Disney+ schaltet 3D-Filme ab – Patentstreit trifft Apple Vision Pro
08.02.2026 - 22:03:12Ein deutscher Patentstreit zwingt Disney zur Abschaltung von Premium-Streaming-Funktionen in Europa. Besonders betroffen sind Besitzer des Apple Vision Pro, die nun auf ihr 3D-Filmerlebnis verzichten müssen.
München – Ein Urteil des Landgerichts München hat weitreichende Folgen für Streaming-Kunden in Europa. Der Entertainment-Riese Disney hat als Reaktion auf eine erfolgreiche Patentklage der US-Firma InterDigital hochwertige Videoformate wie Dolby Vision und HDR10+ abgeschaltet. Die Maßnahme trifft Nutzer in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Portugal, Polen und den nordischen Ländern. Für Besitzer der teuren Apple Vision Pro-Brille ist das ein herber Schlag: Die gesamte Bibliothek an immersiven 3D-Filmen, die auf Dolby Vision angewiesen ist, ist für sie nicht mehr abrufbar.
Disney spricht offiziell von „technischen Herausforderungen“. Branchenkreise sehen jedoch einen direkten Zusammenhang mit der einstweiligen Verfügung des Münchner Gerichts vom November 2025. Dieses sah es als erwiesen an, dass Disney Patente von InterDigital zur Übertragung von HDR-Videoinhalten (High Dynamic Range) verletzt hat.
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Das Herz des Streits: Patente für besseres Bild
Im Zentrum des Rechtsstreits stehen mindestens zwei Schlüsselpatente der Forschungs- und Entwicklungsfirma InterDigital. Eines betrifft das Streaming von HDR-Inhalten, ein weiteres eine Methode zum dynamischen Überlagern von Videostreams – eine Technik, die auch für Untertitel fundamental ist.
Statt eine Lizenz bei InterDigital zu erwerben, entschied sich Disney, die betroffenen Funktionen einfach abzuschalten. Für Premium-Abonnenten bedeutet das ein heruntergestuftes Seherlebnis: Statt der dynamischen, szene-optimierten Qualität von Dolby Vision oder HDR10+ erhalten sie nur noch das statischere HDR10. Die Abschaltung betrifft zwar auch Smart-TVs, traf aber besonders die Vorzeigefunktion des neuen Apple Vision Pro.
Vision Pro: Das Kino-Erlebnis ist dahin
Für frühe Käufer der hochpreisigen Apple-Brille war der Zugang zu immersiven 3D-Filmen auf Disney+ ein Hauptargument. Nun ist diese Bibliothek in den betroffenen Ländern schlicht verschwunden. Das ist ein Imageschaden für beide Konzerne, die ihre Produkte als Premium-Heimkino-Erlebnis vermarktet hatten.
Nutzer berichteten Anfang Februar 2026 in sozialen Medien vom Verschwinden der Dolby-Vision-Option. Disney hat inzwischen alle Hinweise auf das Format von seinen europäischen und sogar US-amerikanischen Support-Seiten entfernt. Das nährt die Befürchtung, dass das Problem global werden könnte, sollte keine Lizenzvereinbarung zustande kommen.
München: Der globale Schauplatz für Patentkriege
Deutschland, und besonders das Landgericht München, gilt als bevorzugte Arena für internationale Technologie-Patentstreits. Das Rechtssystem ermöglicht vergleichsweise schnelle einstweilige Verfügungen – ein attraktives Instrument für Patentinhaber wie InterDigital.
Der Schritt gegen Disney ist Teil einer globalen Strategie des Unternehmens, das auch in den USA und Brasilien klagt. Solche Taktiken sind in der Tech-Branche üblich: Günstige Urteile in einer Jurisdiktion sollen Druck in weltweiten Lizenzverhandlungen aufbauen. Ähnliche Fälle haben in der Vergangenheit bereits andere Streaming-Dienste in Deutschland getroffen.
Warten auf eine Lösung – in unbekannter Dauer
Disney erklärt, „aktiv daran zu arbeiten, den Zugang zu Dolby Vision wiederherzustellen“. Ein Zeitrahmen bleibt offen. Dem Konzern bleiben drei Optionen: eine teure Lizenz mit InterDigital aushandeln, das Urteil anfechten oder eine technische Lösung entwickeln, die die Patente umgeht.
Bis dahin müssen sich Premium-Abonnenten und Vision-Pro-Nutzer in wichtigen europäischen Märkten mit einem eingeschränkten Service begnügen. Der Fall zeigt, wie fragil das patentrechtliche Fundament der Streaming-Welt ist – und wie schnell juristische Auseinandersetzungen beim Endkunden ankommen. Die Branche beobachtet gespannt, welchen Präzedenzfall Disney hier schaffen wird.
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