Digital-Lotsen, Ehrenamtliche

Digital-Lotsen: Ehrenamtliche Helfer schließen die digitale Kluft für Senioren

20.01.2026 - 08:02:12

Drei Viertel der Senioren sind online, doch fast alle benötigen Hilfe. Der Bund fördert deshalb den flächendeckenden Ausbau von ehrenamtlichen Digital-Lotsen bis 2030.

Drei Viertel der über 65-Jährigen sind online – doch fast alle wünschen sich mehr Unterstützung. Während die Internetnutzung unter Senioren einen Höchststand erreicht, wächst der Bedarf an persönlicher Hilfe im digitalen Alltag. Ehrenamtliche „Digital-Lotsen“ werden zur unverzichtbaren Stütze, um die Teilhabe für alle zu sichern.

Studie zeigt: Nutzung steigt, Souveränität fehlt

Eine repräsentative Studie von Bitkom und dem Bundesfamilienministerium zeichnet ein klares Bild: 74 Prozent der Menschen ab 65 Jahren sind inzwischen online. Vor fünf Jahren waren es erst 48 Prozent. Die Nutzung konzentriert sich auf E-Mails, Messenger und die Informationsrecherche.

Doch zwischen Nutzung und echter digitaler Souveränität klafft eine Lücke. Fast alle Befragten (96 Prozent) wünschen sich Hilfsangebote. Konkret gefragt sind ein Hilfetelefon für digitale Fragen (78 Prozent) und günstige Schulungen vor Ort (66 Prozent). Bislang springen meist Familie oder Freunde (54 Prozent) ein – ein klarer Hinweis auf den Bedarf an verlässlichen, professionellen Strukturen.

Das Erfolgsrezept: Geduldige Hilfe von Mensch zu Mensch

Genau hier setzen die Digital-Lotsen an. In Hunderten Kommunen engagieren sich Freiwillige, um älteren Menschen bei Fragen zu Smartphone, Tablet und Internet zur Seite zu stehen. Die Angebote sind niedrigschwellig: Oft handelt es sich um offene Sprechstunden in Bibliotheken, Mehrgenerationenhäusern oder Seniorentreffs.

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Ein Vorreiter ist Hessen. Seit 2021 sind dort über 600 Ehrenamtliche an mehr als 70 Standorten aktiv. In Orten wie Linsengericht im Main-Kinzig-Kreis helfen sie bei konkreten Problemen – von der App-Installation bis zur sicheren Nutzung von Online-Banking. Der Fokus liegt darauf, Ängste abzubauen und den praktischen Nutzen für mehr Selbstständigkeit im Alltag zu vermitteln.

„DigitalPakt Alter“: Bund fördert den flächendeckenden Ausbau

Die politische Bedeutung dieser Graswurzelbewegung wächst. Der „DigitalPakt Alter“, eine Initiative des Bundesfamilienministeriums und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), geht 2026 in eine neue, vierjährige Förderphase. Das Ziel: tragfähige Strukturen insbesondere in ländlichen Regionen aufbauen.

Gefördert werden sogenannte „Erfahrungsorte“ als lokale Anlaufstellen. Bis Ende 2025 sollen 300 solcher Orte entstehen, für 2026 sind 50 weitere geplant. Ergänzt wird das Netz durch mobile Projekte wie den „Digitalen Engel“, der mit Infomobilen durch die Republik tourt, um Menschen direkt vor Ort zu erreichen.

Digitale Teilhabe wird zur gesellschaftlichen Pflichtaufgabe

Die fortschreitende Digitalisierung von Behörden, Gesundheitswesen und Alltagsgeschäften macht Grundkompetenzen zur Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Wer kein Online-Formular ausfüllen oder einen digitalen Arzttermin buchen kann, droht abgehängt zu werden.

Die Digital-Lotsen sind daher mehr als ein netter Service. Sie sind ein zentraler Baustein im Kampf gegen die digitale Spaltung. Sie bieten verlässliche, neutrale Hilfe, die über die oft sporadische Unterstützung durch Angehörige hinausgeht. Die staatliche Förderung signalisiert: Die digitale Befähigung Älterer wird endlich als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden.

Ausblick: Ein Netzwerk bis 2030 und darüber hinaus

Die Weichen für die Zukunft sind gestellt. Der „DigitalPakt Alter“ wurde bis mindestens 2030 verlängert. Neue Kooperationspartner wie die Commerzbank Stiftung, Uber und die FUNKE Mediengruppe sichern die Finanzierung. Künftig soll der Fokus auf der Qualifizierung kommunaler Fachkräfte und einheitlichen Schulungsstandards liegen.

Das Ziel ist ambitioniert, aber klar: Jeder Senior in Deutschland soll in erreichbarer Nähe einen kompetenten Ansprechpartner für digitale Fragen finden. Ob in der Bibliothek oder im Beratungsbus – die Digital-Lotsen bleiben der Schlüssel, um der Generation 65+ den Weg in die digitale Welt zu ebnen.

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