Dogecoin, Knick

Dogecoin: Der Knick?

22.01.2026 - 18:36:33

Dogecoin verliert deutlich an Wert, nachdem große Mengen des Meme-Coins auf Handelsplattformen transferiert wurden. ETF-Abflüsse und ein technischer Abwärtstrend verstärken die negative Stimmung.

Dogecoin startet schwach ins Börsenjahr 2026. Nach einem kurzen Jahresauftakt mit deutlichen Gewinnen ist der Meme-Coin inzwischen wieder spürbar zurückgefallen. Vor allem hohe Zuflüsse auf Börsen, ETF-Abflüsse und ein zunehmend skeptischer Markt sorgen für Gegenwind. Spannend ist die Frage, ob neue Projekte aus dem Ökosystem diesen Trend bremsen können.

Kursschwäche nach frühem Jahreshoch

Nach einem flotten Start in das neue Jahr hat Dogecoin in den vergangenen Tagen einen Großteil seiner Anfangsgewinne wieder abgegeben. Der Kurs liegt mit aktuell rund 0,13 US‑Dollar deutlich unter den Monatshochs und mehr als 50 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 0,27 US‑Dollar. Damit steht DOGE trotz nur moderater YTD-Veränderung klar unter dem Einfluss des jüngsten Abgabedrucks.

Charttechnisch hat der Coin in dieser Woche eine wichtige Unterstützungszone um 0,126 US‑Dollar nach unten durchbrochen. Diese Marke fungiert nun eher als Widerstand bei Erholungsversuchen. Die Kursbewegungen seit Jahresbeginn zeigen ein Muster aus schnellen Anstiegen und ebenso raschen Rücksetzern – ein Hinweis auf eine nervöse Marktstruktur.

Große Zuflüsse auf Börsen und ETF-Abflüsse

Ein wesentlicher Treiber der Schwäche kommt von der On-Chain-Seite. Daten von Arkham, ausgewertet von AMBCrypto, zeigen zwischen dem 17. und 20. Januar massive DOGE-Zuflüsse auf zentrale Börsen:

    1. Januar: rund 450 Mio. US‑Dollar in DOGE auf Börsen transferiert
    1. Januar: weitere 252 Mio. US‑Dollar Zuflüsse
  • Insgesamt: 702 Mio. US‑Dollar in nur wenigen Tagen

Historisch gehen solche Bewegungen häufig größeren Verkaufswellen voraus, da Coins für einen möglichen Exit auf Handelsplattformen bereitgestellt werden. Genau dieses Muster hat sich nun materialisiert: Der folgende Kursrückgang passt zu einem Markt, in dem viele Anleger zuerst Liquidität suchen und erst danach wieder über Neueinstiege nachdenken.

Parallel dazu zeigt sich die Zurückhaltung auch auf der institutionellen Seite. Laut SosoValue verzeichneten Dogecoin-bezogene ETF-Produkte am 20. Januar Abflüsse von 406.960 Einheiten nach einer Woche mit eher verhaltenen Mittelbewegungen. Das signalisiert einen Stimmungsumschwung bei professionellen Marktteilnehmern, die ihre Positionen zumindest teilweise reduzieren.

Dabei hatte der Start ins Jahr aus ETF-Sicht noch deutlich freundlicher ausgesehen: Neue Produkte wie ein 2x Dogecoin ETF oder regulierte DOGE-Fonds von Anbietern wie Grayscale und 21Shares verliehen dem Coin zunächst zusätzliche Legitimität. Ein Bloomberg-Analyst hob den 2x DOGE-ETF Anfang Januar sogar als einen der besten Performer zum Jahresstart hervor. Die jüngsten Abflüsse deuten nun darauf hin, dass diese Unterstützung nicht stabil war.

Technisches Bild: Abwärtstrend im Kanal

Aus charttechnischer Perspektive bewegt sich Dogecoin aktuell in einem absteigenden Kanal mit sukzessive tieferen Hochs und Tiefs. Jedes Heranlaufen an die obere Begrenzung des Kanals wird von Verkäufen begleitet. Besonders auffällig: Die Zone zwischen 0,15 und 0,153 US‑Dollar, die zuvor als Unterstützung diente, hat sich in einen klaren Widerstandsbereich verwandelt.

Kurzfristig betrachten Trader vor allem diese Marken:

  • Sofortiger Widerstand: Bereich um 0,126–0,127 US‑Dollar (ehemalige Unterstützung)
  • Nächste Unterstützung: etwa 0,124 US‑Dollar
  • Weitere Unterstützungszone: 0,122–0,123 US‑Dollar
  • Tiefere Absicherung: Bereich um 0,08 US‑Dollar, falls der Abwärtstrend an Dynamik gewinnt

Auch Indikatoren stützen das eher schwache Bild. Der On-Balance-Volume-Indikator (OBV) zeigt einen Abwärtstrend und damit eine Phase der Verteilung – sprich: mehr Verkaufs- als Kaufdruck. Der Chaikin Money Flow (CMF) liegt zwar noch leicht im positiven Bereich, signalisiert also weiterhin gewisse Kaufaktivität, diese reicht aber bislang nicht aus, um die bestehende Struktur zu drehen. Der RSI mit rund 36 nähert sich dem überverkauften Bereich an, bestätigt aber hauptsächlich: Momentum und Stimmung sind angeschlagen.

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Neues Projekt: „Such“-App im Dogecoin-Ökosystem

Ganz auf der Fundamental-Seite gibt es jedoch auch positive Impulse. Am 20. Januar kündigte House of Doge, der offizielle Unternehmensarm der Dogecoin Foundation, gemeinsam mit Fusionspartner Brag House Holdings (NASDAQ: TBH) eine neue Mobile-App mit dem Namen „Such“ an. Der Launch ist für die erste Hälfte 2026 geplant.

Die App soll vor allem die praktische Nutzbarkeit von Dogecoin stärken und umfasst unter anderem:

  • Eine nutzerfreundliche, selbstverwahrte DOGE-Wallet
  • Einen Echtzeit-Feed für Transaktionen
  • Händler-Tools („Hustles“), mit denen kleine Unternehmen DOGE-Zahlungen annehmen können

CEO Marco Margiotta formuliert das Ziel klar: Dogecoin soll sich zu einer breit genutzten, dezentralen Währung entwickeln. Das Entwicklerteam mit Sitz in Melbourne arbeitet seit März 2025 an dem Projekt. Sollte „Such“ tatsächlich im Alltag von Nutzern und Händlern ankommen, könnte das langfristig für zusätzliche Nachfrage nach DOGE sorgen – kurzfristig dominiert aber noch das Marktumfeld.

Marktumfeld: Risikoappetit nimmt ab

Die aktuelle Schwäche von Dogecoin steht nicht isoliert da. Der gesamte Kryptomarkt zeigt sich zuletzt anfällig, wobei Meme-Coins überdurchschnittlich verlieren. Bitcoin ringt mit der Zone um 94.000–95.000 US‑Dollar und kommt nicht nachhaltig nach oben. Das drückt auf die Risikobereitschaft und führt dazu, dass spekulative Segmente wie DOGE stärker verkauft werden.

On-Chain-Daten von Santiment zeichnen ein ähnliches Bild auf der Großanlegerseite. Adressen mit Beständen zwischen 10 und 100 Millionen DOGE bauen ihre Positionen bereits seit Ende Oktober 2025 schrittweise ab. Diese kontinuierliche Verteilung spricht eher für einen strukturellen Positionsabbau als für kurzfristige Gewinnmitnahmen. Selbst die größten Wallets mit mehr als 1 Milliarde DOGE zeigen seit Anfang Januar eine flachere Entwicklung und ab Mitte Januar rückläufige Bestände. Das verstärkt den Eindruck, dass große Halter aktuell eher reduzieren als aufstocken.

Ausblick: Kritische Unterstützungszone im Fokus

Kurzfristig entscheidet sich viel an der Unterstützung zwischen 0,124 und 0,125 US‑Dollar. Hält dieser Bereich, wäre zunächst eine Stabilisierung möglich, wenngleich Erholungsversuche voraussichtlich schon im Bereich 0,126–0,127 US‑Dollar auf erneuten Verkaufsdruck treffen. Rutscht DOGE dagegen unter die nahe liegenden Unterstützungen bei 0,122–0,123 US‑Dollar, rücken deutlich tiefere Niveaus bis hinunter in Richtung 0,10 US‑Dollar in den Bereich des Möglichen.

Mittel- bis langfristig könnten die Einführung der „Such“-App und die weitere Entwicklungsarbeit der Dogecoin Foundation neue Impulse liefern. Im aktuellen Umfeld aus ETF-Abflüssen, starken Börsenzuflüssen und einem technisch klaren Abwärtstrend bleibt der Weg für Dogecoin jedoch vorerst uneben – zumal die allgemeine Marktschwäche und der vorsichtige Kurs der Großanleger zusätzliche Hürden darstellen.

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