Digitale, Behördendienste

Digitale Behördendienste: Dreifach-Störung trifft Steuerberater und Firmen

29.01.2026 - 10:14:12

Drei zentrale Verwaltungsportale für Steuern und Soziales sind durch Wartungsarbeiten eingeschränkt, was zu Ausfällen und Verzögerungen für Unternehmen und Steuerberater führt.

Steuerberater und Unternehmen müssen sich heute auf Behinderungen bei digitalen Behördengängen einstellen. Gleich drei zentrale Portale für Steuern, Sozialversicherung und Verwaltung sind von Wartungsarbeiten betroffen – teils mit spürbaren Nachwirkungen.

BundID schränkt europäische Anmeldung am Nachmittag ein

Das zentrale Verwaltungsportal BundID wird heute Nachmittag extern gewartet. Laut Mitteilung des betreibenden Bundesinnenministeriums (BMI) ist die Funktion „Registrierung mit einer europäischen ID“ zwischen 15:00 und 16:00 Uhr eingeschränkt. Diese Authentifizierung wird vor allem für grenzüberschreitende Verwaltungsvorgänge und nicht-deutsche Staatsbürger genutzt. BundID ist das zentrale Login für zahlreiche digitale Behördendienste von Arbeitsagentur bis Finanzamt. Nutzer sollten sich auf mögliche Störungen einstellen, auch wenn andere Login-Methoden wie der deutsche Personalausweis offiziell nicht betroffen sind.

Rentenversicherung: Portal-Vormittag war ausgefallen

Bereits heute Morgen war das Kundenportal der Deutsche Rentenversicherung (DRV) für zwei Stunden nicht erreichbar. Zwischen 8:30 und 10:30 Uhr fielen das Portal und das elektronische Postfach aus. Damit konnten Arbeitgeber und Steuerberater in den kritischen Morgenstunden keine elektronischen Bescheide abrufen oder Daten übermitteln. Die Dienste sind zwar wieder online, doch für Lohnbuchhalter und Personalabteilungen, die Ende Januar unter Zeitdruck arbeiten, könnte der Ausfall zu Rückständen geführt haben. Die elektronische Abfrage von Sozialversicherungsdaten ist für Arbeitgeber verpflichtend.

ELSTER kämpft mit Nachwirkungen von Systemarbeiten

Das Steuerportal ELSTER ist zwar grundsätzlich erreichbar, leidet aber noch unter den Folgen einer größeren Wartung am Mittwoch. Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) hatte das Verfahren für die Steuer-Identifikationsnummer (IdNr) zwischen 16:00 und 20:00 Uhr gewartet. Offizielle Hinweise warnten vor „verzögerter Übermittlung von Aktivierungsdaten“. Steuerberater und Bürger, die gestern Registrierungen beantragt haben, müssen daher weiter mit Verzögerungen bei Bestätigungscodes rechnen. Auch die Abfrage des Steuerkontos war am Mittwochabend bundesweit nicht möglich. Berater sollten heute überprüfen, ob alle Buchungen aktuell sind.

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Fragile Infrastruktur und nächste Wartungstermine

Die Häufung von Wartungsfenstern innerhalb von 24 Stunden zeigt die Anfälligkeit der digitalen Verwaltungsinfrastruktur. Die Integration der „Europäischen ID“ in BundID ist ein komplexes technisches Vorhaben, das EU-Vorschriften (eIDAS) erfordert. Die heutige Wartung deutet auf Updates an diesen grenzüberschreitenden Protokollen hin.

Bereits nächste Woche steht der nächste geplante Ausfall an: Laut DATEV-Statusberichten wird das besondere elektronische Steuerberater-Postfach (beSt) am Dienstag, dem 3. Februar 2026, zwischen 0:00 und 2:00 Uhr gewartet. Die Anmeldung über die Berufsidentität auf der Steuerberaterplattform wird dann eingeschränkt sein.

Für den Rest des Tages raten Experten dringend dazu:
* Dringende BundID-Vorgänge noch vor 15:00 Uhr abzuschließen.
* Verpasste Abrufe von Sozialversicherungsdaten vom Vormittagsausfall nachzuholen.
* ELSTER-Eingangsbestätigungen genau zu überwachen, da Verzögerungen aus dem Backlog möglich sind.

Die Behörden betonen, dass die Wartungen für die Sicherheit und Stabilität der Dienste notwendig sind, die mit sensiblen Bürger- und Unternehmensdaten umgehen. Für die Nutzer bedeutet es jedoch einen weiteren Tag im digitalen Behördendschungel.

@ boerse-global.de