Digitale, Erschöpfung

Digitale Erschöpfung: Jeder Dritte kann nach Feierabend nicht abschalten

22.01.2026 - 22:33:12

Eine Welle der digitalen Erschöpfung erfasst die deutsche Arbeitswelt. Aktuelle Daten belegen: Die ständige Erreichbarkeit macht krank.

Die Zahlen sind alarmierend. Laut dem aktuellen Stressreport der Techniker Krankenkasse (TK), veröffentlicht am 21. Januar 2026, fühlt sich fast ein Drittel der Beschäftigten nach Feierabend nicht mehr in der Lage, mental von der Arbeit abzuschalten. 42 Prozent fühlen sich oft „abgearbeitet und verbraucht“. Für 29 Prozent leidet sogar das Privatleben. Die Hauptgründe: ein zu hohes Pensum, permanenter Termindruck, ständige Unterbrechungen und eine überwältigende Informationsflut.

Die Problematik wird durch eine klaffende Gesetzeslücke verschärft. Der Europäische Ausschuss für soziale Rechte kritisierte am selben Tag, dass Deutschland keinen ausreichenden Schutz vor psychosozialen Risiken am Arbeitsplatz biete. Konkret bemängelt wurde das fehlende, gesetzlich verankerte „Recht auf Nichterreichbarkeit“.

Zwar schreibt das Arbeitszeitgesetz eine ununterbrochene Ruhezeit von elf Stunden vor. In der Praxis des digitalen Arbeitens wird dieser Schutz jedoch ausgehebelt. Eine spätabendliche E-Mail oder eine Nachricht im Team-Chat kann die notwendige Erholung bereits zunichtemachen. Unternehmen und Mitarbeiter agieren in einer rechtlichen Grauzone.

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Fokus-Zeiten und klare Regeln: So können Unternehmen gegensteuern

Immer mehr Firmen ergreifen daher selbst die Initiative. Ein wirksames Mittel sind gezielte Kommunikationspausen. Dabei geht es nicht um zusätzliche Kaffeepausen, sondern um feste Zeitfenster für konzentriertes Arbeiten.

Beispiele sind „Fokus-Stunden“ ohne Meetings, das Abschalten von E-Mail-Servern nach 18 Uhr oder klare Teamvereinbarungen zur Erreichbarkeit am Wochenende. Solche Maßnahmen bekämpfen direkt die Hauptstressfaktoren: Sie reduzieren Unterbrechungen, bändigen die Informationsflut und schaffen Raum für mentale Regeneration.

Debatte verfehlt das Kernproblem: Es geht um Ursachen, nicht Symptome

Die politische Diskussion konzentriert sich derweil oft auf die falschen Themen. Die Debatte um Krankschreibungen und Fehltage greift zu kurz, kritisieren Experten. Langzeiterkrankungen durch chronische Überlastung seien das viel größere Problem als kurzfristige Infekte.

Eine Studie der Pronova BKK zeigt: Psychische Überlastung ist ein Hauptgrund für sogenannte „Bettkantenentscheidungen“ – also das kurzfristige Krankmelden. Statt Kontrollen zu verschärfen, müsse die Prävention von Dauerstress in den Fokus rücken.

Wettbewerb um Fachkräfte erhöht den Druck zum Handeln

Der Druck auf Politik und Wirtschaft wächst. Die Kritik aus Europa dürfte die Bundesregierung zu einem besseren rechtlichen Rahmen drängen. Unabhängig davon werden Unternehmen handeln müssen, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben.

Eine gesunde Arbeitskultur, die das Wohl der Mitarbeiter ernst nimmt, wird zum entscheidenden Standortvorteil. Die geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes mit transparenterer Zeiterfassung könnte hier weiteren Rückenwind liefern. Die Prävention von digitalem Stress wird zur Kernaufgabe des modernen Personalmanagements.

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