DZNE startet 2026 Großstudie zu Demenz-Genen
29.12.2025 - 02:52:12Ein neues Forschungsprojekt soll die genetischen Ursachen der Frontotemporalen Demenz (FTD) entschlüsseln. Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) bestätigte diese Woche Details zu einer groß angelegten Studie, die im Januar 2026 beginnt. Parallel werfen aktuelle Analysen ein Schlaglicht auf seltene Genvarianten und ihre verheerenden Auswirkungen auf Familien.
Bluttest soll genetisches Dunkelfeld erhellen
Un der Leitung von Prof. Dr. Anja Schneider zielt das Bonner Projekt darauf ab, ein zentrales Problem zu lösen: Bisher war es kaum möglich, lebende Patienten präzise in Untergruppen einzuteilen. FTD kann durch Ablagerungen entweder des Tau-Proteins oder des Proteins TDP-43 im Gehirn verursacht werden. Klinisch sehen die Patienten oft ähnlich aus.
Der neue Ansatz? Ein spezieller Bluttest, der diese Proteine erstmals zuverlässig unterscheiden kann. “Dieser methodische Durchbruch wird es uns ermöglichen, Äpfel nicht mehr mit Birnen zu vergleichen”, so ein Experte. Die Hoffnung: Bisher übersehene Risikogene zu entdecken, die nur einen der beiden Krankheitspfade beeinflussen.
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Seltener Risikofaktor auf Chromosom 15 identifiziert
Neben den bekannten Hauptgenen rücken nun auch seltene Treiber in den Fokus. Die Arbeit von Prof. Rosa Rademakers hat einen neuen genetischen Risikofaktor für eine spezielle FTD-Unterform ans Licht gebracht.
- Betroffen ist eine Region auf Chromosom 15.
- Es handelt sich um eine sogenannte “Repeat Expansion” – eine genetische Wiederholungssequenz, die bei Patienten extrem verlängert ist.
- Diese Entdeckung schließt eine diagnostische Lücke für Tausende Familien, in denen die Krankheit auftritt, Tests auf die klassischen Gene aber negativ aus.
Defektes Protein lässt Nervenzellen durchdrehen
Die Frage, wie die Gene die Krankheit auslösen, wurde kürzlich konkreter beantwortet. Eine Studie der Northwestern University zeigte einen direkten Mechanismus auf.
Forscher um Evangelos Kiskinis fanden heraus: Eine Fehlfunktion des TDP-43-Proteins sabotiert das Gen KCNQ2. Dieses Gen ist normalerweise die Bremse für Nervenzellen. Fällt es aus, werden die Neuronen hyperaktiv und sterben ab. Diese Erkenntnis liefert einen greifbaren Ansatzpunkt für künftige Medikamente.
Genetisches Wissen prägt Lebensentscheidungen
Die Tragweite dieser Fortschritte ist enorm persönlich. Ein aktueller Bericht unterstreicht: Das Wissen um ein genetisches FTD-Risiko beeinflusst fundamentale Lebensentscheidungen, vor allem die Familienplanung.
Gleichzeitig wächst der Druck, aus diagnostischer Präzision auch Therapien zu machen. Biotech-Firmen wie Passage Bio und Alector passen bereits ihre Studien für 2026 an, um Patienten mit spezifischen Mutationen gezielter behandeln zu können.
Kann 2026 zum Jahr der Wende werden? Die ersten Daten aus der DZNE-Studie werden gegen Jahresende erwartet. Und die große Frage bleibt: Zeigen die ersten Gentherapien endlich klinische Wirksamkeit? Für Betroffene wird die Genetik immer mehr zur Landkarte für mögliche Wege aus der Krankheit.
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