Dubai, Singapore

Dubai und Singapore starten Rennen um autonome Mobilität

17.01.2026 - 05:36:12

Dubai beginnt mit fahrerlosen Robotaxi-Tests für 2026, während Singapore die öffentliche Akzeptanz mit autonomen Community-Shuttles testet. Beide Stadtstaaten beschleunigen den Weg zur automatisierten Mobilität.

Zwei Stadtstaaten treiben den Einsatz fahrerloser Fahrzeuge mit neuen Testprogrammen voran – und setzen dabei auf unterschiedliche Strategien.

Dubai und Singapore haben diese Woche neue Phasen ihrer autonomen Fahrzeugprogramme eingeläutet. Beide Metropolen beschleunigen damit den Übergang von der Testphase zum öffentlichen Betrieb. Während Dubai mit vollständig fahrerlosen Robotaxi-Tests auf öffentlichen Straßen beginnt, startet Singapore eine Community-Phase für autonome Shuttles. Die parallelen Fortschritte unterstreichen den Ehrgeiz beider Standorte, weltweit führend in der urbanen Automatisierung zu sein.

Dubai setzt auf großflächige Robotaxi-Offensive

Die Vision einer autonomen Zukunft nimmt in Dubai konkrete Formen an. Die Verkehrsbehörde RTA hat 65 Standorte für die erste Phase ihres fahrerlosen RoboTaxi-Dienstes identifiziert. Ein kommerzieller Start ist für das erste Quartal 2026 geplant. Es ist die bisher umfangreichste Kartierung öffentlicher Straßen für autonome Fahrzeuge in dem Emirat.

Herzstück des Projekts ist eine Partnerschaft mit Baidus autonomer Tochter Apollo Go. Ein neu eröffnetes Betriebszentrum im Dubai Science Park – Baidus erste derartige Einrichtung außerhalb Chinas – wird den gesamten Fuhrpark steuern. Entscheidend: Die RTA hat Apollo Go die erste Genehmigung erteilt, Tests ohne Sicherheitsfahrer durchzuführen. Dies ist ein klares Vertrauensvotum in die Technologie. Die erste Phase baut auf Tests aus dem Jahr 2025 auf. Langfristig soll die Flotte auf über 1.000 Fahrzeuge wachsen.

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Singapore testet Akzeptanz mit Community-Shuttles

Singapore verfolgt einen anderen, schrittweisen Ansatz. Seit dem 12. Januar laden die Verkehrsbehörde LTA und die Partner Grab und WeRide Bewohner des Stadtteils Punggol zu Testfahrten mit einem fahrerlosen Shuttle ein. Diese „Community Rides“ sollen Nutzerfeedback sammeln, bevor der Dienst in zwei bis drei Monaten öffentlich startet.

Die zunächst 10 Kilometer lange Route verbindet Wohngebiete mit wichtigen Einrichtungen wie einer Poliklinik. Die Fahrtzeit könnte sich so um bis zu 15 Minuten reduzieren. In der Testphase ist die Fahrt kostenlos, die Shuttles verkehren im 15-Minuten-Takt. Das Projekt folgt auf eine Testphase mit über 10.000 unfallfreien Kilometern. Es ist der erste von drei geplanten autonomen Shuttle-Routen in Punggol. Singapores Ziel ist der Einsatz von 100 bis 150 selbstfahrenden Fahrzeugen bis Ende 2026, um Personalmangel im Transportsektor zu begegnen.

Zwei Strategien für eine automatisierte Zukunft

Die unterschiedlichen Ansätze spiegeln die urbanen Gegebenheiten wider. Dubais Strategie ist ehrgeizig und skalierbar angelegt. Bis 2030 sollen 25 Prozent aller Transportfahrten autonom sein. Die Partnerschaft mit Global Playern wie Baidu und der Aufbau eines hochmodernen Betriebszentrums zielen auf ein schnell wachsendes, zentral gesteuertes Netz ab.

Singapores Weg ist behutsamer und bürgernäher. Durch den Start mit festen Shuttle-Routen in einem Wohngebiet sollen praktische Anschlussprobleme gelöst und öffentliches Vertrauen in die Technologie aufgebaut werden. Die Einbindung lokaler Anbieter wie Grab stellt die Integration in das bestehende Mobilitätssystem sicher. Dieser Ansatz erlaubt es, wertvolle Daten in einer kontrollierten, aber realen Umgebung zu sammeln, bevor komplexere On-Demand-Dienste folgen.

Was die nächsten Monate bringen

Die Entwicklungen markieren einen Wendepunkt: Autonome Mobilität wird vom Forschungsprojekt zum greifbaren Service. Für Dubai sind die kommenden Monate entscheidend. Gelingen die fahrerlosen Tests, könnte der Start 2026 einen neuen Maßstab für Robotaxis im Nahen Osten setzen. Parallel treibt Dubai auch die Luftmobilität voran und plant elektrische Air-Taxi-Dienste mit Joby Aviation noch in diesem Jahr.

In Singapore liegt der Fokus auf der Auswertung des Community-Feedbacks aus Punggol. Die Erkenntnisse werden die öffentliche Einführung und zwei weitere geplante Routen direkt beeinflussen. Der Erfolg dieser Shuttles wird darüber entscheiden, ob die Technologie auf andere Stadtteile und Fahrzeugtypen wie Busse ausgeweitet wird. Für die Bewohner beider Städte wird die Zukunft der Mobilität gerade Wirklichkeit – und könnte effizienter und vernetzter sein als je zuvor.

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