Digitalpakt, Regierung

Digitalpakt Alter: Regierung verlängert Förderung bis 2027

11.01.2026 - 12:22:11

Die Bundesregierung verlängert das Förderprogramm für digitale Senioren-Teilhabe um zwei Jahre, um vier Millionen Offline-Bürger zu erreichen und lokale Unterstützungsnetzwerke auszubauen.

Die Bundesregierung verlängert den “Digitalpakt Alter” um zwei Jahre bis Ende 2027. Das Förderprogramm für digitale Teilhabe von Senioren sollte eigentlich dieses Jahr auslaufen. Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund alarmierender Zahlen: Noch immer leben etwa vier Millionen Menschen über 60 komplett offline.

Planungssicherheit für Seniorenarbeit

Die Verlängerung verschafft Trägern und Wohlfahrtsverbänden dringend benötigte Planungssicherheit. Die Initiative von Bundesfamilienministerium und Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) reagiert damit auf einen ungebrochen hohen Bedarf. Projektleiterin Astrid Mönnikes betont, dass die Nachfrage nach Schulungen das aktuelle Angebot bei weitem übersteigt.

Das Ziel bleibt, älteren Menschen nicht nur den Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen, sondern sie im kompetenten Umgang zu stärken. Die zusätzliche Zeit soll genutzt werden, um das Netzwerk lokaler “Erfahrungsorte” weiter auszubauen und neue pädagogische Konzepte zu etablieren.

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Die Angst vor dem falschen Klick

Das Problem ist längst nicht mehr nur fehlende Hardware. Viele Senioren besitzen zwar ein Smartphone – oft ein abgelegtes Gerät der Familie –, fühlen sich in der Anwendung aber extrem unsicher. Die Angst, etwas falsch zu machen oder Opfer von Betrug zu werden, ist groß. Die Folge: Die Geräte landen ungenutzt in der Schublade.

Diese “Nutzungslücke” schließt Menschen von moderner Kommunikation aus. Wer keine Messengerdienste nutzen, keine digitalen Arzttermine vereinbaren oder kein Online-Banking bedienen kann, verliert zunehmend den Anschluss an den Alltag und das soziale Umfeld.

Bibliotheken werden zu digitalen Stützpunkten

Ein Schlüssel der neuen Strategie bis 2027 ist die stärkere Einbindung kommunaler Infrastruktur. Ein Vorreitermodell wird derzeit in Berlin erprobt: Öffentliche Bibliotheken wandeln sich zu niederschwelligen Anlaufstellen für digitale Fragen.

“Bibliotheken sind vertraute Bildungsorte. Jetzt werden sie zu Orten der digitalen Daseinsvorsorge”, erklärt Projektleiter Jacob Philipsen Svaneeng. Senioren können ihre eigenen Geräte mitbringen und sich in sicherer Umgebung Hilfe holen – von der App-Installation bis zum E-Mail-Konto. Dieser “Geh-Struktur”-Ansatz gilt als entscheidender Erfolgsfaktor.

Digitale Teilhabe als Gesundheitsfrage

Die Relevanz des Themas geht weit über Technik hinaus. Studien belegen einen direkten Zusammenhang zwischen digitaler Ausgrenzung und Einsamkeit. Seit der Pandemie hat sich dieses Problem verschärft.

Wenn Familienkommunikation über WhatsApp-Gruppen läuft und Einladungen nur noch digital verschickt werden, fühlen sich Offline-Senioren ausgegrenzt. Gleichzeitig herrscht in der Generation 60plus große Skepsis gegenüber neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz. Rund 60 Prozent sind überzeugt, dass digitale Angebote persönliche Kontakte nicht ersetzen können.

Dennoch sehen Experten gerade in vereinfachten KI-Anwendungen und sprachgesteuerten Assistenten ein großes Potenzial, um Kommunikationsbarrieren abzubauen.

Der deutsche Weg gegen die digitale Spaltung

Die Verlängerung des Pakts fällt in eine Phase des demografischen Umbruchs. Der Anteil Hochaltriger wächst rasant. Für viele von ihnen ist das Internet das einzige Fenster zur Welt.

Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland hinterher. Während in Ländern wie Dänemark oder Estland digitale Behördengänge für Senioren Alltag sind, kämpft Deutschland noch mit der Vermittlung von Basiskompetenzen. Der “deutsche Weg” setzt stark auf zivilgesellschaftliches Engagement und die Einbindung von Wohlfahrtsverbänden statt auf rein staatliche Lösungen.

In den kommenden Monaten werden die lokalen Kampagnen intensiviert. Die Zahl der “Erfahrungsorte” soll deutlich steigen. Gleichzeitig rückt die ethische Frage in den Fokus: Wie viel “Recht auf analoges Leben” muss bestehen bleiben, um niemanden unfreiwillig auszuschließen?

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