Donanemab, Alzheimer-Hoffnungsträger

Donanemab: Neuer Alzheimer-Hoffnungsträger spaltet Experten

04.02.2026 - 17:26:12

Das Alzheimer-Medikament Donanemab (Kisunla) erhielt Zulassungen, doch Kritiker warnen vor schweren Nebenwirkungen und sehen keinen belegten Zusatznutzen.

Der Alzheimer-Antikörper Donanemab hat in den USA die Zulassung und in Europa eine Zulassungsempfehlung erhalten. Doch während einige von einem Durchbruch sprechen, warnen andere vor schweren Risiken und ungeklärten Fragen.

Was kann das Medikament Kisunla?

Donanemab, vermarktet als Kisunla, zielt direkt auf die Ursache der Alzheimer-Krankheit. Der Antikörper beseitigt die für die Demenz typischen Amyloid-Plaques im Gehirn. Nach Lecanemab ist es der zweite Wirkstoff dieser Art mit einer EU-Perspektivzulassung. Beide sollen den geistigen Verfall im Frühstadium der Krankheit bremsen.

Die klinischen Daten klingen vielversprechend: In der TRAILBLAZER-ALZ 2-Studie verlangsamte Donanemab den kognitiven Abbau um etwa 35 Prozent. Fast die Hälfte der behandelten Patienten zeigte nach einem Jahr keine Verschlechterung. Ein Großteil der Studienteilnehmer wies nach 76 Wochen kaum noch Plaques auf.

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Die dunkle Seite der Therapie

Doch der potenzielle Nutzen hat einen hohen Preis. Die Behandlung kann schwere Nebenwirkungen auslösen, sogenannte Amyloid-bedingte Bildgebungsanomalien (ARIA). Diese äußern sich als Hirnschwellungen oder Mikroblutungen.

  • Besonders gefährdet sind Träger des ApoE4-Gens, die ein ohnehin erhöhtes Alzheimer-Risiko haben.
  • Für Menschen mit zwei Kopien dieses Gens ist die Therapie oft nicht empfehlenswert.
  • In den Studien kam es in seltenen Fällen zu tödlichen Verläufen.

Vor einer Behandlung ist daher ein Gentest Pflicht. Zudem erfordert die Therapie eine engmaschige Überwachung durch regelmäßige MRT-Scans – eine Belastung für Patienten und Gesundheitssystem.

Kritik vom IQWiG: „Kein Zusatznutzen nachgewiesen“

In Deutschland sieht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) den Nutzen kritisch. In einer aktuellen Bewertung stellt es fest: Für Donanemab sei kein Zusatznutzen nachgewiesen.

Der Vorwurf: Die Herstellerstudie habe nicht klar zwischen Patienten mit leichter kognitiver Störung und solchen mit leichter Alzheimer-Demenz unterschieden. Da für diese Gruppen unterschiedliche Standardtherapien gelten, sei der Vergleich nicht aussagekräftig.

Experten betonen zudem: Donanemab heilt Alzheimer nicht. Es verzögert den Fortschritt der Krankheit lediglich um einige Monate. Die entscheidende Frage bleibt: Spüren die Patienten diesen statistischen Vorteil im Alltag?

Ein Paradigmenwechsel mit Fragezeichen

Trotz der Kontroversen markieren Donanemab und ähnliche Antikörper einen Wendepunkt. Erstmals greift eine Therapie in einen vermuteten Kernmechanismus der Krankheit ein. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie begrüßt die Entwicklung, mahnt aber zur strengen Patientenauswahl.

Die Debatte zeigt die Komplexität von Alzheimer. Die Beseitigung der Plaques allein reicht womöglich nicht aus. Die Zukunft könnte in Kombinationstherapien liegen, die an mehreren Stellen der Krankheitskaskade ansetzen.

Für Betroffene und Ärzte ist Donanemab eine neue, aber hochkomplexe Option. Die Entscheidung für eine Behandlung wird zur Gratwanderung zwischen Hoffnung und Risiko.

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