Digitaler Präsentismus wird 2026 zur Gesundheitsfalle
06.01.2026 - 05:53:12Eine neue Form der Selbstausbeutung breitet sich in der hybriden Arbeitswelt aus. Der sogenannte digitale Präsentismus verleitet Beschäftigte dazu, sich auch krank an den heimischen Rechner zu schleppen. Arbeitsmediziner schlagen Alarm.
Die unsichtbare Epidemie im Homeoffice
Aktuelle Analysen zeigen: Die Grenze zwischen arbeitsfähig und krank verschwimmt. Rund 63 Prozent der Beschäftigten arbeiteten bereits 2025, obwohl sie sich richtig krank fühlten. Im hybriden Arbeitsmodell wird dieses Verhalten zur gefährlichen Norm.
Besonders tückisch ist die Situation in der „Sandwich-Position“ des Homeoffice. Die soziale Kontrolle durch Kollegen fehlt, die eigene Ersetzbarkeit wird als Bedrohung wahrgenommen. Die Folge: Krankheiten werden verschleppt, die Erholung bleibt aus.
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Misstrauen befeuert toxische Verhaltensmuster
Parallel dazu etabliert sich ein gegenläufiger Trend, der die Vertrauenskrise vertieft: „Coffee Badging“. Dabei erscheinen Mitarbeiter nur kurz im Büro, um Anwesenheit zu signalisieren, und arbeiten dann von zuhause weiter. Etwa 41 Prozent der hybrid Arbeitenden nutzen diese Taktik.
Das offenbart ein fundamentales Führungsproblem. Wenn Leistung nur durch sichtbare Präsenz – online oder offline – validiert wird, entstehen schädliche Dynamiken. Die grüne Statuslampe im Messenger wird zum falschen Produktivitäts-Indikator.
Mentale Gesundheit wird zum Wirtschaftsfaktor
Die wirtschaftlichen Folgen sind massiv. Psychische Erkrankungen haben in den letzten zehn Jahren um über 40 Prozent zugenommen. Für 2026 prognostizieren Experten klare Wettbewerbsnachteile für Unternehmen ohne aktive Burnout-Prävention.
- 88 Prozent der Beschäftigten wollen nicht auf Homeoffice-Tage verzichten.
- Die Herausforderung: Diese Flexibilität muss zur Gesundheitsfalle werden.
- Vorreiter setzen auf „Whole-Person Care“ und integrieren Erholung als festen Leistungsbestandteil.
Führungskräfte werden zu Risikomanagern
Der Jahreswechsel markiert einen Wendepunkt. Dominierte früher der Infektionsschutz, geht es 2026 um den Schutz vor der Entgrenzung der Arbeit. Die Gefahren sind unsichtbar und digital.
Führungskräfte müssen lernen, Erschöpfung auch über Video-Calls zu erkennen. Ihre Rolle wandelt sich zum „psychosozialen Risikomanager“. Wer die Warnsignale ignoriert, riskiert Langzeitausfälle und verschärft den Fachkräftemangel.
Was kommt 2026 auf uns zu?
Das Jahr wird regulatorische Debatten bringen. Gewerkschaften fordern schärfere Regeln zur Erreichbarkeit und ein wirksames „Recht auf Abschalten“ auch im Homeoffice. KI-Tools zur Messung der Arbeitsbelastung könnten Teil der Lösung werden, indem sie Überlastung früh erkennen.
Die hybride Arbeit bleibt. Doch 2026 werden ihre Spielregeln neu geschrieben. Der Erfolg eines Unternehmens wird sich immer stärker an der Gesundheit seiner Belegschaft messen – und nicht an deren dauerhafter digitaler Verfügbarkeit.
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