Digitaler Produktpass: Ab 2027 wird Transparenz Pflicht
23.01.2026 - 20:10:12Der Digitale Produktpass (DPP) kommt – und stellt die Wirtschaft vor eine Mammutaufgabe. Ab 2027 wird er für erste Produktgruppen wie Batterien, Textilien und Elektronik schrittweise verpflichtend. Die EU-Verordnung zielt auf eine lückenlose Dokumentation des gesamten Produktlebenszyklus ab. Für Unternehmen ist das mehr als Bürokratie: Es ist eine fundamentale Veränderung ihrer Arbeitsweise.
Was steckt hinter dem digitalen Produktpass?
Der DPP funktioniert wie ein digitaler Zwilling für physische Güter. Ein QR-Code oder RFID-Chip auf dem Produkt verweist auf eine zentrale Datensammlung. Dort finden sich alle Informationen – von der Herkunft der Rohstoffe über den CO2-Fußabdruck bis hin zu Reparaturanleitungen.
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Das klare Ziel der EU ist die Förderung einer echten Kreislaufwirtschaft. Produkte sollen länger halten, besser repariert und effizienter recycelt werden können. Für Verbraucher bedeutet das endlich Transparenz. Für Unternehmen wird die eigene Lieferkette zum ersten Mal vollständig sichtbar.
Die Technologie: Blockchain ist nur eine Option
Oft fällt das Stichwort Blockchain, doch die Vorgaben der EU sind technologieoffen. Nicht die verwendete Technik ist entscheidend, sondern das Ergebnis: Die Daten müssen strukturiert, interoperabel und standardisiert sein.
Unternehmen können bestehende ERP-Systeme erweitern, spezielle Plattformen nutzen oder eigene Lösungen entwickeln. Der Kern ist die Schaffung einer einzigen, verlässlichen Wahrheit über jedes Produkt, auf die alle Beteiligten der Wertschöpfungskette zugreifen können.
Vom Kostenfaktor zum Wettbewerbsvorteil
Viele Firmen sehen im DPP zunächst eine teure Pflichtübung. Doch die frühen Umsetzer erkennen bereits den strategischen Nutzen. Eine lückenlos dokumentierte Lieferkette schafft Vertrauen bei umweltbewussten Kunden.
Die gesammelten Daten ermöglichen zudem:
* Die Optimierung von Produktionsprozessen und die Reduzierung von Ressourcenverschwendung.
* Die Entwicklung neuer, datengetriebener Dienstleistungen wie erweiterte Garantien oder Rücknahme-Services.
* Eine reibungslosere Zusammenarbeit mit Zulieferern und Partnern.
Experten warnen: Wer jetzt nicht handelt, verpasst den Anschluss. Die Fähigkeit, Produktdaten transparent zu machen, wird zum neuen Leistungsindikator in der Industrie.
Der Zeitplan: Der Countdown läuft
Der Fahrplan der EU ist ambitioniert und lässt wenig Spielraum:
* Ab Februar 2027 wird der digitale Batteriepass für viele Industrie- und Fahrzeugbatterien verpflichtend.
* Kurz darauf sollen Regelungen für Textilien, Möbel sowie Eisen und Stahl folgen.
* Bis 2030 soll der DPP für einen Großteil der in der EU verkauften Produkte gelten.
Die Botschaft an die Wirtschaft ist klar: Warten Sie nicht auf die finalen Rechtsakte. Beginnen Sie jetzt mit der Analyse Ihrer Daten und entwickeln Sie eine Umsetzungsstrategie. Die Investition in digitale Kompetenzen entscheidet über die Zukunftsfähigkeit im europäischen Markt.
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