Digitalpolitik: Deutschland fordert einfache Lösungen statt Bürokratie
08.01.2026 - 06:30:12
Die Bundesregierung meldet Fortschritte bei der Digitalisierung, doch die Bürger warten auf den praktischen Nutzen. Neue Daten zeigen eine wachsende Kluft zwischen politischen Zielen und gelebter Alltagsrealität.
Laut dem aktuellen „Monitor Digitalpolitik“ des Digitalverbands Bitkom sehen 82 Prozent der Deutschen in der Digitalisierung der Verwaltung eine Top-Priorität. Die Regierung verweist zwar auf eigene Erfolge – 13 Projekte abgeschlossen, 99 in Umsetzung – doch der „digitale Dividende“ für den Bürger bleibt aus. Die Menschen fordern Services, die nicht nur digital, sondern radikal einfach, transparent und inklusiv sind.
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst bringt es auf den Punkt: 2026 müsse das Jahr werden, in dem der Fortschritt endlich spürbar ankomme. Der Fokus verschiebt sich damit von der reinen Online-Stellung hin zur tatsächlichen Entlastung. Die zentrale Frage lautet: Wann werden bürokratische Hürden durch digitale Prozesse wirklich abgebaut?
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„Deutschland-Stack“ als Schlüssel gegen Papierkrieg
Experten drängen auf den raschen Aufbau einer einheitlichen technischen Infrastruktur, des sogenannten „Deutschland-Stacks“. Nur so könnten Bund, Länder und Kommunen ihre Dienste nahtlos verknüpfen. Ein Haupthindernis bleibt die Schriftformerfordernis. Die Wirtschaft fordert die Abschaffung handschriftlicher Unterschriften zugunsten digitaler Verifikationen, um Medienbrüche zu vermeiden.
Ein Hoffnungsträger ist die für 2027 geplante Eudi-Wallet, die europäische digitale Identitätsbörse. Sie soll es Bürgern ermöglichen, sich per Smartphone auszuweisen und Dokumente sicher zu teilen. Könnten damit bald physische Ausweise und Papierbescheinigungen obsolet werden? Die Weichen für einen reibungslosen Start werden dieses Jahr gestellt.
Verbraucherschützer warnen vor digitaler Spaltung
Die Debatte geht über reine Verwaltungseffizienz hinaus. 72 Prozent der Bevölkerung fordern laut Bitkom-Daten vom 4. Januar eine Vereinfachung des Datenschutzes. Bürger wollen klare, verständliche Privatsphäre-Einstellungen statt komplexer Rechtstexte.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) warnt vor Ausgrenzung. Dessen Untersuchungen zeigen: 30 Prozent der Menschen wurden in den letzten sechs Monaten mit der Ablehnung von Barzahlung konfrontiert. Digitale Teilhabe dürfe nicht auf Kosten der Verbraucher-Autonomie gehen, so die Forderung. Der Verband setzt sich für „Digitale Fairness“ ein und kämpft gegen manipulative Oberflächendesigns, sogenannte Dark Patterns.
Diese Diskussion findet parallel auf EU-Ebene statt, wo der Digital Fairness Act dieses Jahr Gestalt annehmen soll. Steht Deutschland vor einem Paradigmenwechsel hin zu nutzerzentrierter Digitalpolitik?
Infrastruktur-Projekte prägen das Regierungsjahr 2026
Die Glaubwürdigkeit der Regierung hängt an der Umsetzung großer Infrastrukturvorhaben. Dazu zählt die noch zu veröffentlichende Nationale Rechenzentrumsstrategie, die digitale Souveränität und nötige Rechenkapazitäten sichern soll. Zudem wird eine Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) im ersten Quartal erwartet, um den Netzausbau zu beschleunigen – ein Anliegen von 62 Prozent der Bürger.
Auf EU-Ebene wird die überarbeitete Cybersecurity-Verordnung Mitte Januar diskutiert, die auch nationale Sicherheitsstandards beeinflussen wird. Die Botschaft der Bevölkerung ist eindeutig: Die Zeit der Ankündigungen ist vorbei. Jetzt zählen einfache, funktionierende und transparente digitale Werkzeuge.
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