Disney zahlt 10 Millionen Dollar Strafe für Kinder-Daten auf YouTube
07.01.2026 - 05:39:12Ein US-Bundesgericht hat einen Vergleich gegen Disney gebilligt. Der Konzern muss 10 Millionen Dollar zahlen, weil er auf YouTube illegal Daten von Kindern gesammelt haben soll. Die Behörden FTC und Justizministerium hatten den Medienriesen verklagt.
Der Vergleich markiert das Ende eines juristischen Tauziehens. Disney soll jahrelang tausende Videos nicht korrekt als Kinderinhalte gekennzeichnet haben. Betroffen waren beliebte Formate wie „Die Eiskönigin“, „Toy Story“ und Micky-Maus-Cartoons.
Statt die Clips als „Made for Kids“ zu markieren, klassifizierte Disney sie pauschal als Inhalte für ein allgemeines Publikum. Diese falsche Einstufung hatte schwerwiegende Folgen:
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- Aktives Tracking: Es blieben Mechanismen aktiv, die dauerhafte Identifikatoren (Cookies) auf den Geräten der jungen Zuschauer speicherten.
- Gezielte Werbung: Mit den gesammelten Daten wurde personalisierte Werbung ausgespielt – bei unter 13-Jährigen strikt verboten.
- Ungeschützte Umgebung: Features wie Autoplay und Kommentare blieben aktiv, die bei Kinderinhalten normalerweise eingeschränkt sind.
Laut Klageschrift der FTC nahm Disney die Kennzeichnung oft nur auf Kanal- statt auf Videoebene vor. So fielen selbst eindeutige Kinderfilme durch das Raster.
Mehr als nur eine Geldstrafe: Strikte Auflagen für Disney
Die finanziellen 10 Millionen Dollar sind für den Milliardenkonzern verkraftbar. Die richterlich verordneten Verhaltenspflichten wiegen schwerer. Disney muss ab sofort ein strenges Prüfprogramm einführen.
Jedes Video muss vor der Veröffentlichung einzeln auf seine Zielgruppe geprüft und korrekt gekennzeichnet werden. Zudem muss Disney die betroffenen Eltern benachrichtigen und deren nachträgliche Zustimmung einholen. Fehlt diese, müssen die illegal gesammelten Daten gelöscht werden.
Das US-Justizministerium betont, dass Eltern so die Kontrolle über die Privatsphäre ihrer Kinder zurückgewinnen sollen.
Ein Warnschuss an die gesamte Content-Branche
FTC-Chef Andrew Ferguson sieht in der Einigung einen „Sieg für Eltern“. Branchenbeobachter erkennen eine Strategie der Behörden: Nachdem YouTube selbst 2019 eine Rekordstrafe zahlen musste, werden nun die großen Content-Lieferanten in die Pflicht genommen.
Kritiker aus dem Datenschutzumfeld halten die Summe von 10 Millionen Dollar für einen bloßen „Klaps auf die Hand“. Die verpflichtenden Compliance-Programme könnten jedoch langfristige Veränderungen in den Konzernen erzwingen.
Der Fall Disney reiht sich in eine globale Welle regulatorischer Maßnahmen ein. Plattformen wie Roblox oder TikTok stehen ebenfalls wegen des Umgangs mit Kinderdaten in der Kritik. Für Disney wiegt der Imageschaden besonders schwer – baut das Unternehmen doch sein Geschäft auf Familienvertrauen auf.
Die Botschaft an die Medienlandschaft ist klar: Die Ausrede, man habe sich auf Plattform-Standards verlassen, gilt vor Gericht nicht mehr. Jeder Anbieter ist für die korrekte Klassifizierung seiner Inhalte selbst verantwortlich.
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