EBT-Karten, Organisierte

EBT-Karten: Organisierte Banden klauen Millionen von Lebensmittelhilfen

15.01.2026 - 22:43:13

Organisierter Diebstahl von Lebensmittelhilfen zwingt US-Bundesstaaten zu teuren Chip-Upgrades. Betroffene Haushalte bleiben oft ohne Ersatz.

Eine Welle hochprofessionellen Betrugs bedroht die Ernährungssicherheit Hunderttausender Amerikaner. Kriminelle nutzen veraltete Kartentechnik, um systematisch staatliche Hilfsgelder abzusaugen – und zwingen die Bundesstaaten jetzt zum teuren Technologie-Upgrade.

Skimming-Angriffe leeren Konten in mehreren Bundesstaaten

Die Dimension des Problems zeigt ein aktueller Fall in Kansas. Dort untersuchen die Behörden einen organisierten Diebstahl von über 50.000 US-Dollar (rund 46.000 Euro) an Lebensmittel- und Geldhilfen. Betroffen sind mehr als 300 Empfänger im Raum Kansas City. Die Täter platzierten Skimming-Geräte an Kassenterminals, kopierten die Kartendaten der magnetischen Streifen und nutzten sie für Einkäufe bis nach Pennsylvania. „Das ist typisch für organisierte Banden“, erklärt ein Ermittler. „Sie verwischen ihre Spuren durch Transaktionen im ganzen Land.“

Doch Kansas ist kein Einzelfall. Bereits am 7. Januar meldete Nebraska, dass über 130 Haushalte betroffen seien. Beamte fanden und entfernten drei Skimmer in Geschäften der Region Lincoln. In New Hampshire warnten die Behörden am 9. Januar vor einer Phishing-Masche per Telefon. Kriminelle gaben sich als Regierungsmitarbeiter aus und erbeuteten so Kartennummern und PINs.

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Veraltete Magnetstreifen als Einfallstor für Kriminelle

Das zentrale Sicherheitsproblem ist technischer Natur. Die meisten EBT-Karten (Electronic Benefit Transfer) für das US-amerikanische Sozialhilfesystem nutzen noch immer den unsicheren Magnetstreifen. Im Gegensatz zu modernen Kreditkarten mit Chip-Technologie speichern diese Streifen die Daten unverschlüsselt. Skimming-Geräte, oft kaum sichtbar an echte Kartenterminals angebracht, kopieren sie in Sekunden.

„Die Technologie ist Jahrzehnte alt und damit ein leichtes Ziel“, sagt eine Sicherheitsexpertin. Die Konsequenz für die Betroffenen ist brutal: Sie verlieren oft die gesamte monatliche Hilfe für Lebensmittel. Ein existenzieller Schlag für einkommensschwache Familien. Hinzu kommt ein rechtlichesProblem: Ein Bundesgesetz, das den Ersatz gestohlener Leistungen erlaubte, ist Ende 2024 ausgelaufen. Die Opfer bleiben häufig auf ihrem Schaden sitzen.

New York und Oregon starten milliardenschweres Chip-Upgrade

Angesichts der eskalierenden Betrugswelle ergreifen nun erste Bundesstaaten drastische Maßnahmen. Am 13. Januar kündigte Gouverneurin Kathy Hochul in New York an, das gesamte EBT-System des Staates auf sichere Chipkarten umzustellen. „Wir müssen die Leistungen schützen, von denen so viele New Yorker abhängen“, betonte sie.

Ebenfalls am 13. Januar legte Gouverneurin Tina Kotek in Oregon einen Finanzierungsplan für den gleichen Schritt vor. Grund sind alarmierende Zahlen: Allein im November 2025 registrierte der Bundesstaat 440 Diebstähle mit einem Gesamtschaden von über 91.000 Dollar. Erschreckend: 98 Prozent der betrügerischen Transaktionen fanden außerhalb Oregons statt. Die Kosten für das Upgrade werden auf rund 11 Millionen Euro geschätzt, die sich Staat und Bundesregierung teilen sollen.

So können sich Hilfesempfänger schützen

Bis die neuen Chipkarten flächendeckend eingeführt sind, bleibt die Wachsamkeit der Nutzer der beste Schutz. Behörden raten zu diesen Maßnahmen:
* Terminals prüfen: Vor dem Zahlen den Kartenleser auf lose, aufgeklebte oder verdächtige Teile untersuchen.
* PIN schützen: Die Eingabe der Geheimnummer stets mit der anderen Hand abdecken.
* PIN regelmäßig ändern: Besonders kurz vor der monatlichen Geldeinzahlung.
* Konto überwachen: Regelmäßig den Kontostand und die Umsätze über die offizielle App oder Website prüfen.
* Karte sperren: In einigen Bundesstaaten kann die Karte bei Nichtnutzung gesperrt werden.

Wer einen Betrug vermutet, sollte dies umgehend beim zuständigen Sozialamt und der Polizei melden. Die Umstellung auf Chipkarten wird Jahre dauern. Bis dahin bleibt das Risiko für die Schwächsten der Gesellschaft hoch.

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