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Digital Independence Day: Nutzer fordern Kontrolle über ihre Smartphones zurück

04.01.2026 - 07:30:12

Am ersten Sonntag des Jahres startet ein bundesweiter Aktionstag für digitale Selbstbestimmung. Der Chaos Computer Club (CCC) und Partner bieten in über 15 Städten praktische Hilfe an, um sich aus den Ökosystemen von Google, Apple & Co. zu lösen.

Der sogenannte Digital Independence Day ist die praktische Umsetzung einer Initiative vom jüngsten Chaos Communication Congress (39C3). In Workshops und “Installationspartys” zeigen Aktivisten heute, wie Nutzer ihre Smartphones einem Privacy-Check unterziehen können. Der Fokus liegt auf dem Wechsel zu datenschutzfreundlichen Alternativen.

In lokalen Hackspaces unterstützen Ehrenamtliche Besucher dabei, konkrete Schritte umzusetzen. Ein zentraler Punkt ist der Abschied von datenhungrigen Diensten. Viele wechseln von WhatsApp zu verschlüsselten Alternativen wie Signal.

Doch die Ambitionen gehen weiter. In einigen Städten, wie bei TUXEDO Computers in Augsburg, wird auch Hilfe bei komplexeren Eingriffen angeboten. Dort thematisieren Experten die Installation datenschutzfreundlicher Android-Varianten wie GrapheneOS. Die Botschaft ist klar: Wer die Software nicht kontrolliert, kontrolliert das Gerät nicht.

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Warum der Zeitpunkt jetzt so dringlich ist

Sicherheitsanalysen der letzten Monate deuten auf eine verschärfte Bedrohungslage hin. Experten prognostizierten für 2026 einen massiven Anstieg von KI-gestützten Phishing-Angriffen, die gezielt Smartphone-Nutzer ins Visier nehmen.

Die Organisatoren betonen: Echte Sicherheit kommt nicht von einer Antiviren-App, sondern von Datensparsamkeit und Systemhoheit. Daher ist ein Kernstück des heutigen Aktionstags die Überprüfung von App-Berechtigungen. Viele Apps fordern unnötige Zugriffe auf Standort oder Mikrofon – ein Risiko, das sich minimieren lässt.

Der digitale Frühjahrsputz für zu Hause

Für alle, die keinen Workshop besuchen können, stellen die Initiatoren Leitfäden online. Der empfohlene Privacy-Check basiert auf drei Säulen:

  • Kommunikation sichern: Wechsel zu Messengern, die standardmäßig Ende-zu-Ende verschlüsseln und Metadaten sparsam behandeln.
  • Tracking blockieren: Anpassung von Browser-Einstellungen und Nutzung von Werbeblockern auf DNS-Ebene, um Profiling zu reduzieren.
  • Systembereinigung: Entfernen vorinstallierter “Bloatware” von Herstellern, um die Angriffsfläche für Attacken zu verkleinern.

Branchenbeobachter sehen in diesen DIY-Maßnahmen einen effektiven Ansatz, der das Problem der Datensammlung direkt an der Wurzel packt.

Ein monatliches Ritual für mehr digitale Souveränität

Der heutige Tag ist erst der Auftakt. Die Organisatoren planen, den Digital Independence Day als festes, monatliches Event zu etablieren. Schon für den 1. Februar sind erweiterte Workshops angekündigt. Themen wie eine Einführung in das dezentrale Netzwerk Mastodon stehen dann auf der Agenda.

Die hohe Resonanz deutet auf einen Stimmungswandel hin. Datenschutz ist kein Nischenthema mehr, sondern rückt in die Mitte der Gesellschaft. Kritiker aus der Industrie monieren zwar den Komfortverlust alternativer Lösungen. Die Aktivisten kontern: Der Preis für den Komfort – der Verlust der Privatsphäre – sei einfach zu hoch geworden.

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