Digitaler Steuerbescheid für Rentner erst 2027 verpflichtend
21.01.2026 - 07:39:12Die Bundesregierung verschiebt die Pflicht zum digitalen Steuerbescheid für Rentner um ein Jahr. Statt 2026 tritt die Neuregelung erst 2027 in Kraft.
Eigentlich sollte ab diesem Jahr Schluss sein mit dem Papierkrieg: Nach dem vierten Bürokratieentlastungsgesetz (BEG IV) war geplant, dass Millionen Rentner ihren Steuerbescheid automatisch digital erhalten. Doch diese umstrittene Pflicht wird nun aufgeschoben. Für das Steuerjahr 2026 bleibt alles beim Alten. Wer seinen Bescheid elektronisch über ELSTER bekommen möchte, muss weiterhin aktiv zustimmen.
Die überraschende Verschiebung soll allen Beteiligten mehr Vorbereitungszeit geben. Vor allem die über sieben Millionen steuerpflichtigen Rentner in Deutschland atmen vorerst auf. Viele von ihnen haben Bedenken, den Überblick zu verlieren, wenn der gewohnte Brief ausbleibt.
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So läuft es 2026 – und was ab 2027 kommt
Für Rentner ändert sich im laufenden Jahr praktisch nichts. Die bisherige Regelung gilt weiter: Wer seine Steuererklärung in Papierform einreicht, bekommt den Bescheid auch per Post. Nur wer digital über ELSTER einreicht und explizit zustimmt, erhält den Bescheid elektronisch.
Doch die digitale Zukunft ist nur vertagt. Ab dem 1. Januar 2027 wird alles anders. Dann tritt der neue § 122a der Abgabenordnung in Kraft. Die elektronische Zustellung wird zum Regelfall für alle, die ihre Erklärung digital einreichen. Die Zustimmungspflicht entfällt. Wer weiterhin Papier will, muss dies aktiv beantragen oder der digitalen Zustellung widersprechen.
Die Umstellung birgt Risiken: Sobald der digitale Bescheid im ELSTER-Postfach liegt, gilt er nach vier Tagen als zugestellt. Dann beginnt die einmonatige Einspruchsfrist zu laufen. Wer sein Postfach nicht regelmäßig prüft, riskiert Fristversäumnisse.
Warum die Verzögerung? Digitale Spaltung als Sorge
Offiziell will die Regierung mit der Verschiebung Bürgern, Beratern und Behörden mehr Einübungszeit geben. Die Maßnahme ist Teil der umfassenden Digitalisierungsstrategie der Verwaltung. Langfristig sollen Effizienz und Bürokratieabbau stehen.
Doch im Hintergrund spielen auch warnende Stimmen eine Rolle. Sozialverbände fürchten eine digitale Spaltung. Sie argumentieren, dass viele ältere Menschen ohne regelmäßigen Internetzugang oder digitale Kenntnisse abgehängt werden könnten. Die gewohnte Papierpost bietet für sie eine wichtige Sicherheit.
Jetzt handeln: So bereiten sich Rentner vor
Auch wenn die Pflicht erst 2027 kommt, lohnt sich frühes Handeln. Der erste Schritt ist die Einrichtung eines ELSTER-Zugangs. Hier können nicht nur Erklärungen eingereicht, sondern auch Bescheide sicher empfangen werden.
Wer sich den Umgang mit dem Portal nicht zutraut, sollte frühzeitig Unterstützung organisieren. Angehörige, Lohnsteuerhilfevereine oder Steuerberater können helfen. Die gewonnene Zeit bis 2027 sollte genutzt werden, um digitale Kompetenzen aufzubauen oder feste Anlaufstellen zu finden.
Die Weichen sind gestellt: Die digitale Steuerkommunikation kommt. Die Frage ist nur, wie gut Deutschland seine Rentner darauf vorbereitet.
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