Digital Switzerland 2026: Strategie für digitale Souveränität tritt in Kraft
03.01.2026 - 04:25:12Die Schweiz setzt mit ihrer neuen Digitalstrategie 2026 klare Prioritäten auf digitale Unabhängigkeit, Cyber-Resilienz und die Einführung einer staatlichen elektronischen Identität.
Die Schweiz startet mit einer neuen digitalen Roadmap ins neue Jahr. Die Strategie “Digital Switzerland 2026” ist seit dem 1. Januar in Kraft und setzt klare Prioritäten: digitale Unabhängigkeit, Cyber-Resilienz und eine staatliche E-ID stehen 2026 im Fokus.
Drei Schwerpunkte für das digitale Jahr
Die vom Bundesrat Ende Dezember 2025 verabschiedete Strategie ersetzt die Vorjahresversion und gibt verbindliche Richtlinien für die Bundesverwaltung vor. Sie dient auch Kantonen, Gemeinden und der Wirtschaft als Orientierungsrahmen. Der Jahreswechsel markiert den Übergang von der Planung in die Umsetzungsphase. Drei Themen dominieren die Agenda: Digitale Souveränität, der Digitale Gaststaat und die Elektronische Identität (E-ID).
Ziel ist es, dass die gesamte Bevölkerung von einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Digitalisierung profitiert. Die jährliche Aktualisierung ermöglicht es der Regierung, flexibel auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren. Für 2026 hat der Bundesrat die Fähigkeit priorisiert, die Kontrolle über digitale Infrastrukturen und Daten zu behalten. Branchenbeobachter werten dies als direkte Antwort auf globale Abhängigkeiten und Sicherheitsrisiken der letzten Jahre.
Digitale Souveränität als Kernpfeiler
Das Herzstück der Strategie ist die Stärkung der digitalen Souveränität. Die Bundesverwaltung hat nun den Auftrag, ihre Widerstandsfähigkeit gezielt zu erhöhen, um auch in Krisenzeiten handlungsfähig zu bleiben. Diese Fokussierung baut auf einem Grundsatzbericht von Ende 2025 auf. Darin definierte der Bundesrat digitale Souveränität nicht als totale Autarkie, sondern als die Fähigkeit des Staates, im digitalen Raum handlungsfähig und selbstbestimmt zu bleiben.
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Um dies umzusetzen, wurde eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe unter Führung des VBS und des EDA eingesetzt. Ihre Hauptaufgabe für 2026: Sicherheits- und außenpolitische Risiken digitaler Ressourcen identifizieren und Gegenmaßnahmen entwickeln. Dazu gehört auch, kritische Abhängigkeiten von ausländischen Technologieanbietern zu reduzieren, sofern sie die staatliche Handlungsfähigkeit gefährden könnten.
Experten betonen, dass es hier nicht mehr um theoretische Debatten über “Cloud-Souveränität” geht, sondern um konkrete Verwaltungshandlungen. Die Strategie schreibt vor, dass die Regierung ihre digitalen Lieferketten verstehen und kritische Dateninfrastrukturen vor extraterritorialem Zugriff oder Störungen schützen muss.
Internationale Rolle und E-ID im Fokus
Neben der Souveränität betont die Strategie die Rolle der Schweiz als “Digitaler Gaststaat”. Mit dem Inkrafttreten intensiviert das EDA seine Bemühungen, den Standort Internationales Genf als globalen Hub für digitale Governance und Datensicherheit zu positionieren. Ziel ist es, internationalen Organisationen eine sichere digitale Umgebung mit hoher Cyber-Resilienz und vertrauenswürdigen Rechenzentren zu bieten. Dies soll wichtige digitale Akteure nach Genf locken und die diplomatische Relevanz der Schweiz im digitalen Zeitalter stärken.
Das dritte Schwerpunktthema, die staatliche E-ID, tritt 2026 in eine kritische Phase. Nach dem im Jahr 2025 erzielten politischen Konsens für eine freiwillige, staatlich ausgegebene E-ID liegt der Fokus nun auf der technischen und organisatorischen Umsetzung. Das Bundesamt für Justiz (BJ) leitet die Einführung. Das System setzt auf einen “selbstbestimmten Identitätsansatz” (Self-Sovereign Identity), der Privatsphäre und Datensparsamkeit priorisiert – ein direktes Spiegelbild des übergreifenden Souveränitätsgedankens.
Konkrete Maßnahmen im Aktionsplan
Mit der Strategie ist auch der dynamische “Aktionsplan 2026” in Kraft getreten. Er listet konkrete Maßnahmen und Projekte von Bundesämtern, Kantonen und externen Partnern auf, die zu den Strategiezielen beitragen.
Zu den wichtigsten Vorhaben im ersten Quartal 2026 zählen:
* Cybersicherheits-Tests: Bis Ende Januar 2026 können Organisationen die neue “Cybersecurity and Resilience Method (CSRM)” testen und Feedback geben. Dieses Tool soll Sicherheitsbewertungen kritischer Infrastrukturen standardisieren.
* Government-Cloud-Projekte: Die Migration von Bundesdienstleistungen in sichere Cloud-Umgebungen wird fortgesetzt. Dabei müssen die Vorteile öffentlicher Cloud-Dienste mit den strengen Datensouveränitätsanforderungen der neuen Strategie in Einklang gebracht werden.
* Open-Source-Förderung: Ein erneuter Schub für Open-Source-Software in der Verwaltung soll Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern reduzieren und die Transparenz erhöhen. Dies wurde Ende 2025 vom beratenden Ausschuss “Digital Switzerland” stark befürwortet.
Reaktionen und Herausforderungen
Die Konkretisierung der Strategie erfolgt zu einer Zeit, in der Digitalpolitik zunehmend durch die Brille der nationalen Sicherheit betrachtet wird. Die Priorisierung der Souveränität durch den Bundesrat stellt die Schweiz in eine Reihe mit breiteren europäischen Trends. Sie behält jedoch einen distinkt schweizerischen Ansatz bei, der offene Märkte und internationale Kooperation über Protektionismus stellt.
Marktanalysten gehen davon aus, dass die Klarheit der neuen Strategie Unternehmen helfen wird, ihre eigenen Digitalisierungsroadmaps anzupassen. Indem die Regierung klare “Leitplanken” für den Einsatz digitaler Ressourcen im öffentlichen Sektor definiert, signalisiert sie eine Nachfrage nach sicheren, transparenten und lokal konformen Technologielösungen. Dies könnte einheimischen IT-Dienstleistern und Rechenzentren, die in Hochsicherheitsinfrastruktur investiert haben, Auftrieb geben.
Die Herausforderungen bleiben jedoch beträchtlich. Die Einführung der E-ID stieß in der Vergangenheit auf öffentliche Skepsis bezüglich des Datenschutzes. Die Initiative “Digitaler Gaststaat” erfordert erhebliche diplomatische und technische Investitionen, um mit anderen globalen Digital-Hubs konkurrieren zu können. Die Umsetzung der ambitionierten Pläne wird das digitale Jahr 2026 in der Schweiz entscheidend prägen.
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