Drohnen-Branche, Phase

Drohnen-Branche erreicht 2026 entscheidende Phase

07.01.2026 - 11:52:12

Die europäische Drohnenindustrie erreicht 2026 mit vereinheitlichten Vorschriften und ersten Testflügen für zertifizierte Lufttaxis einen neuen Reifegrad für kommerzielle Einsätze.

Die europäische Drohnenindustrie startet mit wegweisenden regulatorischen und technologischen Fortschritten ins neue Jahr. Zwei Entwicklungen markieren den Übergang von Nischenprojekten zu standardisierten, kritischen Einsätzen: Die vollständige Harmonisierung des britischen mit dem EU-Recht und der Start des ersten europäischen Testbetriebs für Lufttaxis.

UK schafft mit EU harmonisierten Markt für Profi-Drohnen

Seit dem 1. Januar 2026 gilt im Vereinigten Königreich ein neues, an die EU angeglichenes Klassifizierungssystem. Alle neuen Drohnen auf dem britischen Markt müssen nun eine UK0- bis UK6-Kennzeichnung tragen. Diese entspricht exakt der seit 2024 in der EU verpflichtenden C0-C6-Klassifizierung.

Besonders bedeutsam sind die Klassen UK5 und UK6. Sie entsprechen den EU-Klassen C5 und C6 und sind für anspruchsvolle gewerbliche Einsätze konzipiert. Dazu zählen Flüge außerhalb der Sichtweite des Piloten und Operationen über besiedeltem Gebiet. Für Hersteller und Betreiber, die auf beiden Märkten aktiv sind, vereinfacht diese Harmonisierung die Compliance erheblich. Effektiv entsteht ein einheitlicher europäischer Markt für Hochleistungs-Drohnen.

Parallel dazu ist für alle neu gekennzeichneten Drohnen im UK nun auch Remote ID verpflichtend. Diese Technologie, bei der die Drohne während des Flugs ihre Identifikation und Position sendet, ist eine Grundvoraussetzung für die sichere Integration in den gemeinsamen Luftraum.

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Volocopter startet ersten europäischen eVTOL-Testbetrieb

Während sich die neuen UK-Regeln auf die „Spezifische“ Kategorie beziehen, geht der deutsche Pionier Volocopter einen Schritt weiter. Das Unternehmen startet 2026 den ersten europäischen „Sandkasten“-Betrieb für zertifizierte Fluggeräte der höchsten Risikoklasse.

Nach behördlichen Genehmigungen Ende 2025 kann Volocopter nun unter realen Bedingungen testen. Die Modelle VoloCity und VoloXPro absolvieren Flugversuche, die bereits nah an einem kommerziellen Betrieb sind. In Zusammenarbeit mit der ADAC Luftrettung werden dabei auch Rettungseinsätze erprobt – ein Anwendungsfall, der die strengen Zertifizierungsanforderungen rechtfertigt.

Dieser Testbetrieb ist die finale Phase vor der vollständigen Musterzulassung durch die europäische Luftfahrtbehörde EASA. Volocopter peilt den Start kommerzieller Lufttaxi-Dienste für 2027 an. Der Sandkasten dient als lebendes Labor, um die Einhaltung der höchsten Sicherheitsstandards nachzuweisen.

Neue Sicherheitszentren schaffen Vertrauen

Das Wachstum kritischer Drohnenoperationen erfordert auch vertrauenswürdige Infrastruktur. Belgien hat daher am 1. Januar 2026 sein nationales Luftraum-Sicherheitszentrum (NASC) in den Dauerbetrieb genommen.

Diese Einrichtung fusioniert zivile und militärische Luftraumdaten, um unbefugte Drohnen zu erkennen und abzufangen. Solche Sicherheitsmaßnahmen sind die Grundlage, damit anspruchsvolle Einsätze wie Organ-Transporte oder Infrastruktur-Überwachung ohne Störungen ablaufen können. Sie sind ein zentraler Baustein für die geplante Integration von Drohnenverkehr in den europäischen Luftraum.

Von der Regulierung zur kommerziellen Realität

Die aktuellen Entwicklungen zeigen den Reifeprozess der europäischen Drohnenregulierung. Nach der Einführung der Kategorien „Offen“, „Spezifisch“ und „Zertifiziert“ in den Vorjahren liegt der Fokus 2026 auf der grenzüberschreitenden Harmonisierung und der kommerziellen Umsetzung der anspruchsvollsten Kategorie.

Für Unternehmen bedeutet das: Kritische Einsätze sind keine Pilotprojekte mehr, sondern standardisierte Arbeitsabläufe. Die Verfügbarkeit zertifizierter C5/C6- und UK5/UK6-Drohnen ermöglicht den rechtssicheren Einsatz für lineare Inspektionen oder urbane Überwachung mit geringerem bürokratischem Aufwand.

Der Markt differenziert sich weiter. Initiativen wie das freiwillige EU-Label „Trusted Drone“ für hohe Cybersicherheitsstandards könnten bald zur Einkaufsvoraussetzung für Behörden und kritische Infrastrukturen werden. Compliance entwickelt sich vom Kostenfaktor zum wettbewerbsentscheidenden Vorteil im expandierenden europäischen Drohnenmarkt.

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