonders dramatisch ist die Lage im Mietsegment:
* Die Zahl neuer, freifinanzierter Mietwohnungen halbierte sich 2025 fast (2.087 Einheiten).
* Auch der geförderte Wohnungsbau verzeichnete ein Minus von knapp 20 Prozent.

Als Hauptgründe für die Flaute gelten hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und langwierige Genehmigungsverfahren. Viele Projektentwickler verschieben neue Vorhaben.

Warum boomen dann die Eigentumswohnungen?

Der Zuwachs von fast 30 Prozent ist eine Anomalie. Er geht auf eine taktische Umwidmung zurück: Mehrere Großprojekte, die eigentlich für institutionelle Investoren geplant waren, wurden kurzfristig in den Einzelverkauf an private Käufer gegeben.

Grund war die Zurückhaltung großer Fonds. Statt ganze Blöcke zu verkaufen, gingen die Entwickler mit einzelnen Wohnungen auf den privaten Markt. Dies traf auf eine wieder wachsende Käufernachfrage. Doch Experten warnen: Dieser Effekt ist nicht nachhaltig. Bereits 2024 brach das Angebot an neuen Eigentumswohnungen um 17 Prozent ein, für 2026 wird erneut ein deutlicher Rückgang erwartet.

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Preise ziehen wieder an – besonders in Wien

Nach einer Phase der Stagnation deuten alle Zeichen auf eine erneute Verteuerung hin. Raiffeisen Research erwartet für 2025 einen leichten Preisanstieg von 0,9 Prozent, der sich 2026 auf etwa 2,5 Prozent beschleunigen könnte. In Wien dürfte die Steigerung sogar überdurchschnittlich ausfallen.

Treiber sind eine wachsende Bevölkerung, gestiegene Einkommen und vor allem das schwindende Neubauangebot. Die Kluft zwischen Nachfrage und Angebot vergrößert sich. Die Folge: höhere Preise für Käufer und Mieter.

Dauerhafte Knappheit in Sicht

Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. EHL prognostiziert für 2026 Mietsteigerungen in Wien von bis zu 8,5 Prozent und Kaufpreisplus von bis zu 3,0 Prozent. Wohnungssuchende stehen vor härteren Bedingungen.

Können stabile Zinsen und höhere Einkommen die Situation für Käufer entschärfen? Der Fokus wird sich voraussichtlich vermehrt auf Bestandsimmobilien und Randlagen verlagern. Branchenverbände fordern politische Maßnahmen, um die Neubautätigkeit anzukurbeln und einer drohenden Wohnungsnot entgegenzuwirken.

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